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Sommer, Sonne, Strand und ein strahlend blauer Ocean in einer einsamen Bucht. Das Leben kann wirklich schön sein. Das muss sich Jack Carver auch gedacht haben als er an diesem Tag mit seinem kleinen Kahn an einer dieser typischen Südseeinseln vor Anker ging. Er war nicht alleine. Nein, er hatte die hübsche Val Cortez an seiner Seite, die diesen Trip offensichtlich bei ihm gebucht hatte. Allerdings hatte diese nicht vor sich auf Deck zu sonnen, sondern will die Gegend aus irgendeinem Grunde einmal genauer erkunden. So schnappte sie sich den Wasserbob und zischte ab.

Nun gut soweit zum schönen Teil der Story, denn so soft geht’s bei weitem nicht weiter. Jack wird einige Zeit später jäh aus seinem Mittagsschläfchen gerissen. In mitten von Helikoptergetöse und bleihaltiger Luft muss er nun fluchtartig sein Bötchen verlassen. Schluss mit lustig – er wird beschossen – sein Boot fliegt in die Luft und Val ist auch noch nicht wieder zurück.



So beginnt die Umsetzung von Ubisoft´s Megaseller „Farcry“ für die XBOX. Na ja mit Portierungen von PC Versionen auf Konsolen haben wir in den letzten Jahren schon oft ein Aha-Erlebnis der besonderen Art durchleben dürfen. Meistens ist die sehr gute Qualität der übermächtigen PC Varianten mit der limitierenden Performance der gegenwärtigen Konsolengeneration entschwunden. Aktuelle Grafik- und Physikengines lassen Ihren Leistungshunger nun mal nicht mehr unbedingt mit einer Kombination aus 700Mhz Celeron CPU - Gforce3 Grafikchip und lächerlichen 64 MB Ram befriedigen. Da sind die Systemanforderungen gegenwärtiger PC Spiele weit von entfernt.

Ich denke das war auch der Ansatz den Ubisoft Montreal zu Grunde gelegt hat um dieses Spiel auf die XBOX zu portieren. Statt eine billige, aber technisch mäßige Umsetzung abzuliefern, haben sie ein komplett neues „Farcry“ entwickelt, das nur noch in Grundzügen und der typischen Optik mit dem PC Spiel verwandt ist. Eines kann man an dieser Stelle schon behaupten... es war eine Entscheidung, die jeden Euro wert war.

Singleplayer
In diesem grafisch opulent in Szene gesetzten Epos steuert ihr Jack Carver, einen unehrenhaft aus der Armee entlassenen Soldaten, durch die sehr abwechslungsreiche pazifische Inselwelt auf der Suche nach seiner bildhübschen Kundin. Was Jack zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, das dieses Archipel von einem durchgeknallten Professor mit seiner Privatarmee bewohnt wird, der es gar nicht gerne hat, dass man sein Forschungsprojekt zur Züchtung einer humanuiden Überrasse ausspionieren will. Doch Jack wird just diesen Umstand in einem späteren Abschnitt des Games noch am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Bis dahin durchstreift er aber das Eiland erst einmal um sich mit den grundliegenden Taktiken des Überlebens zu befassen. Dabei kann ihm jedes Mittel Recht sein, denn am Anfang ist er nun wahrlich nicht sehr üppig mit Gegenständen ausgestattet, die auf dieser Insel zum Überleben beitragen können.

Waffen und Gegner
So begibt man sich am Anfang des Spiels mit einem Messer bewaffnet ins Geschehen und versucht nach und nach sein Arsenal an todbringenden Utensilien aufzuforsten. Dabei begnügt man sich naturgemäß mit dem was einem unfreiwillig von der Privatarmee zur Verfügung gestellt wird. Und das ist reichlich, denn die Waffenvielfalt braucht hier nun wirklich keiner zu beklagen. Mit steigendem Grad der Militärisierung von Jack, nimmt aber auch die Anzahl an Armeedumpfbacken zu, die man i.d.R. als durchschnittlich intelligent bezeichnen kann. Sie alarmieren aber wenn sie dich sehen ihre Söldnerkumpanen, die dann zumeist in Horden herbeiströmen. Die Masse zeigt schon Wirkung.

