Kaum
hat man den Silberling in die Konsole eingesteckt, erwarten den Spieler ein
bombastisches Intro, das seinesgleichen sucht. In Atemberaubend schönen und
zugleich sehr düsteren Rendersequenzen wird uns Hedgehog vorgestellt, der sein
Gedächtnis verloren hat. Er kann sich vage daran erinnern, dass seine Freundin
Maria ermordet wurde, doch dann verblassen seine Erinnerungen auch schon. Er
weiß weder wer er ist, noch wo er herkommt. Während er in Gedanken versunken
ist, bricht plötzlich ein Krieg los und Aliens zerstören alles in ihrem Pfad. Zu
allem Überfluss erscheint auch ein unheimliches Wesen, das Shadow damit
beauftrag die sieben Chaos Emeralds zu finden. Sollte er dies schaffen, so
erhofft sich Shadow, würde er mehr über sich und seine Vergangenheit
erfahren.
Nach diesem schönen Intro freut man sich richtig und kann es
kaum erwarten, dass das Spiel endlich beginnt. Nur leider kann das Spiel nicht
das halten, was das Intro verspricht. Zuerst fällt einem die Grafik auf. Sie ist
polygonarm, die Texturen sind verwaschen und die Effekte wirken nicht sehr
spektakulär. Dies alles könnte man ja vielleicht noch verschmerzen, denn Grafik
ist bei einem guten Spiel bekanntlich ja nicht alles. Doch leider versagt auch
die Steuerung des Spiels. Shadow lässt sich nur äußerst schwammig steuern und
reagiert zu träge auf Knopfdrücke.
Dennoch bietet das Spiel alles, was
das Herz jedes Sonicfans höher schlagen lässt: Rasante Geschwindigkeiten,
Loopings und die beliebten Korkenzieher. Doch diese sind teilweise gescripted,
sodass man für ein paar Sekunden nur dabei zusehen kann, wie sich unser Held
durch die Spiellandschaft bewegt, ohne dass man selbst irgendwie eingreifen
kann.
Während des Spiels hat man die Möglichkeit sich für die gute oder
böse Seite zu entscheiden. Erfüllt man die Aufträge der Aliens, so rast man
unwiederbringlich einen dunklen Pfad entlang. Hilft man dagegen Sonic und seinen
Freunden, so kann man das drohende Unheil doch noch abwenden. Das hört sich
eigentlich gut an. Doch dank der Steuerung und dem absolut verkorksten
Lelveldesign sammelt man unfreiwillig Puzzleteile für die andere Seite an. Man
erfüllt Missionsziele der Fraktion, mit der man eigentlich nichts zu tun haben
möchte, was eine gezielte Entscheidung für eine Seite zu spielen so gut wie
überflüssig macht.
Das größte Zugpferd um die Werbekampagne zu „Schadow
the Hedgehog“ war die Möglichkeit Waffen zu verwenden. Shadow kann Pistolen
abfeuern, riesige Säbel schwingen oder gar Bazookas abfeuern. Leider gibt es
keine Möglichkeit einen Gegner auf gängige Videospielmanier anzuvisieren und so
dem Übeltäter den Garaus zu machen. So ballert man ziemlich hilflos in der
Gegend rum und trifft mehr oder minder nur durch Zufall oder große Streuung.
Die Spiele rund um Sonic leben von Geschwindigkeit. „Schadow the
Hedgehog“ bildet da keine Ausnahme. Doch wenn das Spiel endlich mal Fahrt
aufnimmt, wird man meistens gleich wieder gestoppt, weil man in einen Gegner
oder in eines der vielen ungeschickt (überflüssigen) Hindernisse rast und Shadow
zahlreiche der mühsam eingesammelten Ringe verliert. Die Motivation entschwindet
eindeutig zugunsten des Frustfaktors.
Der Sound ist gelungen, es
scheppert ordentlich aus den Boxen. Sämtliche Hauptcharaktere sind
erfreulicherweise vertont. Die Sounds der Effekte und Waffen bieten den üblichen
Standard. Einzig die Rockmusik, strapaziert die Nerven nach einiger Zeit doch
etwas.
Fazit: Obwohl das Spiel über 20 Level beinhaltet, die mit
düsteren Städten, Lava und Wäldern eigentlich alles bietet, werden wohl nur die
treuesten Sonicfans jemals das Ende des Spiels sehen, denn alle anderen schalten
das Spiel leider vorher ab. Das ist schade, denn gerade durch die verbundene
Story mit Sonic Heroes wird eine spannende Geschichte erzählt.
Dass die
Grafik dabei veraltet erscheint, ist nicht so schlimm. Doch die Steuerung und
eine Kamera, die oft alles Mögliche einfängt, nur nicht das Spielgeschehen, sind
der Untergang für ein Spiel. SEGA muss aufpassen das die Marke Sonic nicht
weiter in der Belanglosigkeit abfallen wird. Gerade das grandiose Intro hat viel
versprochen und nichts gehalten. Es zeigt mal wieder, dass es nicht auf den
äußeren Schein ankommt, sondern auf das was im Inneren eines Videospiels nicht
fehlen darf. Der Verlust der Spielbarkeit ist der Tod eines Games!
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