|
Überraschenderweise schlüpft ihr im Spiel nicht etwa in die Rolle eines Protagonisten aus dem Film, sondern in eine Spielfigur (deren Aussehen ihr übrigens selbst bestimmt), die weder im Buch noch im Film vorgekommt. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass die Story völlig anders ist. Bei den meisten (wichtigen) Geschehnissen aus dem Film ist man natürlich mit von der Partie. Nur eben aus einem anderen Blickwinkel. Das klingt nicht nur interessant und innovativ, sondern das ist es auch.
Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Die Entwickler haben sich getreu dem Motto „besser gut geklaut als schlecht erfunden“ ordentlich an der berühmten Grand Theft Auto Serie bedient. So lebt man sein Gangsterleben im New York der 40er Jahre aus, nimmt Aufträge an und klaut fahrbare Untersätze. Die Aufträge sind hierbei angenehm atmosphärisch und spannend in Szene gesetzt und zudem auch noch stellenweise sehr abwechslungsreich. So muß man manchmal als Geldeintreiber Angst und Schrecken verbreiten, bösen Jungs eine Tracht Prügel verpassen, oder einfach nur einen Auftragsmord erledigen. Aufgelockert wird das Ganze dann durch nette Zwischensequenzen. Aber nicht alles wurde von GTA geklaut, einige nette Ideen stammen auch von den Entwicklern selbst. Besonders hervorzuheben wäre hier das Kampfsystem. Mit dem rechten Stick könnt ihr die Stärke und Schnelligkeit eures Schlags bestimmen und durch die unterschiedlichen Moves kommt sogar richtig Freude auf. Vor allem die brutalen Finishingmoves haben es in sich! Und auch mit Schusswaffen zeigt sich Der Pate äußerst innovativ und steuert sich sehr angenehm. Die Fahrzeuge steuern sich hingegen etwas enttäuschend und zu arcadelastig, obwohl dem Spieler etwas von „simlulationslastig“ versprochen wurde.
Gespeichert wird übrigens (ähnlich wie bei GTA) in dem Versteck. Der Schwierigkeitsgrad ist angenehm fair, teilweise aber auch knackig. Schade nur, dass die Spiellänge etwas dürftig geraten ist. Schon nach rund 10 Stunden ist man mit dem Story-Mission fertig.
Vor allem in Punkto Technik ist Der Pate ein Sorgenkind. Die Grafik ist absolut altbacken, wirkt farblos und lieblos gestaltet. Einige Figuren sehen zwar ganz ordentlich aus, aber der größte Teil enttäuscht einfach. Vor allem die Animationen sind schwach geraten. Da kann sogar das inzwischen 4 Jahre alte „Mafia“ noch mithalten! Zum Glück ist aber wenigstens der Sound gut gelungen. Der Soundtrack ist ein wahrer Genuss für die Ohren und sorgt für die passende Gangsteratmosphäre. Eine wahre Meisterleistung stellt allerdings die Synchronisation dar. In der englischen Version leihen sogar die Darsteller James Caan, Robert Duvall und der leider verstorbene Marlon Brando dem Spiel ihre Stimme. Leider ist die englische Sprachfassung auf der DVD nicht enthalten, aber auch die deutsche Version weiß zu gefallen. Eigene Musik kann man in dem Spiel leider nicht verwenden, aber das dürfte dank des grandiosen Soundtracks kein Problem sein.
Fazit: Das erhoffte Meisterwerk ist den Entwicklern leider nicht gelungen. Ein gutes Spiel ist Der Pate aber dennoch geworden, nur leider alles andere als herausragend. Die etwas blasse Grafik stellt den größten Kritikpunkt dar und auch das Gameplay zeigt Schwächen. Wer aber dem Genre nicht abgeneigt ist, sollte einen Kauf aber in Erwägung ziehen.
|