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Was gibt’s denn dieses Mal?
Nachdem uns Lucas Arts im letzten Jahr mit Star Wars Battlefront
versorgt hat, steht nun ein weiterer Titel mit Actionkost auf der
Karte. Wie in den meisten durch Lukas realisierten Titeln, spiegelt
auch Star Wars: Republic Commando nicht die Story und die aus den Film
bekannten Helden wieder.
Klone oder Kloner?
Wir schreiben die Zeit der Klon Kriege, ungefähr anzusiedeln gegen Ende
der Episode II. Ihr befehligt ein Team von drei sehr gut ausgebildeten
Klon Kameraden, deren Fähigkeiten in Symbiose zu einer Einheit
verschmelzen. Klon ist nicht gleich Klon, denn Ihr habt hier ein Team
mit Spezialisten am Werk. Die Vielfalt ihrer Fertigkeiten hebt
sie deutlich vom Klon aus der Massenproduktion ab. Während ihre Brüder
zweiter Klasse eigentlich nur als Kanonenfutter dienen, katapultieren
Euch Eure Kollegen in eine andere Liga und zwar einer richtigen
Spezialeinheit, dem „Delta Squad“. Diese Elitekrieger verstehen sich
nicht nur in der Kunst der letalen Gewalt, nein, man hat sie zusätzlich
noch zum Sprengstoffexperten oder Hacker ausgebildet. Ihr seid der Chef
im Ring und als verantwortungsvoller Vorgesetzter müsst Ihr natürlich
bemüht sein, Eure Kameraden wirkungsvoll aber verlustfrei einzusetzen.
Na ja, und wenn ein Kollege mal wegen eines taktisch unklugen Befehls
leblos am Boden liegt, dann bleibt immer noch die Möglichkeit, ihn mit
dem mobilen Notfallschocker ins Klonleben zurück zu holen, aber dazu
später mehr...
Durchblick gefällig?
Lucas Arts hat gegenwärtig die Perspektive, aus der Ihr das Spiel
wahrnehmt, verändert. Wen jetzt ein Déjà Vu Gefühl beschleicht, der hat
bereits mal „Metroid Prime“ auf dem Cube angespielt. Ihr nehmt Eure
Umwelt durch einen Visor wahr, der euch allerlei taktische
Informationen liefert. So seid Ihr ständig über die Position und den
Gesundheitszustand Eurer Kumpanen informiert, auch wenn sich diese
nicht direkt in Eurem Sichtfeld bewegen. Des Weiteren weist der Visor
strategisch wichtige Ziele zur Attackierung aus und gibt Euch Tipps,
wie Ihr Eure Teamkameraden sicher positionieren könnt.
TikTak, öhm... TakTik - habe ich mich jetzt verhört?
Da fiel doch eben dieses böse Wort aus dem Wortstamm „Taktik“.
„Hey Meister ich will die krasse Action…
...lass mich mit diesem
Taktik-Kram in Ruhe!!!“
Keine Angst - der taktische Aspekt in Republic Commando ist auf simple
Aktionen beschränkt. Ich erwähnte bereits, dass der Visor diesbezüglich
Einiges vorschlägt. Und genau deswegen braucht es hier auch keinen
krampferprobten Strategen. Der Visor gibt Euch direkt die taktischen
Möglichkeiten in der gegenwärtigen Situation auf den Schirm. So bekommt
Ihr in Echtzeit angezeigt, wo Eure Kameraden Stellung bzw. Deckung
beziehen sollen, welche Hindernisse gesprengt werden müssen oder wo
sich Terminals befinden, in die sich ein Teammitglied einhacken kann.
Falls Euch eine dieser visuellen Vorgaben zusagt, visiert es an, drückt
die Taste „A“ und schon wird Euer Befehl an die richtige Person
adressiert. Während der Teamkollege nun Eurem Willen nachkommt, solltet
Ihr ihm natürlich den Rücken freihalten. Manche Operationen, wie z.B.
Sprengladungen anbringen, stellen nämlich mindestens zehn Sekunden
volle ungeschützte Angriffsfläche für den Feind dar. Bei einigen
Aktionen kann dieser Zeitraum sogar auf bis zu elendig langen 60 Sekunden expandieren.
