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Das Entwicklerteam, allen voran Shingo 'Seabass' Takatsuka kündigte an,
dass es sich bei Pro Evolution Soccer 6 um kein schlichtes Grafikupdate
handeln wird. Es wurden viele Neuerungen versprochen, doch schon jetzt
kann man sagen, dass sich nicht viel geändert hat. Neue Spielmodi sucht
man vergebens, es wurden sogar deutliche Abschnitte gemacht. Doch dazu
später mehr. Beim Gameplay hat sich leider auch nicht viel geändert.
Die wenigen Änderungen sind aber durchaus sinnvoll und überzeugend. So
wurde dafür gesorgt, dass das Spielgeschehen flüssiger von statten
geht. Der Schiedsrichter pfeift nicht mehr nach jeder Kleinigkeit. Man
darf sich auch mal ein Foul erlauben. Außerdem wurden Linienrichter
eingefügt die nicht nur (wie bei den Vorgänger) bei einem Abseits in
Erscheinung treten. Es wurde auch ein wenig an der KI der Spieler, vor
allem am Torwart, herumgeschraubt um alles realistischer zu gestalten.
Das ist nicht nur einer der Gründe dafür, warum sich PES6 so genial
spielen lässt und sich spielerisch deutlich von Fifa absetzt. Egal ob
Ballphysik, die vielen Tricks oder die unzählige taktischen
Möglichkeiten. Pro Evolution Soccer 6 ist spielerisch einfach das beste
Fussballspiel! Mit dem Schwierigkeitsgrad kann man auch sehr zufrieden
sein. Egal ob Einsteiger oder Profi, man kann das Spiel passend auf
sein Können einstellen. Die Gamescorepunkte wurden nett verteilt. So
erhält man für jede gewonnene Liga oder gewonnenen Cup eine gewisse
Punktzahl. Das kann schon einige Stunden dauern! Bundesligafans werden
von Pro Evolution Soccer 6 leider ziemlich enttäuscht sein. Denn die
Bundeliga ist bis auf den FC Bayern leider nicht vertreten. Lediglich
die spanische, italienische, französische und holländische Ligen sind
vertreten. Bei der englischen Liga fehlt der FC Chelsea und ansonsten
sind nur einzelne Mannschaften vertreten. Auch die Nationalmannschaft
wurde nicht lizensiert, ist aber wenigstens mit geänderten Namen
vertreten. Außerdem enthält das Spiel nur acht verschiedene Stadien.
Doch nun etwas ausführlicher zu den eben erwähnten Kürzungen. Da die
Entwickler unter Zeitdruck standen, wurden bei der XBOX 360 Fassung im
Vergleich zur PS2 Version einige Kürzungen vorgenommen. Der beliebte
Editor wurde extrem verkürzt und um viele Einstellungsmöglichkeiten
beraubt. Torwiederholungen lassen sich nicht mehr speichern und auch
einige Spielmodi wurden heraus genommen. Nämlich das Relegations- und
das Überraschungsspiel. Einige Stadien fehlen im Vergleich zur PS2
Version und die Spieleranzahl via XBOX Live ist auch kleiner als bei
der „Sonyvariante“. Und als wäre das nicht schon genug fehlt nun auch
die Hin- und Rückspieloption. Wirklich schade!
Die PES-Reihe hat im Multiplayer schon immer viel Spaß gemacht. So auch
PES6. Egal ob offline mit bis zu vier oder online mit bis zu zwei
Spielern, für stundelange Fußballspiele ist gesorgt! Leider läuft
online nicht alles fehlerfrei von statten. Es gibt einige
Serverprobleme wo durch es manchmal ziemlich lange dauern kann bis man
einen Spielpartner gefunden hat. Konami hat hier aber schon ein Update
angekündigt. Sollte man dann einen Spielpartner gefunden haben, so
läuft alles ziemlich flüssig und frei von Lags.
Die Grafik zählt immer noch zu den größten Mankos der PES-Reihe.
Schwache Texturen, nicht nennenswerte Effekte und durchschnittliche
Spielermodelle enttäuschen jeden Fussballfan. Optisch ist das Spiel
also alles andere als Next-Generation und es unterscheidet sich auch
nur kaum von der Playstation 2 Fassung. Es wurden lediglich mehr
Animationen dazu gepackt. Die meisten Spieler ähneln ihrem Original
leider auch nur geringfügig. Die eher bekannteren Spieler weisen aber
schon Ähnlichkeiten auf. Und auch die Stadien sind solide gelungen. Der
Sound ist leider auch alles andere als referenzverdächtig. Schon die
japanische Dudelmusik im Hauptmenü stört ungemein. Die Kommentatoren
wiederholen sich ständig und geben selten etwas nützliches von sich.
Der Dolby Digital Sound ist den Entwicklern allerdings gut gelungen.
Bleibt zu hoffen dass der Nachfolger in technischer Hinsicht einen
deutlichen Sprung nach vorne macht. Dem kann man ziemlich
zuversichtlich gegenüber stehen da die Entwickler sich bis dahin viel
mehr mit der Konsole beschäftigt haben. Dieses Jahr herschte leider
(sichtlich) Zeitmangel...
Fazit:
Pro Evolution Soccer hat sich wieder den Fußballthron gesichtert. Doch
dieses Mal war das Ganze eine ziemlich knappe Angelegenheit. Denn die
durchschnittliche Grafik, die Kürzungen im Umfang und die wenigen
Lizenzen hinterlassen keinen guten Eindruck. Warum ist PES6 also ein
Referenzprodukt? Ganz einfach, es spielt sich wesentlich besser als die
Konkurrenz und bietet den nötigen Realismus. Und außerdem hat auch Fifa
so seine Schwächen. Fußballprofis können also ruhig wieder zugreifen,
falls möglich aber lieber auf der Playstation 2.
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