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Für eine Handvoll Blutkonserven Es gibt so Tage, an denen einfach alles schief geht. Der gesetzlose Jericho kann davon ein Liedchen singen: eines nachts will er wie üblich einen Zug überfallen und kommt auch trotz seltsamer Untoter vor den rollenden Tresor. Als er diesen sprengt, findet er in dem Kasten keine Reichtümer, stattdessen befreit er unfreiwillig den Obervampir Lazarus, der ihn dankenswerterweise auch noch gleich beißt.
Immerhin trifft Jericho während dieses glückslosen Überfalls auf eine Schönheit aus dem Darkwatch Team . Es handelt sich bei Darkwatch um mutige Sheriffs, Westernhelden und Cowgirls, die selbstlos den Wesen der Nacht entgegenstehen. Jericho muss in das Hauptquartier der Darkwatch fliehen und schließt sich der Truppe an, die ihm hilft, seinen Wandel zum Vampir in den Griff zu bekommen. Natürlich gibt es aber auch Leute bei Darkwatch, die nicht gerade begeistert darüber sind, dass ein halber Blutsauger plötzlich der neue Star im Team ist.
The Good, the Bad and the Vampire Auch wenn die Story nicht wahnsinnig spannend ist, gefällt das Setting von Darkwatch. Den Mix aus Western und Vampir-Welt mit einem kräftigen Schuss Fantasy sieht man schließlich nicht alle Tage. Hinter dem Howdy-Blutschlabber-Abenteuer verbirgt sich allerdings ein typischer Ego-Shooter, in dem ihr zur Abwechslung mal keine Terroristen ausknipst, sondern allerlei Horror-Gestalten aufs Korn nehmt.
So ballert ihr unter anderem auf modrige Revolverhelden, herumschwebende Saloondamen, knochige Meuchelmörder, Schwert schwingende Henker, erkaltete Scharfschützen und aus den ewigen Jagdgründen zurückgekehrte Rothäute. Dabei kommen typische Totmacher wie Revolver, doppelte Kanonen, Gewehre, Sniperguns, Raketenwerfer, Dynamit-Stangen und sogar eine Armbrust mit explosiven Pfeilen zum Einsatz – das ist zum Teil zwar nicht ganz Western-konform, aber Darkwatch nimmt das nicht so genau. Schließlich musste sich Clint Eastwood ja auch nie mit Vampiren herumschlagen.
Da die Untoten massig Schüsse einstecken und ihr nur zwei Wummen zugleich mit euch herumtragen dürft, kann es schon mal vorkommen, dass euch die Munition ausgeht. Dann hilft es nur noch, mit dem Gewehrkolben zuzuschlagen, Granaten einzusetzen oder eine herumliegende Waffe aufzusammeln. Clevere Spieler zielen hingegen auf die Köpfe oder sonstigen Gliedmaßen der Feinde, was aufgrund der fehlenden Autoaim-Funktion gar nicht so einfach ist. Die ansonsten gelungene Steuerung ist beim Zielen fast schon zu sensibel, sodass pixelgenaues Zielen zur Qual wird.
Trotz dieses Mankos macht die Darkwatch-Ballerei Spaß. Anstatt auf Stealth-Elemente oder Rätsel-Einlagen zu setzen, steht bei dem Grusel-Western Nonstop-Action im Vordergrund, die fast etwas an Serious Sam erinnert. Das liegt nicht zuletzt auch am Leveldesign: Oft lauft ihr einfach durch unspektakuläre Gänge oder seid in einem Raum gefangen, wo unzählige plötzlich auftauchende Feinde besiegt werden wollen. Sind alle Monster ausgeknipst, dürft ihr weiter.
Leider ist dieses simplizistische Leveldesign-Prinzip aber arg blutarm für einen modernen Shooter – etwas mehr Kreativität seitens der Entwickler hätte schon sein dürfen. Immerhin werden die Shoot-outs durch eine aggressive Gegner-KI versüßt. Die modrigen Gesellen können euch selbst über mehrere Plattformen hinweg verfolgen, zielen sogar auf weite Distanz ganz vorzüglich und beharken euch aus der Nähe mit Nahkampfattacken. Leider ist die Anzahl an unterschiedlichen Gegnern sehr eingeschränkt und auch Bosse machen sich rar.
Für etwas Abwechslung sorgen hingegen Abschnitte, in denen Jericho beispielsweise auf einem fahrenden Zug kämpft, auf einem Pferd reitend die Prärie unsicher macht oder mit einer Art Panzer durch das Feindesland tuckert.
Etwas Vampir-Atmosphäre kommt außerdem durch die Extra-Fähigkeiten des Anti-Helden auf: im Dunkeln könnt ihr doppelt so hoch springen, verfügt über regenerierbare Energie und könnt spezielle Angriffe einsetzen, die ihr nach und nach erlernt. Dies geschieht in Form von guten oder schlechten Vampir-Taten – die Wahl beeinflusst die zu erlernenden Vampir-Fähigkeiten.
Leider kann ich zum Multiplayermodus wenig sagen, da es mangels Spieler nicht möglich war ihn auszuprobieren. Ich beschränke mich deshalb auf eine Beschreibung der Multiplayerarten. Zunächsteinmal könnt ihr die ganze Geschichte per Splitscreen im wahrsten Sinne des Wortes in Angriff nehmen.
Dann gibt es noch das klassische Deathmatch, in dem es einfach darum geht die meisten Kills und die wenigsten Tode zu kassieren. Diese Spielvariante kann auch im Team genossen werden (Team-Deathmatch). Als Bonbon könnte sich das Capture the Flag Spiel entpuppen, denn einem gegnerischen Team etwas zu klauen macht ja bekanntlich richtig Laune...
Eine echte Besonderheit ist die Seelenjägervariante: hier gilt es so schnell wie möglich "Blutwolken" zu sammeln. Wer als erster seine Blutleiste voll hat, darf sich Seelenjäger schimpfen. Auch das Seelenjägerspiel kann im Team gespielt werden.
Fazit: Wer auf düstere Ballerei und ein wenig Blutsaugen steht ist bei Darkwatch genau richtig.
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