„Augmented Reality“ - auch so ein
geflügelter Begriff der letzten Jahre – der sowohl bei Smartphones
als auch Handhelds Einzug gehalten hat. Der Vita-Launchtitel Reality
Fighters verschreibt sich diesem Konzept quasi vollends und
lässt euch mit eurem virtuellen Alter Ego in realen Umgebungen
kämpfen.
Worum geht's?
Zu Beginn des Spiels erstellt ihr euch
einen Kämpfer, indem ihr euer Gesicht (oder wahlweise irgendein
anderes) mit der Front- oder Back-Kamera fotografiert, passt euren
Körperbau an und wählt einen Kampf-Stil sowie ein passendes Outfit.
Anschließend könnt ihr entweder in Einzelkämpfen gegen andere
selbst erstellte oder aber vorgegebene Gegner antreten oder den
Karrieremodus bestreiten, um weitere Kämpfer und Gegenstände
freizuschalten. So erweitert ihr nach und nach die Möglichkeiten des Editors und es eröffnen sich immer mehr Wege, euren Recken nach eurem Belieben zu gestalten.
Die Aufmachung von Reality Fighters ist
ziemlich schräg. Euer Trainer ist Mr. Miyagi, die verfügbaren
Kampf-Stile lauten etwa Ballett, Zauberer oder Disco und eure Gegner
sind Superhelden, Zombies und andere absurde Gestalten. Das Ganze
verleiht dem Titel einen sympathischen B-Movie-Flair, ist in
technischer Hinsicht aber leider eher ernüchternd. Vor allem die
Kameraführung in den Kämpfen ist nicht gut gelöst und so seid ihr
zum Teil eher damit beschäftigt die Kämpfer im Blick zu behalten
als euch wirklich auf den Kampf zu konzentrieren.
Die "Realität"
Der Clou an Reality Fighters ist, dass
die Realität sich nicht nur im Gesicht eures Kämpfers
widerspiegelt, sondern ihr zudem eure reale Umgebung als
Kriegsschauplatz auswählen könnt, indem ihr diese mit der
Back-Kamera während des Kampfes einfangt. Das klappt erstaunlich gut, ist bei den ersten
Durchgängen ganz unterhaltsam und lädt zum Experimentieren ein. So
erscheinen eure Kämpfer beispielsweise als Riesen, wenn ihr die Kampflandschaft aus
entsprechend erhöhter Position filmt oder
als Zwerge, wenn ihr sie auf einem Bleistift (oder der Katze) kämpfen
lasst. Steht euch gerade kein geeignetes Setting zur Verfügung,
könnt ihr aber auch aus vorgefertigten Orten auswählen.
Der (rechte) Haken
Das mag bisher alles ganz positiv
geklungen haben, doch leider schwächelt Reality Fighters vor allem
auf den zweiten Blick und zwar da, wo es ernst wird, hat es doch
spielerisch nicht allzu viel zu bieten, um den sympathischen ersten
Eindruck zu bestätigen. Das Kampfsystem ist ziemlicher Standard und
hat, abgesehen von ein paar lustigen Spezialangriffen, nichts zu
bieten, was über längere Zeit fesseln könnte. Treten, schlagen,
springen, blocken, hier und da mal eine Waffe oder ein Griff, damit
hat es sich. Das spielt sich zwar trotz allem ganz flott und spaßig,
eine in spielerischer Hinsicht ernstzunehmende Konkurrenz für andere
Beat'em'Ups ist Reality Fighters jedoch nicht.
Habt ihr den kurzen Karrieremodus
gemeistert, könnt ihr euch noch im Zeitangriff- sowie Überlebens-Modus
messen, besonders lange fesseln aber auch diese aufgrund des
Kampfsystems nicht.
Fazit
Leider ist das Augmented
Reality-Feature das herausragendste Merkmal von Reality Fighters, was
zwar für einen spaßigen Einstieg und lustige erste Minuten oder
Stunden sorgt, euch aber nur bedingt auf Dauer bei der Stange halten
kann, mangelt es dem Spiel doch an einem komplexen Kampfsystem, das ihr mit zunehmender Spieldauer zu meistern lernt. Kein
völliger Totalausfall, vor allem dank der schrägen Präsentation
und den wirklich lustigen Möglichkeiten bei der Kämpfer-Gestaltung,
aber in der Summe für mich doch zu schwach, um mit den wirklichen
Highlights auf der Vita konkurrieren zu können.