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Die große Freiheit
Der Traum eines jeden Deutschen: Mit einem Startkapital auswandern, ins
Warme, auf eine traumhafte Insel wie Hawaii. Dieser Traum wird in „Test
Drive Unlimited“ realisiert. Im cineastischen Intro des Spiels fliegt
der vom Spieler gewählte Charakter nach Hawaii, nimmt sich einen
Mietwagen und erkundet die Insel nach Immobilien. Beim Treffen mit der
Maklerin wählt man nach kurzen Führungen die eigene Behausung aus.
Natürlich sind dem Kapital Grenzen gesetzt und so muss man sich anfangs
mit einem kleinen Haus an einer idyllischen Hauptstraße gelegen, oder
dem Apartment – wenn auch stilvoll eingerichtet – in einem Hochhaus
begnügen. Als Rennspieler sollte das Ganze natürlich kein Problem
darstellen, wenn da nicht ein klitzekleiner Haken wäre: Je größer das
Haus, desto größer ist die Garage, desto mehr Autos kann man
unterstellen. Folglich lässt sich der eigene Fuhrpark im Spiel nur
vergrößern, wenn man sein Geld später neben den Fahrzeugen auch in
größere oder mehr Häuser investiert. Nach kurzer Begutachtung des neuen
Eigenheims geht es also weiter: Ein fahrbarer Untersatz muss her. Da
aber das Budget bei einem Neuanfänger sehr überschaubar ist, kann man
sich nicht direkt in einen roten Flitzer aus Maranello setzen. Ein
Kleinwagen der Golfklasse mit großem Serienmotor muss für den Anfang
reichen. Im Verlauf des Spiels kann man über 90 Fahrzeuge fahren, die
neben Autos der Firmen Lamborghini, Ferrari, Mercedes, Audi, TVR und
vielen anderen auch Motorräder von Kawasaki, Triumph, Ducati und MV
Agusta enthalten.
Money makes the world go round
Da man beim Aufbauen einer Existenz nicht mit Hartz IV rechnen sollte,
muss man sich natürlich auch um einen Job kümmern. Bei „Test Drive
Unlimited“ gibt es nur eine Alternative: Rennfahrer. Bei Straßenrennen,
die verschiedene Beschränkungen in Sachen „fahrbarer Untersatz“ haben,
verdient man seine Brötchen. Je schneller hier die Fahrzeuge sind,
desto mehr Geld bekommt man. Die Vehikel sind ähnlich wie zum Beispiel
bei Forza Motorsport in Klassen kategorisiert. A sind die schnellsten
Fahrzeuge, F die verhältnismäßig Langsamsten. Natürlich muss man mit
einem Klasse F Fahrzeug starten und mit diesem Rennen fahren, die noch
nicht so gut bezahlt sind. Neben diesen Rennen kann man auf den 1600
Kilometern Straßen von Hawaii seine Zeit auch noch mit anderen Dingen
verbringen: So nimmt man zum Beispiel Anhalter – die übrigens bei
Fahrzeugen sehr wählerisch sein können – mit, fährt viel zu schnell an
Radarfallen vorbei, fährt bestimmte Strecken innerhalb einer bestimmten
Zeit oder bringt Fahrzeuge anderer Personen in die Werkstatt. Die
Währung in der Bezahlt wird heißt meistens Cash, welches man schlecht
beim Mitnehmen von Anhaltern verlangen kann. Diese „zahlen“ aus
Gefälligkeit mit Coupons, die man in Boutiquen einlösen kann.
Schließlich will der Mann von Welt auch gut gekleidet sein. So finden
sich auf der weiträumigen Insel zwischen Werkstätten fürs Tuning auch
Läden verschiedener Firmen, in denen man sich einkleiden kann. Dies
gilt sowohl für Motorradkombis, als auch für die Alltagskleidung. In
der Welt von „Test Drive Unlimited“ kann man folglich auch ohne Rennen
zu fahren Stunden mit dem Einkaufen oder dem einfachen Herumfahren
verbringen. Dieses bringt natürlich keinen wirtschaftlichen Fortschritt
und damit leider auch keine neue Behausung, sowie neue Fahrzeuge.
