Willkommen auf New Zack Island
Er ist wieder da: Der gutaussehende Afroamerikaner Zack, der alles hat, was sich - zumindet allen Klischees nach – ein Mann wünscht: Geld und Frauen! Wie durch ein Wunder stampft der anscheinende Millionär eine neue karibisch angehauchte Insel aus dem Meeresboden: New Zack Island. Diese hat mit diversen Shops, einem noblen Aufenthaltsort, Stränden und tollen Buchten alles, was das Touristenherz begehrt. Ähnlich wie im ersten Teil dreht sich im Prinzip also alles um Urlaub machen und damit verbundene Aktivitäten.
Und das ist es, was Dead or Alive Xtreme 2 im Prinzip ausmacht: Beach Volleyball am Strand, Jet-Ski-Rennen auf dem Wasser, „Auf-Matten-Hüpf-Spiele“ am Pool oder die abendliche Runde Poker im Hoteleigenen Casino. Einen stringenten Spielverlauf hat das Spiel der Prügelspielmacher folglich nicht. Das mag zuerst einen eher unspektakulären Eindruck bieten, aber nur wenn man ein winziges Detail vergisst: Man spielt nicht irgendjemanden, sondern grundsätzlich nur gut aussehende, leicht bekleidete junge Damen, die obendrein noch von Videospielprogrammierern erschaffen wurden. Was dabei zu erwarten ist, sollte jedem klar sein: Traummaße, bei denen kein voyeuristisches Auge trocken bleibt.
Leider ist das aber auch alles, was Dead or Alive Xtreme 2 so richtig gut kann: Das Auge verwöhnen. Denn die eher simplen Spiele, wie das erwähnte Volleyball oder Jet-Ski Fahren sind eher halbherzige Umsetzungen der Realität. Die Bedienung über zwei Tasten und das simple Fahrverhalten der Wassergefährte fordern auf Dauer nicht, sind aber auch nicht unbedingt Spaßbremsen. Besonders am Anfang macht das Jet-Ski-Fahren auf den Inselkursen eine Menge Freude und bringt dazu auch noch eine Menge Geld, welches man in den diversen Shops für Fashion-Utensilien wie Leoparden-Unterwäsche oder andere Spielereien ausgeben kann. Der Fantasie sind hier zwischen durchsichtig und regenbogenfarben fast keine Grenzen gesetzt. Beim Austoben in den verschiedenen Stores neigt man dazu, die verschiedenen Nebentätigkeiten unter den Tisch zu kehren, bis man sich bei diesen erneut das nötige Taschengeld verdienen muss.
Technisch betrachtet ähnelt das Spiel stark seinem Vorgänger. Natürlich kommen die Dead or Alive Girls dank programmierten Modelmaßen und High-Definition-Grafik noch perfekter rüber und winzige Details an der Kleidung und Accessoires in den detaillierten Haarschöpfen fallen nicht nur beim genaueren Betrachten auf. Trotzdem merkt man nicht unbedingt, dass man an einer Next-Generation-Konsole spielt. Besseres Antialiasing, schärfere Texturen und Sonnen- und Lichteffekte mit HDR würden der Optik mehr als gut tun. Außerdem wirken die Figuren teils mehr als Unecht: „Bestimmte Körperregionen“ bewegen sich bei den sportlichen Aktivitäten nicht wie menschliches Gewebe, sondern eher wie Wackelpudding, was dem Realismus des Spiels sehr schadet. Besonders wenig Mühe haben sich die Entwickler ebenfalls mit den Wasseranimationen beim Jet-Ski-Fahren gegeben: Bereits WaveRace auf dem Nintendo 64 bot ähnliche Darstellungen der Flüssigkeit.
Der Soundtrack des Spiels passt wie bereits beim letzten Teil in die Urlaubsatmosphäre: Ob melodische Reggae- oder klimpernde Calypso-Sounds, für jeden All-Inclusive-Touristen mit Sonnenstimmung sollte hier etwas geboten sein. Von Dolby-Digital macht das Spiel bis auf wenige Hintergrundgeräusche wie rauschendes Wasser fasst keinen Gebrauch.
Der Multiplayermodus des Spiels besteht ebenso wie der Singleplayermodus aus Minispielen, sowohl offline als auch online. Auch hier gilt: Für zwischendurch okay, auf die Dauer eher trist.
Fazit
Im Prinzip ist Dead or Alive Xtreme 2 nicht einmal ein richtiges Spiel. Sondern eher eine Aneinanderkettung von mehreren Minispielen, bei denen es weiterhin noch etwas zu bestaunen gibt. Weder Volleyball, noch Jet-Ski-Fahren, noch eines der Pool-Minispiele kann auf die Dauer fesseln. Am meisten Spaß machen die Optik und die ausgiebigen Shopping-Touren inklusive dem Ausprobieren der aufreizenden Kleidungsstücke. Folglich gilt: Wer eine Vorliebe für Pixelfleisch hat, kann zugreifen, wer ein Spiel mit Tiefgang sucht, lässt das Spiel im Ladenregal verstauben.
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