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Aus dem Hause EA kommt mit Def Jam Icon eine weitere Fortsetzung einer bekannten Videospielserie. Aber was leistet der neueste Teil? Können die Entwickler ihre vielseits beliebte Free-For-All Prügelei auf ein neues Level pushen, wie man vollmundig im Vorfeld verkündete? All das sind Fragen, die Fans der Reihe unter den Fingernägeln brennen sollten und auf die hier eine Antwort gegeben werden soll.




„Hip Hop and Rap, yeah, that’s where my heart’s at!”


Im neuesten Def Jam Teil spielt die Musik eine noch wichtigere Rolle, als in seinen beiden Vorgängern. Das wird direkt von Beginn an deutlich. Neben aktuellen Songs von den Dipsettern Mike Jones und T.I. über „new stuff“ von E-40, bis hin zu Klassikern wie „Da Rockwilder“ von Methodman & Redman oder „Ante Up“ von MOP ist für HipHop-kompatible Ohren definitiv was dabei. Sprachsamples der Rapper verfeinern den Gesamteindruck des Sounds zusätzlich. Und mithilfe des neu eingeführten Scratch-Features kann der Spieler erstmals aktiv in die Soundkulisse eingreifen. Diese wiederum nimmt Einfluss auf das Kampfgeschehen, indem man mit seinem „Scratching“ beispielsweise Zapfsäulen explodieren oder Subwoofer vibrieren lässt. Man kann sich die Songs seiner Lieblingsinterpreten also im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren hauen. Übrigens funktioniert das Ganze auch mit Songs von der Festplatte, falls man mit Hip Hop so gar nichts anfangen kann. Allerdings ist das Ganze mit Costa Cordalis schon nicht mehr ganz so cool, da Def Jam Icon ein Hip Hop Game ist, wie der Name schon vermuten lässt.

„Wanna battle?!“

Auf den ersten Blick weist die Steuerung Parallelen zu Fight Night Round 3 auf, da neben Standardangriffen mithilfe des rechten Analogsticks verschiedene Attacken ausgeführt werden können, um den Gegner möglichst schnell auszuknocken. Die Levels, in denen sich die Rapper gegenseitig an die Gurgel gehen, sind detailreich in Szene gesetzt und können interaktiv ins Kampfgeschehen miteinbezogen werden, und zwar durch das bereits oben erwähnte Scratch-Feature, womit man auch den Beat wechseln kann, der im Hintergrund läuft. Liegt nämlich gerade der Song auf dem Plattenteller, den man sich vor dem Fight ausgesucht hat, verursachen die eigenen Attacken mehr Schaden und der Kämpfer ist widerstandsfähiger.

Wenn die Treffer des Gegners Schaden hinterlassen haben, macht sich das auch optisch bemerkbar. So sind Klamotten und Gesicht der prügelnden Rap-Ikonen schwer gezeichnet, wenn man zuviel einstecken muss und egal wie „super fly“ man vorher aussah, mit fortwährender Kampfdauer leidet das Aussehen des Kämpfers unter den Wirkungstreffern des Gegners.
Grafisch macht Def Jam Icon einen einwandfreien Eindruck. Die virtuellen Abbilder von Def Jam’s Finest sehen Ihren tatsächlichen Vorbildern verblüffend ähnlich, die Levels mitsamt der übertriebenen, aber nett anzuschauenden Explosionen sind aufwendig gestaltet und das „Mitnicken“ der gesamten Umgebung zum Beat wirkt sehr stylisch und passt gut zum Spielkonzept.

Doch Kenner der ersten beiden Teile, die grandiose Spaßbomben waren, werden enttäuscht feststellen, dass Def Jam Icon wenig mit seinen Vorgängern gemein hat, bis auf die Tatsache, dass man Rapper auf einander los lassen kann. Weder Gegenstände können benutzt werden, noch kann man mit umherstehenden Zuschauern interagieren. Die gesamte Spielmechanik wirkt viel träger und behäbiger, als es beispielsweise in Def Jam: Fight for NY der Fall war. Zwar sind die Ansätze vielversprechend in Form einer Einbindung des rechten Analogsticks à la Total-Punch-Control. Doch im Großen und Ganzen gibt es zu wenig unterschiedliche Moves, um den Spieler lange bei der Stange halten zu können. Komischerweise wirkt dabei die Steuerung überladen, ohne dabei genügend Tiefe zu bieten, damit man sich längerfristig damit auseinander setzen will. Außerdem haben die Jungs von EA Konsolenspielern nicht nur der Möglichkeit beraubt, im Free-For-All zu viert auf einander los zu gehen, der Vierspieler-Modus wurde stillschweigend komplett abgeschafft und so ist der Multiplayer künftig maximal nur zu zweit spielbar. Online ist es möglich in einer „Hood“ nach Wahl abzuhängen, um dort gegen andere Konsoleros sein Können unter Beweis zu stellen, sowohl im Ranglistenmodus als auch im Freundschaftsmodus. Einerseits ist das Ganze sehr benutzerfreundlich gestaltet, andererseits ermöglicht es Betrug, da man Freunde zu Ranglistenspielen einladen und sich so Ranglistenpunkte erschummeln kann.

“Keep it Gangster”

Auch der Storymodus, namentlich „Build a Label“, bietet zu wenig Abwechslung und Tiefgang, um als richtig gut bezeichnet werden zu können. Man muss hierbei ein Label aufbauen, Künstler mit schlagkräftigen Argumenten für sich gewinnen, mit diesen dann Songs releasen, um Accessoires und Klamotten von der verdienten Kohle kaufen zu können, damit man der Frauenwelt gefällt. So wie das im Rap-Biz zwar üblich, aber im Spiel einfach zu oft dasselbe ist, um nicht zu schnell eintönig zu werden.


Fazit: Grafisch und soundtechnisch ist Def Jam Icon ein Brett, das einen Soundtrack bietet, der seinesgleichen sucht und grafisch einiges hermacht. Die Effekte stimmen und im Zusammenspiel miteinander geben Grafik und Sound dem Spiel einen Look, der authentisch ist und zu der HipHop-Szenerie passt. Doch die behäbige Spielmechanik, das im Vergleich zu den Vorgängern geringe Repertoire an Attacken und Kampfstilen, sowie der Umstand, dass man den Vier-Spieler-Modus kommentarlos entfernt hat mindern diesen guten audio-visuellen Eindruck. Sie sorgen dafür, dass Def Jam Icon leider nur ein mittelmäßiges Spiel ist. Zwar macht es Spaß, seinem meist gehassten Rapper ordentlich aufs Maul zu geben, doch steckt der Teufel bekanntlich im Detail, so dass Fans der Serie bis auf Ausnahmen sicherlich enttäuscht sein werden.


Bewertung
Gameplay : 70% Sound : 90% Grafik : 85% Steuerung : 65% Multiplayer : 70%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 11.04.2007      Autor : Marc Gillessen          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Electronic Arts
Entwickler : EA Games
Release : 15.03.2007

Genre : Beat 'em Up
Player : 1-2
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
Def Jam Icon
Titel : Def Jam Icon      Publisher : Electronic Arts      Release : 15.03.2007
Titel : Def Jam Icon      Publisher : Electronic Arts      Release : 15.03.2007
Titel : Def Jam Icon      Publisher : Electronic Arts      Release : 15.03.2007
Titel : Def Jam Icon      Publisher : Electronic Arts      Release : 15.03.2007
Titel : Def Jam Icon      Publisher : Electronic Arts      Release : 15.03.2007
Titel : Def Jam Icon      Publisher : Electronic Arts      Release : 15.03.2007
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