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Wie lautet das Sprichwort? Gut geklaut ist besser als schlecht selbst gemacht. Auch wenn das wie ein schlichter Vorwurf klingt, würden die Entwickler von Volition Inc, havok und THQ wahrscheinlich nicht einmal abstreiten, dass man als Vorbild für das Spiel Saints Row Rockstars Grand theft Auto Reihe gewählt hat. Warum auch nicht? GTA hat durch ein bewährtes Spielprinzip immer wieder überragenden Erfolg...



Willkommen auf der Straße!

Das gerenderte Intro führt wunderbar in die brutale Welt von Saints Row ein. Im Rotlichtdistrikt der Stadt Stilwater treffen schwere Jungs rivalisierender Gangs aufeinander und ein Bandenkrieg bricht aus. Mittendrin: Der vom Spieler im umfangreichen Editor kreierte Charakter. Nur knapp entgeht er dem Tod und wird vom Anführer der Bande "Saints" nahezu väterlich behandelt. Als man sich am nächsten Tag am Unterschlupf der Saints einfindet, wird man quasi zum Beitreten dieser Gang gezwungen, um für diese gegen andere Gangs zu kämpfen und die Gefilde der Stadt Stilwater würdig unter der Flagge der Saints zu vertreten. Die Missionen gestalten sich in der großen Spielwelt ähnlich denen der GTA-Teile. So sind die Missionen oftmals nach folgendem Prinzip gestaltet: Fahre dahin, töte den, säubere den und den Bereich. Glücklicherweise gibt es aber noch genug Nebenmissionen, um Respektpunkte bei der eigenen Crew zu ernten. So muss man zum Beispiel Prostituierte mit ihren prominenten Kunden durch die Gegend fahren und Übertragungswagen abhängen, die eben gerne genau dieses Szenario auf Band hätten. Oder Versicherungsbetrug begehen, indem man sich beispielsweise durch gewagte Sprünge aus Autos heraus selbst in Gefahr begibt. Folglich ist das Leben als Gangster in Stilwater gar nicht einmal so leicht. Das verdiente Geld kann man überall in der Stadt investieren. So kann man zum Beispiel bei Freckle Bitch's Fast-Food-Laden Nahrung kaufen, die die Energie wieder auffüllt, bei Friendly Fire kann man sich bis unter die Haarspitzen bewaffnen und beim plastischen Chirurgen kann man sein Aussehen verändern lassen um den Bekanntheitsgrad bei seinen Gegnern zu senken.

Apropos Gegner: Die künstliche Intelligenz von Gegnern, Cops und Bürgern ist nicht gerade überragend. Sie suchen selten Deckung, lassen sich durch einfach Fahrmanöver meist austricksen und haben es nicht leicht, wenn man einfach umdreht und den Weg in eine entgegengesetzte Richtung einschlägt. Fortbewegt wird sich natürlich größtenteils per Auto. Da man alles zu Schrott fahren kann, was einem zwischen die Finger kommt, sind offiziell lizenzierte Fahrzeuge natürlich kaum zu erwarten. Trotzdem ist von rostiger Schrottlaube über den gepflegten Oldtimer, bis hin zum schnittigen Sportwagen alles dabei, was das Herz eines jeden Gangsters begehrt. Spaß machen nette eingebaute Gimmicks wie zum Beispiel dynamischer Tag-Nacht und Wetterwechsel oder die Idee, dass man Extra-Punkte bekommt, wenn man sich in cooler Kleidung in den Farben der Saints einkleidet. Trotzdem sind die eigentlichen Missionen, die zur Eroberung der Stadt führen in den meisten Fällen zu linear. Ohne die Nebenmissionen würde der Story Modus sehr schnell langweilig. Dank der Größe der Stadt kann man aber auch einige Zeit mit Saints Row verbringen, in dem man einfach zu Fuß oder per Fahrzeug die Stadt erkundet, die vielfältig gestaltete Gegenden zu bieten hat. Bis man den Story-Modus von Saints Row mit allem Schnick-Schnack gepackt hat, gehen gut 30 bis 40 Stunden ins Land, folglich kann man sich bezüglich des Umfangs kaum beklagen. Lediglich an Abwechslung hapert es etwas.

Grand technical presentation ?

