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Mein Name
ist Bond, James Bond ...
Jeder, der sich das bei "GoldenEye: Rogue Agent"
denkt, liegt leider falsch, denn der mit den Ziffern "007" betitelte Held stirbt
im Intro vor euren Augen. Ihr spielt also nicht den coolen Martini trinkenden
Filmhelden, sondern schlüpft in die Rolle des vom MI6 verstoßenen Helden
Goldeneye, was der Titel Rogue Agent ja auch gewissermaßen schon verrät. So
verbündet ihr euch mit aus den Filmen bekannten Schurken und kämpft gegen eben
solche. Mit von der Partie sind z.B. Goldfinger und Dr.No.
Der Levelaufbau
ist leider eher einfach. Auch wenn die Schauplätze sehr schön sind, gibt es nur
wenige Rätsel oder knifflige Stellen, bei denen ihr euren Grips einsetzen müsst.
Auch die K.I. entspricht nicht immer dem Optimum; so kann es schon passieren,
dass die bösen Jungs einfach auf euch zulaufen, ohne zu schießen. Andererseits
werdet ihr hingegen aber aus weiten Entfernungen mit millimetergenauen Schüssen
getroffen. Weiterhin habt ihr gegenüber euren Gegnern ganz klare Vorteile: Ihr
seid nämlich im Besitz der für Bond typischen Spezialfähigkeiten, wie z.B. einem
Auge, mit dem ihr durch Wände schauen könnt, oder der Möglichkeit, eure Gegner
per Magnet in luftige Höhen zu befördern. Auch euer Waffenarsenal kann sich
sehen lassen. Genau wie in "Halo 2" habt ihr die Möglichkeit, zwei Waffen zu
tragen, nur dass die Waffen hier etwas mehr Realitätsbezug haben. So lassen sich
bis zu 100 verschiedene Waffenkombinationen tragen. Darüber hinaus findet man
ein abwechslungsreiches Leveldesign, was Grafik und Darstellung betrifft, wie
z.B. eine Hängebrücke.
Die Grafik
Grafisch hat das Spiel
leider nicht unbedingt die größten Leckerbissen zu bieten. Das Gesamtbild wirkt
etwas unscharf. Dieses merkt man besonders bei Waffen- oder Spieler- bzw.
Gegnermodellen, die nicht gerade sehr detailliert ausfallen. Andererseits gibt
es z.B. schöne Explosionseffekte in relativ schön gestalteten Leveln. Die
Framerate bleibt hier dauerhaft stabil, was ja leider inzwischen nicht mehr als
Standard vorausgesetzt werden kann. Darüber hinaus wird die Story mit Hilfe von
schön gerenderten Intros erklärt. Insgesamt lässt sich aber auch hier sagen,
dass das Spiel hinsichtlich der Darstellung nicht schlecht ist, aber auch nicht
zur Oberklasse gehört. Mit Spielen wie "Halo 2" oder "The Chronicles of Riddick"
lässt sich das Spiel sicherlich nicht messen.
Sounds like
Bond
Bereits nach Einschalten der Xbox fällt direkt das THX Logo auf,
welches einen gewissen Qualitätsstandard bei der Dolby Digital 5.1 Unterstützung
voraussetzt. Somit erwartet euch - wie in einem Bondfilm - ein Actionfeuerwerk
der Extraklasse. Die Vertonung bezogen auf Effekte und Musik ist sehr gut
gelungen. Der Soundtrack ist in seiner Art an die Filmmusik angelehnt worden.
Aber auch hier gibt es leider etwas zu mäkeln. Thema: die deutsche
Synchronisation des Spiels. Die Stimmen klingen teilweise etwas unrealistisch
und sind falsch betont. Dieses trübt etwas das Gesamtbild, aber insgesamt ist
der Sound wohl eines der durchaus überschaubaren Highlights des
Spiels.
Die Steuerung
Die Steuerung lässt sich am Anfang des
Spiels auf zwei verschiedene Möglichkeiten einstellen. So hat man auf der einen
Seite die "klassische" Shooter Variante und auf der anderen eine Steuerung, die
eher an das Nintendo 64 Vorbild erinnert. Bewegung und Umsicht findet nur über
den linken Ministick statt, was die Steuerung meiner Meinung nach noch
komplizierter gestaltet. Weiterhin kann man mit den Buttons A und X Waffen
aufsammeln, während die anderen Tasten zumeist mit den Spezialfunktionen belegt
sind. Leider wirkt die Steuerung etwas träge und schwammig, obwohl man die
Sensibilität einstellen kann. Nimmt man ein Feintuning vor, reagiert die
Steuerung zwar direkter, aber nicht unbedingt präziser.
Multiplayer
Ähnlichkeiten zum N64 Klassiker lassen sich -
Gott sei Dank - endlich beim Multiplayer Modus feststellen. Hier kann man
nämlich die Levels zu viert auf einer Konsole unsicher machen und sich
gegenseitig abknallen. Die Liebhaber des alten Spieles werden hier auf jeden
Fall erneut auf ihre Kosten kommen. Weiterhin lässt sich das Spiel mit bis zu
acht Leuten im Systemlink spielen, womit sich der Titel also auch für kleine
Xbox Lans eignet. Leider ist kein Spielmodus dabei, der das Spiel auf Dauer als
Multiplayergame attraktiv hält. Für den kleinen Zeitvertreib zwischendurch ist
"Goldeneye: Rogue Agent" aber sicherlich allemal
kurzweilig.
James Bond Live
"GoldenEye: Rogue Agent" ist
ein weiterer Live Titel von Electronic Arts, der zeigt, dass dort gewaltige
Fortschritte gemacht werden. Leider scheint das Spiel nicht unbedingt von der
Live Szene angenommen worden zu sein, denn wenn man versucht, LIVE zu spielen,
kann es schon passieren, dass keine Server vorhanden sind. Falls man einen
Server gefunden hat, läuft das Spiel in der Regel flüssig. Die Anzahl der Maps
ist vielfältig und es gibt mehrere Ego-Shooter-spezifische Spielmodi. Die
genretypischen Kandidaten wie z.B. Deathmatch, Team Deathmatch und eine Capture
the Flag ähnliche Varianten sind alle an Board. Leider macht sich die Trägheit
der Steuerung gerade beim online-zocken sehr bemerkbar. Wer also "GoldenEye:
Rogue Agent" nur kaufen möchte, um online zu spielen, sollte vielleicht noch
einmal darüber nachdenken, ob er mit den hier beschriebenen Mängeln leben
kann.
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