Jäger und Fallensteller
Ein Leisetreter ist Jack eigentlich nun wirklich nicht, wenn es auch Situationen gibt, in denen ein lautloses heranpirschen die richtige Taktik zu sein scheint. Insbesondere dann wenn man mal waffentechnisch an Unterversorgung leidet. Für diesen Zweck hat uns der alte McGyver einen super Trick verraten und uns gezeigt wie man sehr effektive Baumfallen im Urwald baut. Da unsere Gegner ja in der Regel nur mit einem durchschnittlichen IQ ausgestattet sind, fallen sie doch immer wieder auf den alten Steinchentrick rein, der sie geradewegs ins Verderben führt. Ausschlagende Bäume – wie gemein.

Fahrzeuge
Das was Farcry im Allgemeinen noch auszeichnet ist die Möglichkeit der Interaktion mit den verschiedensten Transportmitteln mit denen die Level versehen worden sind. Ob an Land, zu Wasser oder in der Luft – Jack kann alles bewegen was ihm als geeignetes Fortbewegungsmittel erscheint. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um einen Jeep, Quad, LKW, Speedboot oder Leichtflugdrachen handelt. Schlecht gefahren ist immer noch schneller als gut gelaufen denkt er sich bestimmt. In einigen Fällen sind diese Gefährte sogar mit einer stationären Flak ausgestattet, die es auch schon mal erlaubt einen Helikopter vom Himmel zu holen.

Instinkte
Wie der Titel das Games schon verrät, gibt es aber noch einen weiteren Aspekt, der im Laufe des Spiels zum tragen kommt. Ohne jetzt zuviel zu verraten, werden sich die Fähigkeiten von Jack (ausgelöst durch den Professor) im Laufe des Games verändern. Er wird dazu in der Lage sein, bestimmte Adrenalin gesteuerte Instinkte zeitlich begrenzt zu nutzen. Dabei ist es ihm dann möglich in der Nacht besser zu sehen, seine Gegner anhand derer Ausdünstungen zu verfolgen oder sich gewand und vor allem schnell wie eine Raubkatze zu bewegen. Steht der Gegner diesem Jack dann gegenüber, hat dieser keine Zeit mehr ein Stoßgebet in den Himmel zu schicken. Stattdessen passiert etwas sehr Ähnliches. Ein Schlag von Jack und die Kontrahenten schnellen in die Höhe. Es sieht ein wenig so aus als wenn Asterix die armen Römer aus den Gamaschen haut. Nur durch diese übermenschlichen Fähigkeiten ist Jack dazu in der Lage das Epos zu einem guten Ende zu bringen.

Steuerung
Fallen stellen, verschiedenste Waffengattungen einsetzen und seine Instinkte zu kontrollieren, klingt im ersten Augenblick sehr kompliziert. Ist es zum Glück aber nicht, den Ubisoft Montreal hat es geschafft dem Spiel eine sehr intuitive Steuerung zu verpassen. Nicht nur das sehr viele Aktionen wie das Aufsammeln von Items und Medipacs automatisch geschehen, sondern auch der Wechsel von Waffen und das Einsetzen der Instinkte ist sehr leicht zu beherrschen. Das Aiming ist wie man es von Egoshootern auf der Konsole gewohnt ist, mit einer kleinen automatischen Zielhilfe unterstützt worden. Alles in Allem ein runde Sache, die vor der PC Variante nicht den Hut ziehen muss.

Multiplayer
Farcry ist seit langem wieder ein Titel, die die Onlinegamer unter euch begeistert. In den vergangenen Wochen scheint dieser Titel den XBOX LIVE Service quasi zu beflügeln. Das ist auch kein Wunder, denn Farcry ist eines dieser Games die online mit bis zu 16 Leuten auf einer Map auch richtig Spaß machen. Die Modi die dabei angeboten werden sind bis auf eine Ausnahme sehr genretypisch.

