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Es gibt ein paar Genres, die beim Launch der neuen XBOX doch sehr ausgeprägt berücksichtigt wurden. Ob man es dabei auf das überwiegend männliche Publikum abgesehen hat, wissen wohl nur die Marketing Strategen. Jedenfalls schlägt Full Auto gleich 2-mal richtig in diese Kerbe. Auf der einen Seite rücksichtslose Raserei mit PS strotzenden Gefährten, die auch noch von einer deutlich ausgeprägten Boardbewaffnung flankiert werden. Tim Taylor ("Hör mal wer da hämmert") würde dabei seiner Begeisterung mit einem ausgeprägten „Wrommmm Wrommmm“ Ausdruck verleihen. Ob das allerdings ein Qualitätsmerkmal darstellt, wagen wir zu bezweifeln.


Wie heißt es immer so schön.. Klischees müssen bedient werden!
So gib einem Mann ne dicke Karre mit wuchtiger Knarre und alles ist Roger. Diese müssen sich auch die Entwickler von Full Auto gedacht haben, bevor sie dieses Game umgesetzten. Autorennen dieses Kalibers gab es in der Vergangenheit immer mal wieder. Das letzte Game dieser Art hatten wir vor nicht all zu langer Zeit aus dem Hause Ubisoft auf dem Tisch. Anfänglich konnte dieses Game auch begeistern, doch kurz danach war es dann auch um den letzten Funken der Begeisterung geschehen. Aber nun sind wir ja eine Konsolengeneration weiter und somit können die Entwickler auch ein wenig tiefer in die technische Trickkiste greifen.

Was ist denn jetzt auf unserem Tisch gelandet?
In Anbetracht der Fakten kann man sich also schon mal von einem herkömmlichen Racer verabschieden. Was bleibt, ist eigentlich kurz auf einen Nenner zu bringen … Action … und die nicht zu knapp. Ohne große Umschweife geht es direkt zur Sache. Jeder einführenden Story hat man sich kurzerhand entledigt, da sie eh zur Nebensache degradiert worden wäre. Etwas schleierhaft ist uns auch die Benennung des so genannten Karrieremodus geblieben. So vermutet man dabei normalerweise doch ein Modus à la NfS Most Wanted, in der man sich vom kleinen Pimp nach oben an die Spitze durchfahren muss.

Fehlanzeige, statt dessen kann man eine Vielzahl von unterschiedlichen Rennen mit eingebetteten destruktiven Aufgaben fahren. Dabei geht es natürlich primär darum, als erster ins Ziel zu kommen und möglichst viel Schaden dabei anzurichten. Das Strickmuster ist also eher einfach gehalten, so dass man die Ziele nicht aus dem Auge verlieren kann. Wie in anderen Racern kann man sich auch hier Medaillen erkämpfen, die den Grad der Erfüllung der eigentlichen Aufgabe widerspiegeln. Abhängig vom Erfolg könnt ihr dann die Pseudokarriere mit immer ausgefalleneren Fahrzeugen fortsetzen. Das sich die Bewaffnung dabei ebenfalls den Fahrzeugen anpasst, sei hier nicht verschwiegen. Je weiter ihr kommt, desto größer wird auch euer Arsenal an Fahrzeugen samt Bewaffnung. Hat man diese einmal in der heimischen Garage geparkt (bildlich gesprochen), so stehen einem dieselben Vehikel auch in den Multiplayermodus via XBOX LIVE zur Verfügung.

Jetzt könnte man meinen, das dieses Game doch relativ platt und öde sein müsste. Weit gefehlt! Es strotzt zwar nicht vor Innovationen, macht aber Spaß und darauf sollte es dem Gamer doch eigentlich ankommen. Wir wissen nicht genau, ob es der alles zerstörende Urinstinkt ist, der in einem geweckt wird. Eines hingegen ist gewiss: Es macht Laune alles in Schutt und Asche zu legen oder zu sehen, wie der Gegner gerade abfackelt, nachdem man ihm ne Salve verpasst hat. Man fährt in der Regel in einem Korso von 8 hoch bewaffneten Fahrzeugen los und versucht jede Chance zu nutzen, den anderen ins Land des Autofriedhofes zu überführen. Dabei gibt es sogar im Singleplayer mehrere Chancen. Hat man seine Fahrkünste überschätzt oder ist einem der gegnerischen Fahrzeuge in die Quere gekommen, so hat man durchaus die Möglichkeit, kurz die Zeitschraube zurück zu drehen, um das nahende Chaos noch mal abzuwenden.