Bereits vorab: Auf der Xbox 360 gibt es noch kein Spiel im Saints Row Stil, welches eine solche Welt beziehungsweise Stadt darzustellen weiß und steht daher nahezu außer Konkurrenz. Trotzdem hat sie einige technische Schwächen: Die Grafik wirkt zwar sehr stimmig, kommt in Sachen Weitsicht aber arg ins Schwanken. So kämpft Saints Row mit Pop-Ups, besonders von Fahrzeugen und Passanten. Darüber hinaus läuft das Spiel manchmal alles andere als flüssig. Wenn viel auf dem Fernseher los ist, fallen starke Framerate-Einbrüche sehr negativ ins Gewicht. Dafür hat das Ganze aber auch gute Seiten: Sehr schöne und detaillierte Personen- und Fahrzeugmodelle. Darüber hinaus glänzt die Stadt Stilwater mit vielen Details, wie zum Beispiel schöner Natur, Straßenschildern, Hydranten, unterschiedlichste Personentypen, Parkbänken und vielen mehr. Diese lassen die Stadt sowohl bei Tag als auch bei Nacht sehr lebendig wirken.

In puncto Sound weiß Saints Row zu gefallen. Schrille Polizeisirenen, verschiedenste Motorensounds und coole Sprüche machen das Spiel in Dolby Digital zu einem Hörgenuss. Gut ist, dass die englische Sprache auch in der deutschen Version Einzug hält, denn der Gangster-Slang kommt in dieser einfach besser rüber. Glücklicherweise gibt es Untertitel, die zwar nicht immer wortwörtlich übersetzt sind, den Sinn aber im großen und ganzen wiedergeben. In Sachen Musik geht Saints Row einen ähnlichen Weg wie die GTA-Designer. Sitzt man im Auto, kann man zwischen verschiedenen Radiosendern wählen, die Geschmäcker von Hip-Hop über Reggae und Rock bis hin zur Klassik bedient.

Saints Row Live!

Saints Row ist wohl der erste Titel des Genres, der einen echten Online-Multiplayer-Modus besitzt. Da die deutsche Version des Spiels aber trotz USK-18-Freigabe geschnitten ist, steht man hier vor einem ähnlichen Problem wie schon bei Quake 4. Man kann nicht mit Besitzern des Spiels aus anderen Ländern zusammen in den Bandenkrieg ziehen und die Spielerfindung wird dadurch stark gehemmt. In der Theorie verspricht Saints Rows Multiplayer-Part aber einiges: Mit bis zu zwölf Spielern kann man per System-Link oder Xbox Live Online in den Bandenkrieg ziehen. In den Modi "Bandenkrieg", "Bandenkrieg Team"; "Fette Ketten", "Fette Ketten Team", "Aufmotzen" und "Zuhälter" geht es um verschiedene Ziele. Die Bandenkrieg-Modi sind im Prinzip normale Deathmatch-Spiele. Dafür sorgen die "Fette Ketten"-Modi für Abwechslung. Hier muss man die Ketten von gefallenen Rivalen einsammeln und in einer Abwurfzone abliefern um Punkte zu bekommen. Beim "Aufmotzen" muss man genug Geld sammeln um ein Fahrzeug aufzumotzen und im "Zuhälter"-Modus muss man einen "Teamchef" in Form eines Zuhälters vor den Gegnern beschützt werden. Weiterhin kann man in den Ranglisten stöbern oder zu zweit im Koop-Modus Missionen erledigen.



Bewertung
Gameplay : 85% Sound : 85% Grafik : 80% Steuerung : 85% Multiplayer : 75%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs

Saints Row erfindet das Rad nicht neu, bringt aber gute Aspekte ins Genre ein. Auch wenn die technische Umsetzung teilweise mit Fehlern behaftet ist, ist das Gesamtbild des Spiels stimmig und die Stadt bietet eine grandiose Atmosphäre. Die Aufträge laufen zwar sehr linear ab, dafür kann man sich aber auch mit Nebenaktivitäten oder dem entspannten Cruisen vergnügen. Schade ist, dass die Deutschen mal wieder beim Online-Spielen in die Röhre schauen und dank geschnittener Version eine Sonderbehandlung mit negativen Folgen bekommen. Schließlich hat der Online-Modus eine Menge Potenzial, man findet aber leider nur sehr schwer Gegner. Für den Nächsten Teil wünsche ich mir lediglich eine etwas ausgefeiltere KI, besonders bei den Cops und im technischen Bereich keine Pop-Ups sowie Framerate-Einbrüche mehr. Für Saints Row gilt: Wer auf GTA steht, sollte Saints Row unbedingt einmal ausprobieren.

Erstellt am : 08.10.2006      Autor : Ansgar Babucke          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : THQ
Entwickler : Volition
Release : 01.09.2006

Genre : Action
Player : 1-4
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
Saint's Row
Titel : Saint's Row      Publisher : THQ      Release : 01.09.2006
Titel : Saint's Row      Publisher : THQ      Release : 01.09.2006
Titel : Saint's Row      Publisher : THQ      Release : 01.09.2006
Titel : Saint's Row      Publisher : THQ      Release : 01.09.2006
Titel : Saint's Row      Publisher : THQ      Release : 01.09.2006
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