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Dein Name ist Nathan Frost und als Soldat auf Seiten der Koalition kämpfst du gegen das Terrorregime der Republik. Bei einem Einsatz wirst du lebensgefährlich verletzt. In einer lebensrettenden Operation werden dir nanotechnische Implantate eingesetzt, die dich zu einem Elitesoldaten mit überragenden Fähigkeiten machen. Ab sofort bist du selbst eine der gefährlichsten Waffen, die die Koalition den republikanischen Truppen entgegensetzt. Doch trotz aller technischer Raffinessen deines Körpers, bist du immer noch und in erster Linie ein Mensch. Gefühle, Gedanken und Handlungen entspringen keinem Bios, welches dein Denken ersetzt hat und aus dir ein willenloses Werkzeug gemacht hätte.
Gameplay Project: Snowblind ist ein klassischer Ego-Shooter aus der 1st Person Perspektive. Snipern, strafen, ducken, schiessen, werfen – das Handling ist sowohl komplex als auch präzise. Im Options-Menü kannst du die Einstellungen deinem persönlichen Stil anpassen. Spiegelung der Y-Achse und einstellbare Geschwindigkeit bei Drehungen, das gehört zu den Standard-Funktionen und sollten auch in jedem guten Ego-Shooter vorhanden sein. Für die insgesamt 18 Missionen stehen dir Primär- und Sekundärwaffen und natürlich deine Biomodifikationen (Implantate) zur Verfügung. Waffen und Modifikationen werden dir während des Spielverlaufs zugeteilt, um dem erschwerten Gegneraufkommen Rechnung zu tragen. Es wird nichts ersetzt und so hast du mit stetig wachsendem Arsenal schon bald die Qual der Wahl:
Lieber eine Gasgranate, eine Splittergranate oder vielleicht mal den Spiderbot ausprobieren? Shotgun – nein, da sind nur noch 5 Schuss drin, LaserRail-Gun – spare ich mir auf, wer weiss, wer da noch auf mich zukommt.... ok, ich nehme jetzt das stinknormale Sturmgewehr. Das haut auch was weg und Munition ist meistens genug da.
Aber welche meiner Biomodifikationen setze ich unterstützend ein? Verlangsame ich die Zeit um in Bullet-Time-Manier den gegnerischen Schüssen auszuweichen und selbst präzise zielen zu können? Mache ich mich unsichtbar und schleiche mich vorbei? Lege ich einen Schutzschild um mich, der feindliche Kugeln abhält, meine Munition aber durchlässt?
Vor derartige Entscheidungen gestellt, die blitzschnell gefällt werden müssen, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Denn man kann keine Pause drücken und in Ruhe alles auswählen. Hier, jetzt und sofort. Entweder du hast die passende Waffe in der Hand oder du brauchst sowieso keine mehr und startest wieder vom letzten Speicherpunkt aus. Ständig muss man die optimale Kombination aller Möglichkeiten überschauen und einstellen. Die schnellste Auswahl aller drei Komponenten trifft man über das Steuerkreuz. Oben/Unten befinden sich die Primärwaffen (Schusswaffen, Spezialwerkzeuge), links sind die Biomodifikationen und rechts die Sekundärwaffen (Granaten).
Häufig habe ich mich heldenmütig mit der Shotgun durch einen Level geschossen. Der letzte Gegner fällt, meine Energiereserve blinkt ekstatisch und nervend laut. Meine Verwundungen lassen mich nur langsam vorankommen und verzweifelt nach einem Medipack suchen. Hoffentlich habe ich auch alle erledigt. Erst jetzt frage ich mich ernsthaft, warum ich Trottel keinen Schutzschild um mich gelegt hatte, bevor ich mich ins Gefecht stürzte. Energiereserven wären jedenfalls genug da gewesen.