Ihr seid zwar alle gepanzert und habt auch ähnlich wie bei Halo eine
automatische Schildwiederaufladung, aber falls Euer Schild aufgebraucht
ist, geht’s ziemlich schnell ans abrupte Ableben.
Medic... I need medic.
Ein Glück, dass jeder Eurer Kameraden den Reanimationskurs besucht hat
und die Kollegen, so schnell es ihnen möglich ist, mit dem
Notfallschocker wieder ins Spiel bringen. Selbst wenn Ihr Euch mal für einen
Kameraden aufgeopfert habt, steht die geklonte Notfallschwester mit der
Stromspritze meistens parat. Am Ende eines Gefechtes empfiehlt es sich
daher, seine Kameraden zum nächstliegenden Bacta Regenerationsterminal
zu schicken, um frisch gestärkt in die nächste Schlacht zu ziehen. Eine
praktische Sache ist das… Soviel zum Grundkonzept.
Alleine ist auch ganz schön ...
Im Verlauf der Singleplayer Missionen durchstreift Ihr im wesentlichen
drei unterschiedliche Kampagnen. Den Planeten Geonosis, einen
havarierten Frachter und die Welt der Wookie´s Kashyyk. Diese
Kampagnen, unterteilt in vierzehn Missionen, gestalten sich alles
andere als eintönig. Die Vielfalt der Levelgestaltung reicht über
düstere Gänge in eng angelegten Höhlensystemen, unübersichtliche
schluchtenartige Felsmassive bis hin zu taghellen Schlachtfeldern in
verzwickten Außenarealen. Wer allerdings Szenarien wie in SW
Battlefront erwartet, wird diese vergeblich suchen. Der Verlauf der
actiongeladenen Missionen ist relativ „straight“. Verzweigungen oder
Bewegungsfreiräume à la KotoR sind hier in keiner Weise implementiert
worden. Euer Ziel ist immer direkt voraus und selbst, wenn Ihr mal
kurzzeitig die Übersicht verloren habt, wissen Eure Kameraden, wo sie
weiter metzeln dürfen. Leider ist das Vergnügen mit acht bis zehn
Stunden Spielzeit etwas zu knapp bemessen. Na ja, zufrieden ist man
wohl nie...
Glanz oder doch nur ne Staubschicht?
Zur Optik des Games sei an dieser Stelle mal erwähnt, dass man diese
schon als perfekt bezeichnen müsste. Die Entwickler haben die
Grafikpower, die auf der mittlerweile in die Jahre gekommene
Unreal 2 Engine basiert, in konsequenter Weise voll umgesetzt. Die Level
sind sehr detailverliebt in Szene gesetzt und auch die Atmosphäre des
Games wird durch Einsatz von Rauch und Explosionseffekten gekonnt
hervorgehoben. Wenn auch augenscheinlich Bumpmapping Einlagen, wie man
sie von Riddick kennt, nicht zu finden sind, so ist die Grafik des
Games schon in der Oberliga anzusiedeln. Das Spiel läuft entgegen der
Erwartung mit so opulenten Grafiken erstaunlich flüssig. Einbrüche in
der Framerate waren bis auf sehr wenige Ausnahmen eigentlich selten
erkennbar.
Den Feind im Visier...
Eure Gegner sind ebenfalls sehr schön modelliert, wenn auch mäßig
animiert. Teilweise kommen die auch relativ blind und hirnlos
daher. Die sogenannte KI hat man wohl etwas vernachlässigt, denn es
kann schon mal vorkommen, dass eine Horde von Gegnern einfach an einem
vorbeirennt, als ob man Harry Potters Tarnkappe übergezogen hätte. Sehr
merkwürdig...
Wer aber meint, das Game wäre deswegen einfach, der hat sich wahrlich
einer Fehleinschätzung hingegeben. Der Schwierigkeitsgrad ist trotz der
teilweise verlustigen KI ganz schön derb. Hier heißt es nämlich „Masse
statt Klasse“ und so seid Ihr schnell mal von einer Vielzahl von
Feinden umlagert, die Euch kräftig einheizen. Zwar gibt es auch auf
Feindesseite viel Kanonenfutter, doch wird dieses in der Regel immer
von ein bis zwei resistenteren Kontrahenten begleitet. Diese können
Euch das Überleben schon ganz schön schwer gestalten. Man denke dabei
an die brachiale Feuerkraft der Druidicas, die zum Teil aber auch noch
durch feindliche Artilleriegeschütze flankiert werden.
