Das Spiel
So beginnt der neue Titel aus dem Hause Sega, der auf den Namen
Spartan: Total Warrior hört. Hierbei geht es um spektakuläre
Massenkämpe, die wir schon aus Titeln ala „Dynastie Warriors“ oder
„Kingdom under Fire“ kennen. Und du - alias „der Spartaner“ - bist
mittendrin!
In der Verfolgerperspektive steuerst du den Protagonisten dieses Spiels
durch diverse Szenarien - die wie der Titel schon vermuten lässt – die
sich aus Elementen der griechischen Mythologie bedienen. Hierfür wurde
so gut wie alles herangezogen was griechisch mythologisch Rang und
Namen hat: Talos, Medusa, Beowulf(!?) den Minotaurus und viele andere,
die wir immer schon einmal verprügeln wollten – aber bisher selten die
Gelegenheit hatten!
In der ersten Mission musst du Sparta, das von den Römern belagert
wird, gegen selbige verteidigen. Hierbei lernst du auch gleich, wie das
Game zu steuern ist, da diese Mission als Tutorial dient. In weiteren
Missionen erwarten dich dann unter anderen riesige mechanische
Menschen, Sabotageakte in römischen Lagern sowie feuerspeiende Medusen,
die Kreiger in Stein verwandeln!...
Die Waffen sind dem Szenario entprechend antik. Neben diversen
Schwertern, stehen auch Pfeil und Bogen als Waffen zur Verfügung.
Außerdem können Bomben gelegt werden, um Tore aufzusprengen oder
Geschütztürme aus dem Weg zu räumen. Des weiteren kannst du auch
Geschütze, wie Balisten und Katapulte abfeuern und deinen Gegnern somit
richtig saures geben. Auf diesem Schlachtfeld ist wirklich eine Menge
los! Und das Ganze 14 Level lang, womit sich in etwa eine Spielzeit von
12 Stunden ergibt.
Die Kämpfe und der Jugendschutz
Wer schon immer wissen wollte was Massenschlachten sind bzw. ein
Massen(ab)schlachten ist, der ist hierbei an der richtigen Adresse.
Zimperlich geht es dabei allerdings nicht zu. Im Kampfgeschehen spritzt
Eimerweise Pixelblut und abgtrennte virtuelle Gliedmaßen regnen quasi
vom Himmel... So ist das nun mal, wenn mit geschärftem Werkzeug
hantiert wird. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass STW keine
Jugendfreigabe bekommen hat. Ich zumindest kann mir gut vorstellen
warum. Dieses Game ist definitiv nur für ein Erwachsenes Publikum
geeignet.
Technik
Grafisch zeigt STW wirklich was in der Xbox steckt: enorme Sichtweiten,
hunderte von Gegnern und sonstigen Objekten. Das bei der wirklich
immensen Zahl von Objekten Abstriche bei den Texturen zu finden sind,
ist deshalb durchaus zu verkraften. Mehr ist aus der betagten, bald
abzulösenden(?) Konsole nicht herauszuholen. Der dolbydigitale Sound
lässt ebenso nicht zu Wünschen übrig. Ein guter, angenehmer Soundtrack
und bombastische Soundeffekte steuern ihren Anteil zur hohen Qualität
dieses Games bei. Auch die Synchronisation ist mehr als
überdurchschnittlich gut. Mittlerweile stelle ich persönlich daran
schon keine hohen Ansprüche mehr. Zu oft mussten gut gemeinte Games
wegen der miesen Synchro abgewertet werden! Hier nicht – sämtliche
Sprecherei ist im großartig gelungen. Ungewöhnlich gut. Es geht eben
auch anders!
Um das Spiel erfolgreich meistern zu können, ist ein gewisses Geschick
im Umgang mit dem Controller unabdingbar. Die Auslegung der Steuerung
setzt eine gewisse Übung voraus. Der fortgeschrittene Spieler sollte
sich allerdings sehr schnell damit zu Recht finden. Je besser ihr die
Steuerung in Fleisch und Blut übergegengen ist, desto mehr Übersicht
behaltet ihr im Spiel. Denn nur die Übersicht bringt euch im weiteren
Verlauf des Games zum Ziel und verhindert euer vorzeitiges Ableben.
Unschwer zu erkennen ist, das der Schwerpunkt dieses Spiels auf Action
gelegt ist. Strategische Elemente stehen hierbei eher im Hintergrund.
Ebenso sind die RPG Elemente sehr kurz gehalten und beschränken sich
lediglich auf ein kurzes Punkteverteilen zu Beginn Anfang jedes neuen
Levels auf die Werte Gesundheit, Schaden und Kraft.
Fazit
Die Gameplay insgesammt wirkt zwar sehr ausgereift - die Steuerung ist
gut durchdacht und das Leveldesign ist ansprechend. Allerdings ist
während des Spiels kaum eine Steigerung der Spannung (fehlender
Spannungsbogen) - von Abschnitt zu Abschnitt vorhanden, da das Gameplay
auf die dauer sehr eintönig wird. Das Missionsdesign ist nichts Neues -
das kennen wir auch aus gleichartigen Games, das haut einen
ambitionierten Spieler wahrhaftig nicht mehr vom Hocker. Die
anfänglichen Massenschlachten arten im späteren Spielverlauf in
Einzelmissionen wie Mordaufträge aus, wodurch es im Spiel eher zu einer
Rückstufung als zu einer Steigerung der Spannung sowie der Motivation
kommt. Schade! Sind den Entwicklern zum Schluss die Ideen ausgegangen?
Auch die Gegner-KI ist eigentlich mit den Worten "Masse statt Klasse" am
besten beschrieben. Horden von Gegenern (immerhin ca. 60 verschiedene Typen von Gegnern)
stürmen auf dich zu! Das ist die gesamte Intelligenz die dich im Kampf
erwartet. Es wäre schön gewesen, wenn wir hierbei auch Schlachten gegen
die Armeen anderer Spieler hätten austragen werden können (siehe: Star
Wars Battlefronts). Aber Live- oder Link-Features sind leider nicht
vorhanden. Somit ist STW lediglich ein Single-Player-Game, das
höchstwahrscheinlich nach einmaligem durchspielen nur noch in den
Regalen der Spieler steht.