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Die Story des Spiels ist schnell erzählt: Als Colton White ist man auf einem Rachefeldzug unterwegs, denn sein Vater wurde bei einem Hinterhalt getötet. Das Ziel ist es nun die Verantworlichen zu finden und an ihnen Vergeltung zu üben. Dabei geht Colton ohne jegliche Gnade vor, was soviel heißt, dass es bei GUN nicht gerade zart besaitet zur Sache geht. Dies gilt sowohl für die Story als auch für das Gameplay.
Deutsche Spieler müssen sich aus diesen Gründen mit einer beschnittenen Version zufrieden geben, in welcher einem vernichtende Kopfschüsse sowie riesige Sauerreien durch Blutfontänen vorenthalten werden. Oder man legt sich das Spiel als Import zu. Wie immer gilt aber auch hier: brutalität ist nicht alles und darum geht es bei GUN eigentlich auch gar nicht. Viel mehr dreht es sich um den Flare des kalten, wilden Westen einzufangen und möglichst gut wiederzugeben. Wie sagt der Werbespruch: Erlebe, wie wild der Westen wirklich war...
Einsamer Cowboy Ist man zu Beginn noch zusammen mit seinem Vater auf der Jagd unterwegs, wird man schnell in Erfahrung bringen, wie es ist bis auf sein Pferd allein durch den Westen zu reiten. Dieses stellt Coltons treuesten Wegbegleiter dar - zur Fortbewegung ist es unverzichtbar. Außerdem kann man es zum Zertrampeln feindlich Gesinnter nutzen und über Hindernisse wie Baumstämme und Flüsse springten. Ganz allein ist man allerdings nie, denn auf den Streifzügen wird man des öfteren hinterrücks von Banditen überfallen.
Während den Missionen wird man meistens noch von einigen anderen Cowboys begleitet und arbeitet mit diesen zusammen, um zum Beispiel Apachen auseinander zu nehmen, Züge zu überfallen oder Kameraden zu befreien. Wobei wir auch schon beim Missionsdesign gelandet sind: dieses erweist als äußerst umfang- und abwechslungsreich. So muss man schon mal ein paar Arbeiter durch Horden von wilden Apachen führen, anschließend eine Kutsche eskortieren, für diese unterwegs einen Tunnel freisprengen, weitere Apachen während der Fahrt vom Dach der Kutsche ausschalten und zum Schluss noch ein letztes mal die Stellung halten. Neben den Hauptmissionen gibt es aber auch noch etliche Nebenmissionen.
Ist man nach dem Tutorial in Dodge City angelangt, kann man bereits erste dieser Nebenmissionen annehmen. Durch diese lässt sich nicht zuletzt noch etwas Taschengled dazu verdienen, auch die Statuswerte können aufgebessert werden. Mit dem dazuverdienten Geld kann man sich bei den örtlichen Händlern unter anderem mit mehr Lebensenergie, Spitzhacken zum Goldabbau und Waffen Tune-Ups ausrüsten. Letztere erweisen sich als äußerst nützlich, denn die Gegner werden im Laufe des Spiels nicht nur raffinierter, sondern können auch noch deutlich mehr Treffer vertragen.
Technik im wilden Westen Was GUN etwas die Luft rauslässt ins ganz klar die unangemessene Technik. Das Spiel sieht aus als würde es direkt von der Playtation 2 stammen und wirkt auf der Xbox 360 damit völlig fehl am Platz. Die Szenarien wirken zwar immernoch recht schön gestaltet, größten Teils aber einfach Detail- und Polygonarm. Gleiches gilt für die Charaktere. Schlichte Texturen lassen dazu so einiges leb- und lieblos erscheinen.
Erfreudig dagegen ist die große Bewegungsfreiheit die man spendiert bekommt. Hier hat sich Neversoft wohl etwas mehr an Tony Hawk's Amercian Wasteland orientiert. Ganz im Stil davon kann man sich nämlich zu jeder Zeit in jedes Areal begeben und das völlig ohne Ladezeiten. Diese treten lediglich beim Start des Spiels sowie bei Beginn und Ende von Missionen auf.
Klang der Sporen Akustisch sieht das zum Glück schon etwas anders aus. Dank Dolby Digital fliegen die Kugeln oder gallopieren die Pferde einem nicht nur von links nach rechts, sondern aus allen Himmelsrichtugen entgegen. Der passende Soundtrack sorgt für das nötige Wild-West-Feeling.Bei der Synchronisation ist man bei den englischen Sprechern geblieben und hat deusche Untertitel darunter gesetzt. Dank dieser bleiben auch Spieler, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, nicht auf der Strecke und können die Story gut mitverfolgen.
Schneller als sein Schatten... ... zieht Colton seinen Revolver zwar nicht gerade, dafür ist GUN aber ebenso schnell durchgespielt. Spieler die nach Langzeitmotivation suchen sind hier leider völlig fehl am Platz. Geübtere werden den Titel bereits nach ca. acht Stunden durchgespielt haben und den Abspann zu Gesicht bekommen. Nebenmissionen mit inbegriffen. Fans des wilden Westens sollten dem Titel aber dennoch eine Chance geben: Dank des guten Soundtracks und des tollen Missionsdesigns sorgt GUN für einige unterhaltsame Spielstunden die einen wirklich in den wilden Westen versetzen.
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