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Was waren das damals für Zeiten, als sich Mario und Sonic um die Krone des Videospielgenres stritten. Beide Helden wurden zu Aushängeschildern ihrer jeweiligen Firmen (Nintendo und SEGA) und revolutionierten mit immer besseren Spielen den Markt. Als das Zeitalter der 3D Spiele anbrach, begann auch eine neue Zeit für unsere beide Helden. Doch wo Mario den Absprung schaffte und Super Mario 64 zu einem der grandiosesten 3D Jump'n Run Titel wurde, konnte Sonic Adventures für die Dreamcast seinen Vorgängern nicht gerecht werden. Es folgten noch weitere Titel mit dem putzigen Igel, doch alle schienen den Sprung in die Welt der dritten Dimension nicht verkraften zu können. Nun schickt sich „Shadow the Hedgehog“ an, den verlorenen Jump'n Run Thron zurückzuerobern.




Kaum hat man den Silberling in die Konsole eingesteckt, erwarten den Spieler ein bombastisches Intro, das seinesgleichen sucht. In Atemberaubend schönen und zugleich sehr düsteren Rendersequenzen wird uns Hedgehog vorgestellt, der sein Gedächtnis verloren hat. Er kann sich vage daran erinnern, dass seine Freundin Maria ermordet wurde, doch dann verblassen seine Erinnerungen auch schon. Er weiß weder wer er ist, noch wo er herkommt. Während er in Gedanken versunken ist, bricht plötzlich ein Krieg los und Aliens zerstören alles in ihrem Pfad. Zu allem Überfluss erscheint auch ein unheimliches Wesen, das Shadow damit beauftrag die sieben Chaos Emeralds zu finden. Sollte er dies schaffen, so erhofft sich Shadow, würde er mehr über sich und seine Vergangenheit erfahren.


Nach diesem schönen Intro freut man sich richtig und kann es kaum erwarten, dass das Spiel endlich beginnt. Nur leider kann das Spiel nicht das halten, was das Intro verspricht. Zuerst fällt einem die Grafik auf. Sie ist polygonarm, die Texturen sind verwaschen und die Effekte wirken nicht sehr spektakulär. Dies alles könnte man ja vielleicht noch verschmerzen, denn Grafik ist bei einem guten Spiel bekanntlich ja nicht alles. Doch leider versagt auch die Steuerung des Spiels. Shadow lässt sich nur äußerst schwammig steuern und reagiert zu träge auf Knopfdrücke.


Dennoch bietet das Spiel alles, was das Herz jedes Sonicfans höher schlagen lässt: Rasante Geschwindigkeiten, Loopings und die beliebten Korkenzieher. Doch diese sind teilweise gescripted, sodass man für ein paar Sekunden nur dabei zusehen kann, wie sich unser Held durch die Spiellandschaft bewegt, ohne dass man selbst irgendwie eingreifen kann.


Während des Spiels hat man die Möglichkeit sich für die gute oder böse Seite zu entscheiden. Erfüllt man die Aufträge der Aliens, so rast man unwiederbringlich einen dunklen Pfad entlang. Hilft man dagegen Sonic und seinen Freunden, so kann man das drohende Unheil doch noch abwenden. Das hört sich eigentlich gut an. Doch dank der Steuerung und dem absolut verkorksten Lelveldesign sammelt man unfreiwillig Puzzleteile für die andere Seite an. Man erfüllt Missionsziele der Fraktion, mit der man eigentlich nichts zu tun haben möchte, was eine gezielte Entscheidung für eine Seite zu spielen so gut wie überflüssig macht.


Das größte Zugpferd um die Werbekampagne zu „Schadow the Hedgehog“ war die Möglichkeit Waffen zu verwenden. Shadow kann Pistolen abfeuern, riesige Säbel schwingen oder gar Bazookas abfeuern. Leider gibt es keine Möglichkeit einen Gegner auf gängige Videospielmanier anzuvisieren und so dem Übeltäter den Garaus zu machen. So ballert man ziemlich hilflos in der Gegend rum und trifft mehr oder minder nur durch Zufall oder große Streuung.


Die Spiele rund um Sonic leben von Geschwindigkeit. „Schadow the Hedgehog“ bildet da keine Ausnahme. Doch wenn das Spiel endlich mal Fahrt aufnimmt, wird man meistens gleich wieder gestoppt, weil man in einen Gegner oder in eines der vielen ungeschickt (überflüssigen) Hindernisse rast und Shadow zahlreiche der mühsam eingesammelten Ringe verliert. Die Motivation entschwindet eindeutig zugunsten des Frustfaktors.


Der Sound ist gelungen, es scheppert ordentlich aus den Boxen. Sämtliche Hauptcharaktere sind erfreulicherweise vertont. Die Sounds der Effekte und Waffen bieten den üblichen Standard. Einzig die Rockmusik, strapaziert die Nerven nach einiger Zeit doch etwas.



Fazit:
Obwohl das Spiel über 20 Level beinhaltet, die mit düsteren Städten, Lava und Wäldern eigentlich alles bietet, werden wohl nur die treuesten Sonicfans jemals das Ende des Spiels sehen, denn alle anderen schalten das Spiel leider vorher ab. Das ist schade, denn gerade durch die verbundene Story mit Sonic Heroes wird eine spannende Geschichte erzählt.


Dass die Grafik dabei veraltet erscheint, ist nicht so schlimm. Doch die Steuerung und eine Kamera, die oft alles Mögliche einfängt, nur nicht das Spielgeschehen, sind der Untergang für ein Spiel. SEGA muss aufpassen das die Marke Sonic nicht weiter in der Belanglosigkeit abfallen wird. Gerade das grandiose Intro hat viel versprochen und nichts gehalten. Es zeigt mal wieder, dass es nicht auf den äußeren Schein ankommt, sondern auf das was im Inneren eines Videospiels nicht fehlen darf. Der Verlust der Spielbarkeit ist der Tod eines Games!
 Facts
Publisher : SEGAUSK : 12
Entwickler : SEGARelease-Date : 18.11.2005
Global Sound/Bild Steuerung XBOX-Live
Offline Players1-2
Systemlink-
Xbox ExklusivNein
THX Sound-
Dolby 5.15.1
TV-Format-
Lenkrad-
Arcade Stick-
Light Gun-
Online Multiplayer-
Content DownloadsNein
  


Bewertung
Gameplay : 65% Sound : 70% Grafik : 65% Steuerung : 60% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 24.12.2005      Autor : Sebastian Päpke          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
PACKSHOT
         
         
         
         
         
         
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