  • Chaos: Der erste Spieler der eine bestimmt zuvor festegelegte Anzahl an Kills erziehlt, gewinnt
  • Team-Chaos: Bis zus 4 Teams treten gegeneinander an und versuchen eine bestimmte zuvor festegelegte Anzahl an Kills zu erziehlen.
  • Klau die Probe: Im Prinzip „ Capture the Flag“ nur ohne Flagge.
  • Raubtier: Dabei muss ein Team in einer bestimmten Zeit die komplette Karte durchqueren und eine Sender an der anderen Seite der Karte aktivieren. Der Sender muss dann über einen längeren Zeitraum verteidigt werden. Der knifflige Punkt an der Geschichte ist, das Raubtiere über alle Instinkte verfügen und deswegen sehr mächtig sind.

Leider benötigt man zum Hosten eines 16 Mann Servers Upstreams die in deutschen Haushalten nicht angeboten werden. So ist es mit einer 6Mbit Leitung und einem Upstream von knapp 600 KB/s nur möglich 12 (deutsche) Teilnehmer lagfree zu befriedigen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Joinen eines Games. Man kommt nur in den Pausen zwischen 2 Games auf den Host, ist das Game einmal gestartet ist ein Sprung in die Spiellobby nicht möglich. Da man auch nicht weiß wie lange dieses Game andauert, ist das doch sehr nervig. Sonst sind halt die üblichen Unzulänglichkeiten des LIVE Services dafür verantwortlich das man inmitten des Spiels mal vom Server fliegt. Ich hoffe das diese Problem mit den neuen LIVE Service bald behoben ist.

Mapeditor
Als besonderes Schmankerl hat Ubisoft dem Game noch einen Karteneditor spendiert, mit dem es wirklich kinderleicht ist, sich in kürzester Zeit eigene Karten zu basteln. Dabei kann man wirklich auf alle Möglichkeiten zurückgreifen, die den Programmierern der Originalkarten auch zugänglich waren. Die selbst erstellten Karten können sogar über den LIVE Service online mit den Freunden getauscht und gespielt werden.

Systemlink
Neben XBOX LIVE ist es zu dem noch möglich das Game mit bis zu 16 Teilnehmern im System Link zu spielen. Somit dürfte größeren Gefechten auf einer LAN Party oder per XLINK / XBConnect auch nichts im Wege stehen.

Fazit
Die lange Wartezeit bis zur Fertigstellung von Farcry Instinct hat sich wirklich gelohnt. Es ist seit langem mal wieder ein Egoshooter entstanden, der sowohl den Einzelspieler, als auch den Online Spieler mehr als nur zufrieden stellen dürfte. Man hat mit diesem Game die Möglichkeiten der betagten XBOX noch einmal ausgelotet und neu definiert.
 Facts
Publisher : UbisoftUSK : 18
Entwickler : Ubisoft MontrealRelease-Date : 17.09.2005
Global Sound/Bild Steuerung XBOX-Live
Offline Players1-4
Systemlink1-16
Xbox ExklusivJa
THX SoundNein
Dolby 5.15.1
TV-Format16:9
Lenkrad-
Arcade Stick-
Light Gun-
Online Multiplayer1-16
Content DownloadsJa
  


Bewertung
Gameplay : 92% Sound : 85% Grafik : 88% Steuerung : 90% Multiplayer : 90%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs
Ich habe seit langem mal wieder Spaß beim Spielen erlebt. Man mag ja mittlerweile verwöhnt sein, aber bevor man heutzutage 60 € ausgibt sollte sich die Anschaffung auch in Spielspaß auszahlen. Leider ist das immer seltener der fall und deswegen kann ich an dieser Stelle nur sagen das die 60 € die richtige Investition sind.

@Ubisoft – Eine Umsetzung für die XBOX 360 muss kommen !!!
Erstellt am : 15.10.2005      Autor : Oliver Hennig          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
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