Auch wenn bei solchen Spielen die Fights im Mittelpunkt stehen, dreht sich hier in der fiktiven Story alles um die Organisation DOATEC. Von verschiedenen Seiten wird hier um die Macht gekämpft. Auf der einen Seite ist Helena, verwaiste Tochter von Firmengründer Fame Douglas, die Rache geschworen hat und die Präsidentschaft bei DOATEC übernimmt, nachdem Vater und Mutter tödliche Opfer konspirativer Machenschaften geworden sind. Dabei muss sie auf den wahren Machthaber bei DOATEC Prof. Victor Donovan aufpassen, der sich eine menschliche Waffe mit dem Codenamen Alpha-152 konstruiert. Andererseits gibt es noch den Mugen Tenshin Clan mit seinem Anführer Hayate mit dem Ziel DOATEC zu vernichten.
Kenner der älteren Dead or Alive Ausgaben finden sofort ihre Lieblingscharaktere wieder. Zu den bereits bekannten Helden kommen neue wie z.B. Eliot, ein Schüler des freispielbaren Gen Fu dazu. Neben den sechzehn direkt anwählbaren und mit verschiedenen Kostümen ausgestatteten Spielfiguren können weitere sechs – darunter auch der Masterchief aus Halo in Story- und Time Attack- Modus frei gespielt werden. Wie bereits in den vorangegangenen Dead or Alive Folgen wurde auch diesmal wieder auf die weiblichen Charaktere besonderes Augenmerk gelegt. Entsprechend enden die Kamerafahrten nach einem gewonnen Kampf nicht zufällig an den wohlgeformten und je nach Charakter teilweise leicht bekleideten Körperstellen der Kämpferinnen.
Auch die großzügig und liebevoll angelegten Arenen wurden neu gestaltet. Kämpfe können je nach Schauplatz über mehrere Ebenen stattfinden. Satte Treffer befördern den Gegner nicht selten in ein tiefer gelegenes Areal, wo der Kampf weitergeführt wird. Während des Falls merkt man z.B. beim Herunterfallen auf einer Treppe an der Vibration des Controllers, dass der Lebensbalken deutlich abnimmt. Mit einem Hechtsprung folgt der Angreifer sofort hinterher. Nur mühsam kann sich der in die Defensive geratene befreien und zum Gegenschlag ausholen.
Das Kampfsystem wurde überarbeitet. Die Geschwindigkeit des Spiels ist wie gewohnt hoch. Wildes drauf rum hämmern auf die Buttons des Controllers bringen einem hier nicht langfristig weiter. Der Schwierigkeitsgrad ist selbst unter der Auswahl „Normal“ schon nicht ohne. Schläge, Tritte und Würfe müssen erst einmal durch viel Übung erlernt werden, um durch richtige Kombinationen dann zu einer Combo Reihe auszuholen. Insgesamt sind die Stärken und Schwächen der einzelnen Spielfiguren ausgewogen.
Zur Übung bietet sich der „Sparring“ Modus an. In diesem Modus können nun alle Schläge, Tritte und Combos des gewählten Kämpfers einstudiert werden. Dabei kommt es nicht nur auf die richtige Reihenfolge der zeitgleich dargestellten Aktionen an, sondern auch auf das richtige Timing beim Auslösen der Aktionen.
Kern des Spiels ist aber nach wie vor der eigentliche „Story“ Modus, wo die Geschichte von DOATEC fortgeführt wird. Hier wird für jeden Kämpfer über acht Fights die Story in Form von kurzen Cut-Szenen zwischen einigen Kämpfen weiter erzählt. Als jeweils letzter zu bezwingender Gegner winken dann z.B. der freizuspielende Gen Fu oder die menschliche Waffe Alpha-152. Da sich diese teilweise in Luft auflöst und an anderer Stelle dann wieder auftaucht ist hier gutes Geschick zum Besiegen nötig, denn der Computergegner agiert hier doch teilweise sehr unfair. Dafür wird man je nach gewähltem Charakter im Anschluß mit neuen Outfits oder weiteren Charakteren versorgt.