Kawumm... oder darf’s ein wenig mehr sein?
Nun steht Ihr dem Ganzen ja nun auch nicht wehrlos gegenüber. So
verfügt jeder in Eurer Truppe über ein stattliches Waffenarsenal mit
der korrespondieren Durchschlagskraft. Eigentlich könnte man hier auch
den Spruch „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ (Anmerkung der Redaktion - zu deutsch: Jedem das Seine) ansetzen, denn Euer
Standard-Equipment umfasst alleine schon drei Waffenaufsätze (Blaster,
Sniper und Granatwerfer), die eine korrespondieren Antwort auf jedwede
Gegnerklasse darstellen. Zusätzlich habt Ihr sogar die Möglichkeit,
eine weitere Waffe zu führen, derer man sich durchaus auch beim Gegner
bedienen kann.
Spielfrust will trotz der ungleichen Verteilungsdichte dennoch nicht
aufkommen, denn das Kräfteverhältnis ist eigentlich fast immer
ausgewogen.
Alles unter Kontrolle?
Die Steuerung des durchaus komplex anmutenden Geschehens ist genial
einfach. Im Prinzip habt Ihr zur taktischen Steuerung Eures Teams immer
nur mit der kontextbezogenen Auslegung der „A“ Taste zu kämpfen. Immer,
wenn Ihr Eurem Team einen Befehl erteilen wollt, kommt diese magische
Taste zum Einsatz, sprichwörtlich eine „OneButton Bedienung“. Geht es
um globale Teambefehle, wie „Formieren“, „Suchen und Zerstören“,
„Angriff“ oder „Bereich sichern“, so wird diese in Kombination mit dem
digitalen Steuerkreuz betätigt. Der Rest der Steuerung geht relativ
deckungsgleich mit anderen Shootern konform. So dürft Ihr Euch eine der
vier vordefinierten Konfigurationen aussuchen und solltet eigentlich
damit glücklich werden.
Schrei mich nicht so an... ich bin doch sensibel!!!
Abgerundet wird das Ganze nun durch einen satten 5.1 Dolby Digital
Sound, welcher die Szenarien kraftvoll untermalt. Die Dialoge im Game
fallen militant spartanisch aus. So ist der Befehlston, den man
gegenüber seinem Team anschlägt, sehr ausgeprägt und durchaus passend
gewählt. Der Rest der Synchronisation kann getrost vernachlässigt
werden, denn wer will schon quatschen, wenn er Aliens splattern lassen
kann.
Nur gemeinsam sind wir stark...
Im Multiplayer sind die genretypischen Modi implementiert worden. So
ist dort Deathmatch, Team Deathmatch sowie das allseits bekannte
Flaggenspiel abrufbar. Keine wirkliche Innovation, aber gewohnte Kost.
Was mir auffiel, ist, dass der Detailreichtum aus den Kampagnen Online
gänzlich abgespeckt wurde. Die Areale und Maps kommen dort etwas
glanzloser daher. Ich vermute stark, dass dieses mit der somit besseren
Online Spielbarkeit begründet wird. Da zum Zeitpunkt des Reviews aber
noch keine Gegner zur Verfügung standen, muss dieser Punkt später noch
einmal besser abgelichtet werden. Multiplayer via XBOX LIVE sowie
System Link (die Xlink Gemeinde wird’s freuen) sind möglich.
Splitscreen sowie einen richtigen Co-op Modus sucht man hingegen
vergeblich.
That’s all
Mit diesem Titel hat Lucas Arts der Serie wieder ein weiteres Highlight
hinzugefügt. Von kleineren Schwächen in der Gegner-KI und dem durchaus
begrenzten Umfang der Singleplayer-Kampagnen abgesehen, bekommt Ihr
hier ein hervorragendes Spiel aus dem Krieg der Sterne Epos. Der
Funfaktor war bei mir über das gesamte Spiel spürbar, weswegen Ihr es
ebenfalls bedenkenlos in Eure Gamesammlung aufnehmen könnt. Für jeden
Star Wars Fan ist das Game schlicht ein Pflichtkauf.
Also kaufen - Marsch Marsch!!
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