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In Brothers in Arms: Earned in Blood schlüpft der Spieler in die Rolle von Sgt. Joe Hartsock (auch "Red" genannt). Dass im Krieg meistens alles anders kommt als erwartet, erfährt Joe gleich zu Beginn des Spiels am eigenen Leib. Ein einfach geglaubter Absprung über Frankreich wird im Hagel der deutschen Flak zu einem Fiasko und so muss Joe die Überlebenden seines Teams zusammensuchen und sich gleichzeitig deutscher Spähtrupps gegenüberstellen. Gleich von Anfang an wollen feindliche Flakstellungen ausgeschaltet und deutsche Konvois vernichtet werden. Dabei bewegt man Joe und sein Team auf leider nur scheinbar freien Karten, denn allzu oft sind diese durch Zäune, Mauern und riesige Hecken begrenzt und somit doch recht Linear gestaltet. Doch diese Kartenbegrenzungen passen dabei, bis auf die Hecken, gut in das Gesamtbild der Landschaft, wirken fast nie deplatziert und waren ehrlich gesagt in keinem anderen Spiel bisher so schön. Das Spiel schafft es hervorragend, dass sich der Spieler in die Rolle des Joe Hartsock hineinversetzt, und so ist es sehr schmerzlich, wenn einer der Teamkameraden im Feuer deutscher Heckenschützen den Tod findet. Die KI der Gegner ist dabei brillant gelungen. Statt einfach nur wie willige Opfer herumzustehen, versuchen euch die Gegner zu umgehen, legen selbst Sperrfeuer oder locken euch in einen Hinterhalt. Selten waren Gefechte im 2. Weltkrieg spannender und vor allem fordernder.
Doch es gibt auch Kritikpunkte. Meistens besteht die Lösung eines feindlichen Problems darin, dass ein Teil des Teams Sperrfeuer legt und ein anderer Teil des Teams den Feind umgeht, um ihm anschließend in die Flanke oder den Rücken zu fallen. Gerade die ersten Missionen des Spiels schafft man so mit Leichtigkeit. Hat man eine Mission erfolgreich absolviert, werden neue Inhalte für das Spiel freigeschaltet. Je nach gespieltem Schwierigkeitsgrad fallen diese unterschiedlich aus. Will man alle Extras freispielen, muss man das Spiel im Modus "schwierig" durchspielen, wodurch der Schwierigkeitsgrad "authentisch" freigeschaltet wird, in welchem die restlichen Inhalte erworben werden können. Das Spiel bietet drei Spielmodi. Gefecht, Multiplayer und Story. Gefechte können über Xbox Live oder Systemlink im Co-op-Modus gespielt werden. Obwohl der Multiplayermodus hervorragend ist und einige frische, taktische Elemente bringt, so liegt der Hauptschwerpunkt des Spiels eindeutig im Singleplayermodus. Die Story wird wunderbar inszeniert und anstatt das Gefühl zu haben nur zuzusehen, wird der Spieler voll integriert und in die Hölle des 2.Weltkrieges geworfen.
Steuerung Die Steuerung ist hervorragend an den Xbox-Controller angepasst und ist gut durchdacht. Mit ein paar einfachen Tastenkombinationen lassen sich die Teammitglieder gut über die Karte bewegen. Die Steuerung der Situationsansicht, während der das Spiel in den Pausemodus schaltet und das Geschehen aus der Vogelperspektive präsentiert, ist ebenfalls gut gelungen und innovativ. Es fehlt einzig und allein die Möglichkeit, dass zu einem bestimmten Punkt geschickte Team, mit einem Tastendruck auf der Stelle verharren zu lassen oder den letzten Befehl rückgängig zu machen.
Sound Wer über gute Boxen und nervenstarke Nachbarn verfügt, sollte den Lautstärkepegel in die Höhe treiben. Ich bin zwar nie im Krieg gewesen, aber authentischer kann es sich kaum anhören. Kugeln pfeifen durch die Luft, Fahrzeuge rattern an einem Vorbei, Flugzeuge jagen über einen hinweg, dass man fast den Kopf einziehen möchte. Die Waffen klingen realistisch und lassen sich gut unterscheiden. Untermalt wird das Ganze durch einen orchestralen Soundtrack, der sich dezent im Hintergrund hält, nie aufdringlich wird und passenden Moment an Lautstärke gewinnt, um das dramatische Geschehen hervorzuheben – das in bester Dolby Digital Qualität.
Grafik Die Grafik bewegt sich auf sehr hohem Niveau. Die Soldaten sind allesamt liebevoll animiert und die Landschaft sieht fast so aus, als würde es sie wirklich geben. Doch das ist ja auch kein Wunder, denn Gearbox hat sich, wie schon beim Vorgänger, an realen Schauplätzen orientiert. Die Texturen sind scharf und wirken nur selten unsauber. Ein kleines Manko stellen die Gesichtsausdrücke dar, die nicht immer ganz zur Situation passen. Trotz der guten Grafik kommt dabei das Geschehen kaum ins Stocken und Ruckler sind somit Mangelware.
Fazit Brothers in Arms: Earned in Blood ist eines dieser Spiele, das man irgendwie immer wieder in die Konsole einlegt. Die Atmosphäre ist grandios und man hat das Gefühl, wirklich dabei zu sein. Die KI der Gegner ist einfach brillant. Dafür ist die der eigenen Leute manchmal etwas merkwürdig, denn huschten sie eben noch gebückt von Deckung zu Deckung, schreien sie einen nun an, weil sie den Feind nicht sehen und somit auf ihn schießen könnten - dabei müssen sie sich nur um 90° drehen. Doch darüber kann man leicht hinwegsehen. Bei der Lokalisierung hat man sich richtig ins Zeug gelegt und selbst die oftmals so geschmähten deutschen Sprecher wirken diesmal (bis auf ganz wenige Ausnahmen) authentisch. Wer noch mehr Atmosphäre will, stellt seine Xbox einfach auf englisch um. In der englischen Version sprechen die Deutschen nämlich tatsächlich Deutsch und nicht wie im Vorgänger englisch mit deutschem Akzent. Jeder der ein außergewöhnliches und in erster Linie intensives Spielerlebnis sucht, kann bei Brothers in Arms: Earned in Blood bedenkenlos zugreifen.
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