Im „Survival“ Modus wird solange gegen verschiedene Computergegner gekämpft, bis der eigene Lebensenergiebalken aufgebraucht ist. Fairerweise erholt sich die Gesundheit nach jeder Runde wieder um einen bestimmten Wert. In Abhängigkeit von der benötigten Rundenzeit gibt es hier Punkte, die sich zudem durch das Aufsammeln von Goodies noch aufwerten lassen.
Der „Time Attack“ Modus dient dazu, in möglichst kurzer Zeit im Ein- oder Mehrspielermodus eine bestimmte Anzahl von Kämpfen zu absolvieren.
Im „Versus“ Modus können entweder zwei oder abwechselnd insgesamt vier Spieler gegeneinander antreten. Grundsätzlich ist hier ein Kampf immer nach zwei für eine Seite gewonnenen Kämpfe vorüber.
Online ist Dead or Alive 4 mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Je nach Spielmodus können zwischen zwei bis sechzehn Spieler nacheinander mitspielen. Doch leider trüben online auftretende Ruckelorgien den Spielspaß. Hier bleibt zu hoffen, dass der angekündigte Patch für Abhilfe sorgt.
Next Generation Optik ?
Von der technischen Seite aus betrachtet sieht man, dass es sich um einen optisch ansprechenden Titel handelt. Die Grafik ist auch ohne HDTV eine Augenweide, denn selbst auf normalen TV-Röhren sieht es nicht schlecht aus. Doch Vorsicht: Besitzer von älteren Fernsehern, die nur 50 Hz vertragen, schauen hier sprichwörtlich in die Selbige. Das Game läuft nur auf 60 Hz. Vergleicht man allerdings die aktuelle Dead or Alive Fassung mit dem sehr guten optischen Launch Titel Dead or Alive 3 auf der alten XBox, hätte der Unterschied doch höher ausfallen müssen, um den Ansprüchen von Next Generation zu genügen.
Die Charaktere sind alle sehr detailliert ausgefallen. Einzelne Haare wehen im Wind. Die Bewegungen sind sehr geschmeidig und lassen die Umhänge der Kostüme physikalisch korrekt umherwehen. Auch sonst sind die Kostüme größtenteils immer passend zu den Charakteren gestylt. Allerdings beschränken sich die neuen Outfits teilweise nur in geänderten Farben. Hier wäre bestimmt mehr machbar gewesen.
Die meisten Arenen warten wie anfangs bereits erwähnt mit vielen Details auf. So z.B. ist ein Schauplatz mitten im afrikanischen Nationalpark mit animierten wilden Tieren angelegt, während ein anderer mitten auf einer viel befahrenen Straße in Las Vegas angelegt ist. Zu den großflächig angelegten Kampfschauplätzen gesellen sich auch kleinere, wo die Kämpfe nur in einem Ring stattfinden.
Der Sound hebt sich nicht besonders gegenüber früheren Versionen ab. Zur passenden Hintergrundmusik heizen sich die Fighter vor einem Kampf, leider nur in japanischer Sprache, auf. Es werden hier zwar deutsche Untertitel eingeblendet, eine Synchronisierung ins Deutsche oder Englische wäre aber aufgrund der doch nur spärlich eingesetzten Dialoge zu bewältigen gewesen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte der Bug in der Speicherverwaltung des Spiels. Das Spiel darf derzeit erst zwingend nach dem Booten der Konsole eingelegt werden. Anderenfalls würden sonst die mühsam erspielten Spielstände von Dead or Alive überschrieben werden. Auch hier kann man nur hoffen, dass dies im angekündigten Patch behoben wird.
Fazit:
Für die neue XBox 360 liegt die Erwartungshaltung bei den Games naturgemäß ziemlich hoch. Schließlich muss sich der nicht ganz billige Spaß der neuen Konsole auch lohnen. Dead or Alive 4 ist auch ohne derzeitige Prügelkonkurrenz auf der XBox 360 nicht nur für Fans des Genres, sondern insgesamt empfehlenswert. Langzeitmotivation kommt besonders nach Freispielen aller Charaktere und Kostüme im Zweispielermodus auf. Der Online Modus ist noch stark verbesserungswürdig und lässt auf den Patch hoffen. In punkto Grafik lässt die XBox 360 hier schon gut die Muskeln spielen. Der Schwierigkeitsgrad hätte aber ab und an gerade für Einsteiger etwas moderater ausfallen können.
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