Warum? Die Frage ist leicht beantwortet. Die Action in diesem Game ist derart überraschend, fordernd und ausdauernd, man kommt gar nicht zum Nachdenken. Die Situationen entstehen Schlag auf Schlag. Wer nicht intuitiv den richtigen Knopf findet oder sich mal eben „verklickt“, der steht mit einem harmlosen Computer- Hacktool vor einer Front Mechs, Panzerfahrzeugen und schiesswütigen Republik-Soldaten. Jetzt wird’s interessant, denn wie schnell hast Du alle Primären und Sekundären Waffen sowie die Biomodifikationen durchgeschaltet und das Richtige ausgewählt? Also erst mal die nächstgreifbare Waffe geschnappt und losgeballert. Ist nur ein Kompromiss, denn eigentlich willst du lieber Splittergranaten als Gasgranaten, die dir bei den Mechs sowieso nichts nützen. Aber vielleicht gibt’s ja gleich eine kleine Feuerpause, dann kannst du dir das Richtige raussuchen. Man kann sich vor einem Gefecht natürlich auch schnell umdrehen und hinter einem Gebäude alle Einstellungen vornehmen. Das funktioniert nur bedingt, denn die gegnerische KI ist ziemlich gut ausgefallen. Geh davon aus, dass wenn du die Feinde gesehen hast, sie dich auch bemerkt haben. Und dann muss man schon ziemlich weit zurücklaufen um seine Ruhe zu haben. Während dieser Zeit kämpfen und sterben deine Team-Kameraden schon längst selbständig an der Front, die haben jedenfalls alles griffbereit. Entfernst du dich zu weit von der Front, bekommst du deren ironische Kommentare um die Ohren gehauen: „Hey, Nathan, zur Front geht’s HIER lang!“
Sound, Grafik und Synchronisation Der Dolby Digital Sound fetzt aus den Lautsprechern. Kugelhagel, Detonationen und Sprachfetzen während der Schlacht, das alles vermittelt eine realistische Kriegs-Akustik. Die Grafik dagegen ist ein kleines Manko. Die Texturen erscheinen verwaschen und sind häufig sehr detailarm. Das sollte heute kein Standard mehr sein. Die Xbox kann jedenfalls viel mehr. Die Charaktere sind bei genauerem Hinsehen etwas einfallslos animiert und eine bessere Ausarbeitung der Gesichter der Protagonisten hätten meiner Meinung nach viel Sympathiegewinn gebracht. So wirken sie alle etwas langweilig und emotionslos. Während allzu grosser Explosionen kommt es zu deutlichen Rucklern. Teilweise bleibt das Bild bis zu einer Sekunde stehen. Das kommt aber nur selten vor. Die Synchronisation ist hervorragend ausgefallen und bezeugt wieder einmal mehr, wie wichtig sie ist, um aus einem guten Game ein viel besseres Game zu machen. Nathan bekommt vor jeder Mission seine Einsätze per Funk mitgeteilt und auch mitten im Kugelhagel kann es hektische Anweisungen geben. Mit seinen Teamkameraden kann er sich „unterhalten“ und eine nette Portion Situationskomik und Ironie wurde dabei eingebaut. Ein überzeugend dargebrachtes, hamburgisches „MOIN“ kurz vor Beginn eines Gefechtes passt zwar gar nicht, ist aber gerade deshalb ziemlich witzig.
Fazit: Ein Game wie ein Actionfilm, mit dir in der Hauptrolle. Die Präsentation der Zwischensequenzen erfolgt in Ingame-Grafik und trägt maßgeblich zum Spieltempo und zur Storyentwicklung bei. Das Spiel treibt dich gnadenlos durch die Levels und beansprucht dich ununterbrochen, ohne jemals zu überfordern. Der Schwierigkeitsgrad ist sehr fair und die Speichermöglichkeiten sind mehr als ausreichend. Wäre der Abstrich bei der Grafik nicht, so könnte man dieses Game zweifelsohne ganz oben bei den Ego-Shootern einordnen. Aber wer ist schon ein reiner Grafikfetischist, wenn soviel Spielspass dagegen steht. Erwähnenswert ist noch die relativ kurze Spieldauer, die ich bei ca. 12 Stunden ansetze.
Und wo ist nun der Schnee? Schnee ist in diesem Fall kein Niederschlag. Mit Schnee ist das Schwarz-Weiss-Rieseln wie z.B. auf einem defekten Bildschirm gemeint. Dieses Schneerieseln tritt vor deinen Augen auf, wenn du elektromagnetischem Impulsen unterliegst, von denen die Gegner reichlich Gebrauch machen. Du bist dann kurzzeitig handlungsunfähig. Na... eine kleine Chance müssen die Gegner ja auch haben. ;)
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