Obwohl Rayman Raving Rabbids der erste Rayman-Titel ist, der sich als eine Minispielsammlung präsentiert, werden Fans der Serie sich durch das Intro des Abenteuer-Modus sofort heimisch fühlen. Auch wenn man diesmal kein klassisches Jump'n'Run geboten bekommt, läuft die Story wieder nach altbekanntem Schema ab: Rayman befindet sich in totaler Idylle mit seinem Kumpel Globox und dessen Artgenossen beim Picknick, als das Chaos hereinbricht. Aber diesmal nicht in Form furchterregender Gegner, sondern in Form von weißen Hasen, die zwar niedlich anzuschauen sind, aber offenbar nichts Gutes im Schilde führen. Denn sie entführen die Globox-Babies und auch der Protagonist findet sich in einer Arena wieder, die Parallelen zum Circus Maximus aufweist. Und schnell wird klar: Die Hasen sind gar nicht so knuffig, wie es den Anschein hat, sondern wollen den armen Rayman fertig machen.
Um dies zu verhindern muss der Spieler in ca. 75 Minispielen sein Können unter Beweis stellen, teils am Controller und teils auch vor der Vision-Cam, die bei einem Großteil der Minispiele zur Steuerung genutzt werden kann. Die Minispiele selbst sind vielseitig und abwechslungsreich gestaltet, allerdings grob in Kategorien unterteilt. Und so gilt es Tanzspiele, Laufspiele, Rennen auf Warzenschweinen, „Ego-Shooter“ und andere Abenteuer in verschiedenen Variationen zu erleben. Die Steuerung mithilfe der Vision-Cam funktioniert nach kurzer Eingewöhnungsphase erstaunlich gut und macht richtig Spaß. Allerdings sind nicht alle Spiele mit der Kamera spielbar und so hemmt das ständige Wechseln zwischen Controller und Cam neben den für ein Spiel mit derartiger Grafikqualität zu langen Ladezeiten doch ein wenig den Spielfluss.
Das Spiel selbst besticht nämlich nicht gerade durch HighEnd-Grafik. Zwar ist ein merklicher Unterschied zur Wii- bzw. PS2-Version zu erkennen - allerdings hätte dieser etwas spektakulärer ausfallen können. Denn trotz im Vergleich schönerer Texturen und netter Details, die die Szenarien sehr atmosphärisch wirken lassen, wird die Rechenpower der Xbox 360 nicht annähernd ausgelastet. Die Sounduntermalung des Spiels ist passend zum Spiel gestaltet und bietet mal nervige und mal weniger nervige Musikstücke zur Untermalung des Spielgeschehens. Während die Musikstücke der Tanzspiele echte Knaller zu bieten haben, muss man sagen, dass es heutzutage einfach nicht mehr zeitgemäß ist, komplett auf eine Sprachausgabe zu verzichten.
Im Multiplayer-Modus, in dem man die abgefahrenen Minigames gegeneinander um die Wette spielt, spielt der Titel dann seine wahren Stärken aus. Denn Rayman Raving Rabbids macht zu viert mit Freunden unverschämt viel Spaß und ist das perfekte Partygame, auch wenn die Steuerung auf der Wii-Konsole von Nintendo, genauer, intuitiver und einfach spaßiger ist. Dennoch macht es mit mehreren Spielern ordentlich Laune - was allerdings auch nötig ist, da der Abenteuer-Modus, in dem man die Minigames freizocken muss, viel zu kurz ist und nach wenigen Stunden ein jähes Ende findet. Dann hat man nämlich alles frei gespielt und kann nur noch seine eigenen Rekorde brechen. Motivation wird man danach aber kaum mehr für den Singleplayer-Modus aufbringen können.
Fazit
Mit der Portierung des Wii-Knüllers auf Microsofts Next-Gen-Konsole hat Ubisoft einen guten Job abgeliefert. Grafisch hat man das Spiel aufgewertet und auch die Integration der Kamera passt gut ins Gameplay. Ansonsten werden Zocker, die beide Konsolen ihr Eigen nennen, wohl eher zur Version für Nintendo’s neueste Plattform greifen. Dennoch ist das Spiel perfekt, um einen lustigen Abend mit Freunden zu verbringen. Bisher gibt es nämlich leider viel zu wenige dieser Partyspiele für die Xbox 360 und Rayman Raving Rabbids sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Weiter so, Ubisoft!