Sind wir in der „Next Generation“ angekommen?
Technisch gesehen wäre ein solches Szenario auf der vergangenen Konsolengeneration in der Qualität nicht machbar gewesen. Der Detailgrad, mit dem Wagen und Umgebung dargestellt werden, ist schon auf einem sehr hohen Niveau. Dadurch, dass in der Stadtumgebung, in der die Rennen ausgetragen werden, quasi alles zu Bruch geht, hat auch eine 360 ordentlich was zu tun. Dabei wird ein Schadensmodell nicht nur auf die Boliden berechnet. Sogar ganze Gebäude, Tankstellen, Denkmäler, Gerüste uvm. können der Verwüstung zum Opfer fallen. In Anbetracht der Feuerkraft der Fahrzeuge ist mit einem solchen Szenario auch durchaus zu rechen. Jeder Bolide hat neben der Primärwaffe, die sich in der Regel auf alles vor der Motorhaube konzentriert, auch eine schusskräftige Zweitbesetzung, um lästige Verfolger ein wenig zu ärgern. Schließlich darf keiner ungestraft auf einen schießen. Wäre doch zu schade, wenn der nicht enden wollende Munitionsnachschub ungenutzt bleibt.

Bei soviel Zerstörung hat natürlich kein Autohersteller seine Zustimmung dazu gegeben, um die Fahrzeuge seiner Marke virtuell zu schrotten. Dennoch kann man die optischen Anleihen zu Originalfahrzeugen nicht wirklich läutern.

Doch bei soviel Chaos kann es durchaus vorkommen, dass ein Rennen mit eigentlich stabil laufender Framerate hier und da mal einbricht. Dennoch tut dieses dem Spielspaß in einem packenden Rennen keinen Abbruch. Einzig und alleine die etwas überzogene Farbgebung des gesamten Games lassen das Spiel nicht natürlich, sondern fast unrealistisch wirken. Okay, man könnte auch behaupten, dass Sega seinem Stil bei Arcaderacern treu geblieben ist. Wirklich realistisch ausgelegt waren sie eigentlich nie. Die Kantenglättung des Games ist übrigens wesentlich besser, als der Vorschautrailer am Anfang vermuten lässt.

Fazit
Auch wenn das Game im Offlinemodus mit rund 6-8 Stunden Spielzeit überschaubar dimensioniert ist, kann der Spielspaß noch fortgesetzt werden. Wie immer heißt dann die Zauberformel „XBOX LIVE“ bei der man sich dann online mit seinen Buddies messen kann. Die Turbolenz, die sich schon im Singleplayer ergibt, lässt sich online noch besser nachempfinden. Plötzlich personifiziert sich der virtuelle Gegner und wenn wir mal ehrlich sind, macht es doch einen heiden Spaß, den Freund von der Straße zu smashen. Alles was bei PGR3 als äußerst unfair betrachtet wird, ist hier Programm. Kann es was Schöneres geben?

Am Ende kann man getrost behaupten, dass der Titel mehr hergibt, als er am Anfang zu sein scheint. Es wird zwar kein Meilenstein in der Videospielgeschichte, aber um etwas Unterhaltung abseits des tristen Alltages zu suchen, ist dieser Titel genau richtig. Also allen Pistensäuen, oder denen die es virtuell werden wollen, sei dieser Titel empfohlen.


Bewertung
Gameplay : 85% Sound : 75% Grafik : 80% Steuerung : 85% Multiplayer : 85%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 11.03.2006      Autor : Oliver Hennig          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Pseudo Interactive
Entwickler : SEGA
Release : 10.02.2006

Player : 1-2
USK Einstufung

ab 12 Jahre
Homepage
Full Auto
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
Titel : Full Auto      Publisher : Pseudo Interactive      Release : 10.02.2006
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