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Es war einmal... vor 3995 Jahren
"Knights of the Old Republic" spielte bekannter Weise 4000 Jahre, bevor
Anakin, Obi Wan & Co. das Licht der Galaxien erblickten. Das Sequel
beginnt fünf Jahre nach dem ersten Epos. Die mandalorischen Kriege hatten
bereits ihre Spuren hinterlassen und für die Machtempfänglichen sieht
es wieder mal nicht gerade rosig aus.
Um die Situation kurz zu verdeutlichen...
Ihr seid, nachdem die Sithlords die Jedis an den Rand des Universum
gejagt haben, offiziell der letzte Eurer Gattung. Und wie sollte es
auch anders sein, das Schicksal der Galaxie liegt natürlich in Euren
Händen. Dummer Weise nahm Eure letzte Reise ein unglückliches Ende:
Amnesie... Ihr musstet den herben Verlust Eures gesamten Gedankenguts
hinnehmen. Ähnlich wie im Vorgänger startet Ihr also Euer Abenteuer
ohne jegliche Erinnerung an Eure Vergangenheit, was sich natürlich auch
wieder auf Eure Fähigkeiten auswirkt. Ihr beginnt praktisch als
absoluter Taugenichts, der bis auf einige Grundtechniken wieder alles
aufs Neue erlernen muss.
Ihr seid nicht allein!
Alleine wäre das natürlich ein sehr schweres Pflaster und so findet Ihr
schon recht früh erste Unterstützung, die sich Eurer Reise anschließt.
Die acht Charaktere, die sich Eurem Team im Laufe des Spiels
anschließen,
sind alle mit einer eigenen Identität bzw. Geschichte ausgestattet.
Dabei reicht ihre Artenvielfalt vom Menschen über Droiden bis zu Wesen,
deren Gattung man nur durch die Macht erkennen kann. Anders als beim
letzten
Epos könnt ihr jetzt auch Eure Teamkameraden manipulieren. Durch
spezielle Aktionen in Euren Handlungen und Dialogen gewinnt Ihr an
Einfluss bei bestimmten Charakteren. Je mehr Einfluss Ihr über diesen
Charakter habt, desto mehr unterstützt Euch dieser auch in eurem
Vorhaben. Seid Ihr also eher ein dunkler Sithlord, werden Euch schon
bald Eure Gefährten auf die dunkle Seite folgen und wahre Freude an
Euren finsteren Taten haben. Gehört Ihr jedoch zu den Anhängern des
Jediordens, so vermögt Ihr mit Eurer Weisheit und dem Vertrauen in das
Gute, auch Leute, die von Grund auf böse sind, auf den Pfad der Tugend
zu
bringen. Eure Neigungen zu den unterschiedlichen Seiten haben
allerdings nicht nur charakterliche Effekte auf Euch und Euer Team. Je
nach Ausrichtung seht Ihr entweder normal und vertrauensvoll aus oder
streift als blasser, finsterer Trupp durch die Gegend.
Knights of the old Graphic?
Man soll ja bekanntlich nicht nach dem Aussehen urteilen und diese
Aussage trifft "zum Glück" auch auf KotoR 2 zu. Die Charaktere, ob
Hauptcharakter oder Statist, sehen grafisch noch genauso aus wie im
ersten Teil.
Die Umgebungen der insgesamt sieben verschiedenen Planeten machen
jedoch sogar noch einen etwas gröberen Eindruck als zuvor. Zwar haben
die Areale etwas an Größe gewonnen, dafür haben sie allerdings an
Schärfe, Detailreichtum und einigen Effekten verloren. Die Texturen
wirken meistens wie große Matschflächen; besonders die auf dem Boden.
Das mag zwar in Sumpfarealen schick sein, aber auf alle anderen Orte
hätte dieser "Effekt" jedoch nicht angewendet werden müssen.