Damit man sich auf der Insel zurechtfindet, wird man von Anfang an mit
einer detaillierten GPS-Karte ausgestattet, auf der wichtige Punkte
eingetragen sind. Wissen sollte man dabei aber, dass alle Punkte und
Rennen nur dann eingetragen werden wenn man diese auf der Straße schon
mal gekreuzt oder tangiert. Erst dann kann man sich, wenn man erneut zu
diesem Punkt möchte, glücklicherweise auch dort hin beamen. So erspart
man sich das lange Fahren, was in einer solch weiträumigen virtuellen
Welt eine Menge realer Zeit in Anspruch nehmen kann.
Die Hände ans Lenkrad
„Test Drive Unlimited“ in ein Rennspielgenre ein zu ordnen fällt nicht
leicht. Auf der einen Seite lässt es sich nicht so einfach fahren, wie
zum Beispiel ein Teil der „Burnout“ oder „Ridge Racer“ Reihe,
andererseits verlangt es dem Spieler nicht so viel ab, wie zum Beispiel
bei „Forza Motorsport“ oder „Project Gotham Racing 3“. Die Steuerung
geht relativ leicht von der Hand und die Fahrzeuge lassen sich gut
kontrollieren. Trotzdem muss man beim Abbiegen oder in schärferen
Kurven den Finger auf die Bremse legen, sonst kracht es. Außerdem lässt
sich die Steuerung in verschiedene Schwierigkeitsstufen einteilen. So
kann sich entweder mit Fahrhilfen, im „Sport-“ oder im
„Hypersport-Modus“ fortbewegen. Letzterer ist der Schwierigste in dem
sich das Spiel schon einer Simulation nähert. „Test Drive Unlimited“
lässt sich sowohl vom blutigen Anfänger, als auch vom Rennspielprofi
spielen da es nicht ausschließlich um schnelle Zeiten und beste
Platzierungen geht. Dieses Spiel hat im Umfang noch einiges mehr zu
bieten.
Technik
Zuerst das positive: „Test Drive Unlimited“ bietet eine große Freiheit
in einer riesigen Welt. Die Fahrzeugmodelle sind detailliert und
besonders die Onboard-Perspektive mit sehr originalgetreu gestalteten
Cockpits sind ein Augenschmaus. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer in
der Stadt und die Umgebung des Spielers wissen zu gefallen. Trotzdem
gibt es einige Wehmutstropfen im Spiel. Teilweise tritt starke Kanten-
oder Treppenbildung(Aliasing) auf. Darüber hinaus kämpft die Engine von
TDU ständig mit plötzlich auftauchenden Pop-Ups, die doch sehr nerven
können. Hinzu kommen Slow-Downs in der Framerate, die besonders bei
Rennen nicht unbedingt förderlich sind. Insgesamt fallen die negativen
Aspekte aber nicht stark ins Gewicht. Die Optik von TDU macht wenn man
nicht besonders auf die Details achtet einfach Spaß.
Unlimited Online
In einem Massively Open Online Racing Spiel darf der Online-Modus
natürlich nicht zu kurz kommen. So ist man – wenn eine Live Verbindung
besteht – ständig mit anderen Leuten auf den Straßen von Waikiki und Co
unterwegs. Per Lichthupe kann man diese dann einfach herausfordern.
Darüber hinaus finden sich neben den Offline-Rennen auf der GPS-Karte
auch Punkte für Online-Rennen, bei denen man direkt in der Lobby für
Spieler landet, die sich zum um die Wette fahren dort treffen. Außerdem
ist das Internet voll in die Infrastruktur der Stadt integriert. So
lassen sich auf dem Online-Markt Autos von anderen kaufen und ebenso
verkaufen. Weiterhin gibt es überall auf der Karte Drive-In Stationen,
in denen man Herausforderungen von anderen Spielern annehmen kann.
Dieses funktioniert so: Man legt ein Startgeld und ein Preisgeld für
die selbst erstellte Herausforderung fest. Im Falle des Erfolgs eines
anderen Online-Spielers muss man das festgesetzte Preisgeld sowie die
gesamte Herausforderung dann an den Gewinner abgeben. So kann man eine
Menge Startgelder kassieren aber auch viel Geld verlieren. Diese
Herausforderungen sind zum Beispiel Rennen gegen die Zeit auf
bestimmten Abschnitten der Insel.
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