Mit Top Darts schafft ein weiterer
Low-Budget-Titel den Sprung auf die PS Vita. Einst für Sonys
Move-Steuerung konzipiert, kommt nun der Touchscreen zum Einsatz. Ob
das Spiel die 7,99€ wert ist, die ihr für den Download berappen
müsst?
Worum geht’s?
Es geht – wer hätt's gedacht – ums
Darten. Damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Wer sich
allerdings mit dem Spiel, das ja auch seit Jahren beständig im
Sportfernsehen (ja, da gibt’s auch vor 0.00h ein Programm)
auftaucht, noch nie ausführlicher befasst hat, weiß vermutlich
nicht, dass es haufenweise Dartvarianten gibt. Das Grundprinzip –
Dart-Pfeil trifft auf Scheibe – bleibt zwar immer dasselbe, doch die jeweiligen Aufgaben und Strategien variieren deutlich.
Habt ihr Top-Darts gestartet, könnt ihr erst einmal ein wenig
Personalisierung vornehmen. Neben der Avatar-Auswahl, bei der ihr
auch euch selbst per Foto verwirklichen könnt, könnt ihr euer
Dart-Set optisch anpassen und auch bei der Dart-Scheibe selbst kann
ein eigenes Foto eingebunden werden. Ohne spielerischen Mehrwert,
aber für den kleinen Schmunzler zwischendurch oder zum Abreagieren
von der „besseren“ Hälfte ganz brauchbar.
Besonders positiv: Wer
die Ps3-Version von Top Darts bereits erworben hat, muss nicht noch
einmal in die Tasche greifen und darf die Vita-Version kostenlos
herunterladen, kann somit auch unterwegs weiterzocken und bekommt
zugleich ein paar neue Spielmodi spendiert. Da dürfte die
Entscheidung für den Download nicht schwer fallen.
Umfang
Positiv anzurechnen ist Top Darts in
jedem Fall der für den kleinen Preis sehr ordentliche Umfang. Neben
ganzen 17 klassischen Modi, einem Pokal- sowie einem Liga-Modus und
einer ganz Reihe von Arcade-Spielen in verschiedenen
Schwierigkeitsstufen und mit weiteren Einstellungsmöglichkeiten, gibt es
zudem einen Online-Modus, in dem ihr sowohl in schnellen Spielen
antreten als auch eine komplette Liga starten könnt. Das ist
wirklich sehr ordentlich und kann über längere Zeit unterhalten,
wenn auch insbesondere einige Arcade-Spiele nicht von überragender
Spannung und Qualität sind. Aber das ist in der Summe zu
verschmerzen und ein paar gute Spielvarianten sind in jedem Fall dabei.
Steuerung
Um einen Treffer zu landen, wählt ihr zuerst einmal per
Touchscreen ein Ziel für euren Pfeil aus, indem ihr diesen bzw.
dessen Spitze an die entsprechende Stelle der Scheibe zieht. Dann
wird der Pfeil dort fixiert und ihr führt, ebenfalls über den
Touchscreen, die Wurfbewegung aus. Ob ihr euer Ziel trefft, hängt
schließlich davon ab, wie optimal ihr diese Bewegung auf die Reihe
bekommt. Man entwickelt zwar relativ schnell ein Grundgefühl für
das Werfen, das intuitive Gefühl vollständiger Kontrolle, wie es
vermutlich bei einer Bewegungssteuerung der Fall wäre, stellt sich
jedoch nicht ein. Andere Steuerungsoptionen der Vita wurden nicht
eingebunden, auch wenn dies sicher möglich gewesen werden – da
wäre noch Luft nach oben gewesen. Insgesamt ist die Steuerung okay,
wenn auch nicht herausragend, was ein wenig schade ist, ist die
Steuerung für einen solchen Titel doch von höchster Relevanz.
Technik
Die technische Umsetzung
ist leider eher mäßig, wenn auch noch im akzeptablen Rahmen. Die verschiedenen
Schauplätze lassen Details und Lebhaftigkeit vermissen. Die
akustische Kulisse hingegen ist deutlich besser. Neben einem brauchbaren
Originalkommentator (Sid Waddell, vielleicht kennt ihn jemand) kommt
vor allem durch das im Hintergrund zu hörende Gequatsche eine nette
Bar-Atmosphäre auf. Optische Glanztaten darf man von Top Darts aber
sicher nicht erwarten.
Fazit
Natürlich ist Top Darts nicht
unbedingt ein Highlight des Vita-Launchs, das will es aber auch gar
nicht sein. Die Portierung ist ein akzeptables und vor allem
umfangreiches Arcade-Spiel geworden, dessen Demo man auf jeden Fall
mal anspielen sollte. Für 7,99€ macht man, sofern man sich mit der
Steuerung anfreunden kann, garantiert nichts falsch und ist
bestens gerüstet für die kurze Runde zwischendurch. Und spätestens
im Online-Kampf gegen Freunde und Unbekannte kommt dann tatsächlich
auch Spannung auf!