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Man schlüpft in die Rolle des Marines Matthew Kayne und bereist den
Heimatplaneten der Stroggs um deren Anführer zu eliminieren. Das klingt
nicht nur ziemlich klischeehaft, sondern ist es auch. Aber schließlich
ist Quake 4 ein waschechter Oldschool-Shooter, der daraus keinen Hehl
macht. Hier kommt es einzig allein auf die Action an und die ist mehr
als ausreichend vorhanden.
Es macht einfach Spaß sich mit den vielen (unterschiedlichen) Waffen
durch die Gegnermengen zu ballern. Vor allem weil sich Quake 4 so
angenehm schnell spielt und sich perfekt steuern lässt. Alleine seid
ist man übrigens nicht, denn als Mitglied eines Squads wird man
meistens auch von anderen Marines begleitet. Die Missionsziele sind
nicht sonderlich innovativ, dafür aber bombastisch im wahrsten Sinne
der Wortes. So muss man meistens nur irgendwelche Kameraden suchen und
beschützen oder irgendwas in die Luft jagen. Man hat auch erstmals die
Wahl andere Gefährte wie Panzer und Roboter in den riesigen
Außenarealen zu führen. Allerdings sind diese Abschnitte auch eher
langweilig und nervig. Glücklicherweise sind sie auch nur selten
vorhanden.
Wirklich Spaß macht es eben nur in den dunklen Innenlevels. Diese kann
man durch das geschickt inszenierte Leveldesign wirklich mehr als
gelungen bezeichnen. Ab und zukommt einem (wie in dem ein oder anderen
Videospiel) natürlich auch mal ein Endgegnern in die Quere. Diese sehen
teilweise sehr Furcht einflößend aus, sind aber ziemlich leicht zu
besiegen, da hier taktisches Vorgehen ein absolutes Fremdwort ist. Was
aber nicht heißen soll, dass der Schwierigkeitsgrad zu niedrig
angesetzt ist. Im Gegenteil, hier ist für jeden etwas dabei, egal ob
Anfänger oder erfahrener Kenner der Reihe.
Die Entwickler versprachen dass die XBOX 360 Fassung der PC Version
grafisch in nichts nach stehen wird. Leider konnte das Versprechen
nicht so ganz eingehalten werden. Quake 4 ist zwar auf der 360 ein
optisch sehr ansehnliches Spiel, aber einigen Texturen und Effekte
sehen auf dem PC einfach besser aus. Doch das wäre nicht weiter
ärgerlich wenn es nicht so oft zu Einbrüchen der Framerate kommen
würde. Vor allem in der zweiten Hälfte des Spiels ruckelt es des
Öfteren mal. Man könnte meinen das den Entwicklern am Ende die Zeit für
das Feintuning ausging. Die Deadline zum Launch kam wohl zu etwas früh,
jedenfalls dafür um das Spiel noch zu optimieren. Aber zum Glück
beeinflusst dieses Problem nicht den Spielspaß.
Wirklich unschön hingegen sind die richtig kargen Außenlevel, die ganz
und gar nicht die Ansprüche einer Next Generation Optik erfüllen. Beim
Sound schaut das zum Glück etwas anders aus. Der Surround Sound mit
fettem Bass lässt es ordentlich krachen und sorgt für Bomben Stimmung!
Lobenswert ist auch die Synchronisation. Diese ist nicht nur absolut
lippensynchron, sondern auch sehr passend auf den Mund komponiert.
Einige (mehr oder weniger bekannte) Prominente haben dem Spiel ihre
Stimme verliehen, z.B der schwedische Schauspieler Peter Stormare, den
man vielleicht aus Armageddon oder Fargo kennt.
Wenden wir uns doch mal dem wichtigsten Punkt zu: dem Multiplayer
Modus. Quake setzte in diesem Bereich Maßstäbe und dementsprechend
erwartet man auch beim vierten Teil eine gelungene Umsetzung. Offline
geht es hier lediglich via Systemlink zur Sache und auf einen
Splitscreenmodus hat man gleich ganz verzichtet. Dafür legt das Spiel
aber Online so richtig los! Man kann zwar nur mit bis zu acht Spielern
zocken, dafür macht es aber jede Menge Spaß! Die üblichen Spielmodi wie
Deathmatch, Teamdeathmatch, Capture the Flag, Tourney und Area Capture
the Flag sind natürlich mit von der Partie. Doch leider läuft hier
nicht alles fehlerfrei ab, denn des Öfteren kommt es zu Lags oder gar
zu Abstürzen. Außerdem haben die Hosts einen leichten Vorteil im
Spielgeschehen und die Vermittlung zu anderen Spielen dauert manchmal
einfach viel zu lang. Hoffen wir doch mal, dass diese Fehler behoben
werden.
Unterschiede: Quake 4 Deutschland vs. Rest der Welt
Wir Deutsche sind es ja schon gewohnt, dass wir bei Egoshootern ein
klein wenig anders behandelt werden. Auch Quake 4 hat es schwer
getroffen. Das Spiel fiel nicht nur der Schere zum Opfer, sondern kommt
auch ohne die Bonus-DVD daher. Auf dieser befindet sich nämlich das in
Deutschland indizierte Quake 2 (mit Systemlink und Splitscreensupport!)
sowie einige höchst interessante Interviews und Trailer.
Leider haben deutsche Quake 4 Spieler auch im Internet einen Nachteil,
denn mit der deutschen Version kann man Online nur mit Besitzern dieser
Fassung spielen. Gegen Engländer, Amerikaner oder Japaner kann man
leider nicht antreten. Das dürfte auch der Grund sein wieso die meisten
deutschen Onlinespieler zur ausländischen Variante greifen, die man
allerdings erst ab 18 und als Import erwerben kann.
Vorteil hingegen ist das das Spiel nun öffentlich beworben werden darf
und auf öffentlichen LAN Partys gespielt werden kann. Jetzt könnte sich
auch eine deutsche Quake eSports Szene etablieren, welches zuvor nicht
möglich war, da kein Contest in Deutschland ausgerichtet werden durfte.
Fazit:
Quake 4 hat einfach alles, was ein guter Shooter braucht: eine hübsche
Optik, geniale Steuerung, tolles Leveldesign und spaßige Onlinematches.
Da sieht man auch gerne über die selten auftauchenden Ruckler hinweg!
Wer mal wieder richtig Lust auf einen actionreichen Oldschool Shooter
hat, sollte sich dieses Spiel unbedingt einmal anschauen!
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