Interessante Lichteffekte und schön anzusehende blaue Himmel, wie der
auf Tattooine, sucht Ihr leider vergebens. Meistens wirkt Eure Umgebung
eher grau und fad. Nun könnte man meinen, die Entwickler hätten auf
Grund der bedrückenden Situation und der finsteren Atmosphäre diese
Farbgestaltung gezielt eingesetzt. Das würde ich aber nur als billige
Ausrede gelten lassen. Auch bei Obsidian Entertainment Inc. scheint man
die Stabilität der Framerate nicht in den Griff zu bekommen. Oftmals
bekommt Ihr schon bei relativ wenigen Gegnern eine reine Diashow auf
eurem Fernseher dargestellt, welches das Feeling der Kämpfe
stark beeinträchtigt. Wie aber bereits schon angeschnitten, sollte man
das Kriterium der Grafik bei KotoR 2 nicht zu hoch ansetzen; viel
wichtiger sind die genrespezifischen Aspekte, die ein wahres RPG
ausmachen, und die sind bei diesen Spiel nun wirklich
stark ausgeprägt.
Ein Rollenspiel, wie es im Lehrbuch steht...
Der Punkt, der "Star Wars: Knights of the old Republic 2" auszeichnet, ist
wohl nach wie vor die große Handlungsfreiheit und dieses gepaart mit
einer einfach als genial zu bezeichnenden Story. Kaum ein anderes Spiel
schafft es kurz nach dem Einschalten, den Spieler derartig vor den
Fernseher zu fesseln und in die Galaxie der Star Wars Saga zu reißen.
Nicht zuletzt dürfte das an den mehr als interessanten
situationsangepassten Dialogen liegen. Fast jeder der Leute vermag es, Euch
in ein spannendes Gespräch zu vertiefen und Euch mit einer Aufgabe zu
betrauen. Diese Aufgaben sind ein weiterer wichtiger Teil des
Gesamtkunstwerkes KotoR. Neben den Hauptquests, die ihr zwangsläufig
der Reihe nach gestellt bekommt, gibt es unzählige kleine
Nebenaufgaben, die man eigentlich einfach alle absolvieren müsste.
Durch die Erledigung dieses Aufgaben erhaltet Ihr wichtige
Erfahrungspunkte, einzigartige Objekte und vor allem eins: Credits!
Objekte gibt es in KotoR2, man kann es nicht anders sagen, „en masse".
Wer dachte, bei KotoR1 gab es schon viele, bekommt hier noch mal
einiges mehr geboten. Auch wurde das Prinzip der Werkbank einem großen
Update unterzogen. Ihr könnt jetzt noch etwas mehr an euren Waffen
herumwerkeln. Es gibt noch mehr Upgades zum Einbauen, ganz wichtig
hierbei: Die Upgrades für Euer Lichtschwert. An keinem anderen Objekt
darf man mehr basteln, als an seinem über alles geliebten
Lichtschwert. Nachdem Ihr Euer erstes Stück komplett selber gebaut
habt, könnt Ihr nachträglich an der Werkbank Farbe, Linse und einiges
mehr tunen. Neben der Werkbank gibt es jetzt auch noch die Medizinische
Station, an der Ihr ganze Objekte neu herstellen könnt. Habt Ihr genug
Teile und Chemikalien gesammelt, könnt Ihr hier Medipaks, Updates für
Waffen und Rüstungen und vieles mehr zusammenbasteln.
Möge die Macht mit Dir sein!
Da Ihr selbst ja ein Jedi seid, werdet Ihr wohl nie nur mit roher
Waffengewalt kämpfen. Wer schmeißt seine Gegner nicht gerne mal mit
einen "Force Push" durch den Raum oder beeinflusst seinen
Gesprächspartner durch Gedankenbeeinflussung? Insgesamt gibt es nun
über 30 neue Machtfähigkeiten. Darunter sind zum Beispiel "Force
Sight", welche Euch in der Ego-Perspektive durch die Macht sehen lässt,
und "Force Confusion", die Eure Gegner verwirrt und sich gegenseitig
bekämpfen lässt.
