|
Battlestations Midway kommt nun daher um dies wieder gut zu machen. Ein nostalgisch angehauchtes Outfit (mit einer sehr verlockenden Booklet-Rückseite!) sind nur der Anfang der nicht enden wollenden Welt unseres Helden Henry Walker im Pazifikkrieg.
Die Marineakademie, 11 Kampagne-Missionen und 12 Bonus-Missionen versprechen lange Kriegsnächte an Original-Schauplätzen, deren Welt unendlich erscheint und eine ebenso große Bewegungsfreiheit mit sich bringt. Bereitet euch auf eine völlig neue Kampferfahrung vor, während Ihr vor dem Hintergrund des Pazifikkrieges spektakuläre Luft-, See- und U-Boot-Schlachten leitet. In diesem Genre-Mix aus Action, mit nett platzierten Strategieelementen, habt ihr die Möglichkeit ganze Flottenverbände zu befehligen, wobei gesagt ist, dass ihr ständig zwischen den einzelnen Einheiten frei wählen könnt, mit denen ihr gerade das Leben eurer teilweise unzähligen Gegner erschweren möchtet.
Um jedoch dort hin zu gelangen, wartet erst einmal ein sehr langatmiges Tutorial auf euch, in dem ihr lernt, wie die einzelnen Einheiten zu steuern sind. Im Prinzip ist die Steuerung sehr simpel, aufgrund der Vielzahl der verschieden Einheiten kann sie jedoch dem Ein oder Anderen als verwirrend erscheinen. So ist es z.B. möglich, bei einem einzelnen Kriegsschiff zwischen vier verschiedenen Waffengattungen (Torpedos, Flak, Wasserbomben und Artillerie) zu wechseln und diese zu steuern. Jede Waffengattung hat natürlich seine Vor- und Nachteile, welche man bei der Kampagne dann aber sehr schnell raus hat. Da Krieg herrscht und wir mit Henry Walker auch auf Gegenwehr stoßen, kann es natürlich vorkommen, dass ein Schiff Schaden davon trägt. Wie diese zu beseitigen sind, wird auch ausführlichst erklärt, wobei auch hier wieder anzumerken ist, dass man es sehr schnell verstanden hat und sich wünschte, einzelne Sequenzen des Tutorials überspringen zu können.
Nach ca. 1,5 Stunden weiteren Übungseinheiten zum Thema Flugzeug, Kriegsschiff und U-Boot darf man aber schließlich stolz sein, die Akademie erfolgreich abgeschlossen zu haben und all diese Einheiten befehligen zu dürfen.
Nun kann man sich getrost in die Hauptkampagne des Helden Henry stürzen, welche mit charmanten Videosequenzen (in Englisch - mit optionalen Untertiteln) nett einzuleiten weiß.
Der Beginn der Kampagne ist natürlich mitten in der großen Offensive auf Pearl Harbor, in dem die unbarmherzigen Japanischen Flieger erstmalig zeigen, mit welch starkem Gegner man es zu tun bekommt. Durch den stetig ansteigenden Schwierigkeitsgrad - in drei Schwierigkeitsstufen, die vor jeder Mission neu ausgewählt werden können - kommt man in seiner steilen Karriere jedoch gut ins Spiel, ohne dass es dabei langweilig wird.
Bis wir als Flottenkommandeur in riesigen Schlachten unglaublich große Verbände von Schiffen, U-Booten und Flugzeugen gleichzeitig befehligen, müssen wir allerdings erstmal „kleinere“ Heldentaten vollbringen. Missionen in denen wir beispielsweise einen großen Zerstörer beim Passieren einer gefährlichen Meerenge beschützen oder eine feindliche Flotte daran hindern unseren gut bestückten Flugzeugträger anzugreifen. Letzteres gelingt uns nur in dem wir immer mehr Jagdflieger und Bomber aus dem Bauch des Flugzeugträgers holen und mit dem Befehl „Angriff“ in Richtung des zu zerstörenden Zieles hetzen.
Zur Grafik muss man sagen, dass sie doch etwas dürftigen ist und ein wenig enttäuschend. Sie kommt teilweise sehr detaillos daher, einzig an den Schiffen scheinen die Grafiker des Spiels etwas mehr Zeit verbracht zu haben. In-Game Effekte wie z.B. Explosionen und das Sinken der Schiffe sind für erfahrene Spieler leider ganz und gar nichts Neues und wirken sogar ein wenig farblos.
Und trotzdem schafft es das Spiel, einen jeden Taktik-Ballerer in seinen Bann zu ziehen, da der grandiose Sound einen buchstäblich mitten in das Kriegsgeschehen reißt. Alle mit Dolby 5.1 ausgestattet Spieler dürfen sich schon jetzt freuen, wenn Steuerbord ein Torpedo einschlägt, und man fast das Gefühl hat, dabei vom Sessel zu fallen. Flugzeuge im Sturzflug geben einen ebenso überzeugenden Sound von sich, wie das ruhig daher gleitende U-Boot, in dem man nur das Sonar und das alles umgebene Wasser hörbar sind. Dieser wirklich tolle Sound wird zusätzlich mit heroischen Melodien hinterlegt, was abrundend zum absoluten Kriegsfeeling führt.
Zur Steuerung: sie ist schnell erlernt und erinnert beim Fliegen etwas an den Star-Wars Titel „Rouge Squadron“ – nicht zu simulationslastig, grade richtig für lange und knifflige Luftschlachten. Grade bei engen Fights mit gegnerischen Jägern kommt da Spielspaß auf. Alles auf und unter Wasser lässt sich erwartungsgemäß anspruchsvoller steuern und koordinieren (keine Rennsimulation!). Auch die Logik der Reparatur eines Schiffs ist gut in der Steuerung gelöst, Staffelbefehle in Hangars oder auf Flugzeugträgern lassen sich in Sec. steuern.
Xbox-live verspricht laut Microsoft eine einzigartige Online-Erfahrung zu werden, in der bis zu acht Spieler mit zeitgleich mehr als 100 Kriegsschiffen, Flugzeugen und U-Booten in epischen Multiplayer- Schlachten um den Sieg ringen werden.
Fazit
„Battlestations Midway“ ist eine Strategie-Combat-Mischung die es in sich hat und eine wirklich gute Abwechslung im Spielesortiment darstellt. Für jeden, der die Geduld auch für größere Schlachten mitbringt – es lohnt sich, versprochen! Achtet jedoch auf einen voll geladenen Akku bei Spielbeginn, denn jedes Feuern bringt euren Controller mächtig ins rumbeln! Das sehr gute Feeling im „Infight“ lässt dann häufig die etwas unspektakuläre Grafik vergessen, die nicht immer dem spektakulären neuen Xbox360-Standard gerecht wird.
|