Neben der Macht erlernt Ihr nach jedem Levelaufstieg neue Haupt- und
Kampffähigkeiten. Bei den Hauptfähigkeiten könnt Ihr zum Beispiel Eure
Computerkenntnisse, Reparaturfähigkeiten oder Wortgewandtheit
verbessern. Bei den Kampffähigkeiten erlernt Ihr den Blaster- und
Schwertumgang, Abwehrkünste und viele andere Eigenschaften. Den
Levelaufstieg vollzieht Ihr natürlich nur durch die Aufwertung Eurer
Erfahrungspunkte, die Ihr mit der Erfüllung der an Euch gestellten
Aufgaben, dem Basteln an Computern oder Ähnlichem sowie durch die
Vernichtung von Gegnern erreichen könnt.
Starker Angriff -> Heilen -> Normaler Angriff -> ... -> ...
Im Gefecht mit Euren Gegnern kämpft Ihr noch immer nach dem selbem
Prinzip wie im ersten Teil. Das System des Würfelspiels "Dungeons
& Dragons" ist hier wieder erfolgreich implementiert worden. Ihr
wählt nacheinander Eure Kampfaktivitäten, die Euer Charakter dann im
Rundensystem nacheinander ausführt. Der Kampfschaden wird dabei
"erwürfelt", ebenso natürlich auch Heilungen und die Chancen, einer
gegnerischen Attacke zu parieren oder auszuweichen.
Die Auswirkungen des Schadens werden nicht nur durch die "virtuelle
Würfelei" beeinflußt, sondern auch durch Eure Ausführung der Ausrüstung. Der
Schaden, den Eure Waffen beim Gegner anrichtet, steht ebenfalls unter
dem Einfluss Eurer Rüstung. So spielt es beispielsweise eine Rolle, wie
gut Ihr mit dem Waffentyp umgehen könnt oder in welcher Hand Ihr die
Waffe tragt. Verstärken könnt Ihr Eure Fähigkeit der Schadensauswirkung
oder -resistenz noch durch diverse Addons wie Implantate, Handschuhe,
Brillen oder Armbänder und Schilder.
Sound aus einer anderen Galaxie...
Natürlich ist auch in diesem Titel der Star Wars Reihe das allseits
bekannte Hintergrundthema der Serie mit eingeflossen. Während Ihr beim
sorgenlosen Wandern von teils spannender, teils ruhiger Musik begleitet
werdet, ertönt in den Cantinas lockere jazzartige Musik und eure
Kämpfe werden von orchestralen Stücken kraftvoll unterstrichen.
Zusätzlich sind jegliche Aktionen, wie das Zusammenschmettern von
Lichtschwertern, dynamisch akustisch hervorgehoben. Ein wahrer Genuss für Eure Ohren.
Die Synchronisation hingegen ist zwar für deutsche
Verhältnisse sehr gut, kann dem englischen Original aber in keiner Weise das
Wasser reichen. Oft hat man das Gefühl, die Stimmen gehören nicht zu den
Charakteren. Perfektes Beispiel hierfür wäre Bao-Dur: Im Englischen hat
er eine passende, recht leise, coole Stimme, während er im Deutschen
schon fast etwas aufdringlich wirkt. Durch solche Irritationen geht in
tiefen Gesprächen leider etwas von der genialen, finsteren Stimmung, die
einige Charaktere verkörpern, verloren.
Fazit:
"Star Wars: Knights of the Old Republic 2 - The Sith Lords" ist ein
würdiger Nachfolger des legendären Vorgängers. Grafisch ist es zwar
immer noch kein Meilenstein; was den "Rest der Games" anbelangt, bekommt Ihr jedoch aller erste Rollenspielkost serviert.
Ein Spiel, welches nicht nur dem ambitionierten Star Wars Fans ans Herz zu legen ist. Diesen jedoch besonders.
Auf den Punkt gebracht heißt das: Kaufen!
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