So beginnt die Umsetzung von
Ubisoft´s Megaseller „Farcry“ für die XBOX. Na ja mit Portierungen von
PC Versionen auf Konsolen haben wir in den letzten Jahren schon oft ein
Aha-Erlebnis der besonderen Art durchleben dürfen. Meistens ist die
sehr gute Qualität der übermächtigen PC Varianten mit der limitierenden
Performance der gegenwärtigen Konsolengeneration entschwunden. Aktuelle
Grafik- und Physikengines lassen Ihren Leistungshunger nun mal nicht
mehr unbedingt mit einer Kombination aus 700Mhz Celeron CPU - Gforce3
Grafikchip und lächerlichen 64 MB Ram befriedigen. Da sind die
Systemanforderungen gegenwärtiger PC Spiele weit von entfernt.
Ich denke das war auch der Ansatz den Ubisoft Montreal zu Grunde gelegt
hat um dieses Spiel auf die XBOX zu portieren. Statt eine billige, aber
technisch mäßige Umsetzung abzuliefern, haben sie ein komplett neues
„Farcry“ entwickelt, das nur noch in Grundzügen und der typischen Optik
mit dem PC Spiel verwandt ist. Eines kann man an dieser Stelle schon
behaupten... es war eine Entscheidung, die jeden Euro wert war.
Singleplayer
In diesem grafisch opulent in Szene gesetzten Epos steuert ihr Jack
Carver, einen unehrenhaft aus der Armee entlassenen Soldaten, durch die
sehr abwechslungsreiche pazifische Inselwelt auf der Suche nach seiner
bildhübschen Kundin. Was Jack zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, das
dieses Archipel von einem durchgeknallten Professor mit seiner
Privatarmee bewohnt wird, der es gar nicht gerne hat, dass man sein
Forschungsprojekt zur Züchtung einer humanuiden Überrasse ausspionieren
will. Doch Jack wird just diesen Umstand in einem späteren Abschnitt
des Games noch am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Bis dahin
durchstreift er aber das Eiland erst einmal um sich mit den
grundliegenden Taktiken des Überlebens zu befassen. Dabei kann ihm
jedes Mittel Recht sein, denn am Anfang ist er nun wahrlich nicht sehr
üppig mit Gegenständen ausgestattet, die auf dieser Insel zum Überleben
beitragen können.
Waffen und Gegner
So begibt man sich am Anfang des Spiels mit einem Messer bewaffnet ins
Geschehen und versucht nach und nach sein Arsenal an todbringenden
Utensilien aufzuforsten. Dabei begnügt man sich naturgemäß mit dem was
einem unfreiwillig von der Privatarmee zur Verfügung gestellt wird. Und
das ist reichlich, denn die Waffenvielfalt braucht hier nun wirklich
keiner zu beklagen. Mit steigendem Grad der Militärisierung von Jack,
nimmt aber auch die Anzahl an Armeedumpfbacken zu, die man i.d.R. als
durchschnittlich intelligent bezeichnen kann. Sie alarmieren aber wenn
sie dich sehen ihre Söldnerkumpanen, die dann zumeist in Horden
herbeiströmen. Die Masse zeigt schon Wirkung.
Jäger und Fallensteller
Ein Leisetreter ist Jack eigentlich nun wirklich nicht, wenn es auch
Situationen gibt, in denen ein lautloses heranpirschen die richtige
Taktik zu sein scheint. Insbesondere dann wenn man mal waffentechnisch
an Unterversorgung leidet. Für diesen Zweck hat uns der alte McGyver
einen super Trick verraten und uns gezeigt wie man sehr effektive
Baumfallen im Urwald baut. Da unsere Gegner ja in der Regel nur mit
einem durchschnittlichen IQ ausgestattet sind, fallen sie doch immer
wieder auf den alten Steinchentrick rein, der sie geradewegs ins
Verderben führt. Ausschlagende Bäume – wie gemein.
Fahrzeuge
Das was Farcry im Allgemeinen noch auszeichnet ist die Möglichkeit der
Interaktion mit den verschiedensten Transportmitteln mit denen die
Level versehen worden sind. Ob an Land, zu Wasser oder in der Luft –
Jack kann alles bewegen was ihm als geeignetes Fortbewegungsmittel
erscheint. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um einen Jeep, Quad,
LKW, Speedboot oder Leichtflugdrachen handelt. Schlecht gefahren ist
immer noch schneller als gut gelaufen denkt er sich bestimmt. In
einigen Fällen sind diese Gefährte sogar mit einer stationären Flak
ausgestattet, die es auch schon mal erlaubt einen Helikopter vom Himmel
zu holen.
Instinkte
Wie der Titel das Games schon verrät, gibt es aber noch einen weiteren
Aspekt, der im Laufe des Spiels zum tragen kommt. Ohne jetzt zuviel zu
verraten, werden sich die Fähigkeiten von Jack (ausgelöst durch den
Professor) im Laufe des Games verändern. Er wird dazu in der Lage sein,
bestimmte Adrenalin gesteuerte Instinkte zeitlich begrenzt zu nutzen.
Dabei ist es ihm dann möglich in der Nacht besser zu sehen, seine
Gegner anhand derer Ausdünstungen zu verfolgen oder sich gewand und vor
allem schnell wie eine Raubkatze zu bewegen. Steht der Gegner diesem
Jack dann gegenüber, hat dieser keine Zeit mehr ein Stoßgebet in den
Himmel zu schicken. Stattdessen passiert etwas sehr Ähnliches. Ein
Schlag von Jack und die Kontrahenten schnellen in die Höhe. Es sieht
ein wenig so aus als wenn Asterix die armen Römer aus den Gamaschen
haut. Nur durch diese übermenschlichen Fähigkeiten ist Jack dazu in der
Lage das Epos zu einem guten Ende zu bringen.
Steuerung
Fallen stellen, verschiedenste Waffengattungen einsetzen und seine
Instinkte zu kontrollieren, klingt im ersten Augenblick sehr
kompliziert. Ist es zum Glück aber nicht, den Ubisoft Montreal hat es
geschafft dem Spiel eine sehr intuitive Steuerung zu verpassen. Nicht
nur das sehr viele Aktionen wie das Aufsammeln von Items und Medipacs
automatisch geschehen, sondern auch der Wechsel von Waffen und das
Einsetzen der Instinkte ist sehr leicht zu beherrschen. Das Aiming ist
wie man es von Egoshootern auf der Konsole gewohnt ist, mit einer
kleinen automatischen Zielhilfe unterstützt worden. Alles in Allem ein
runde Sache, die vor der PC Variante nicht den Hut ziehen muss.
Multiplayer
Farcry ist seit langem wieder ein Titel, die die Onlinegamer unter euch
begeistert. In den vergangenen Wochen scheint dieser Titel den XBOX
LIVE Service quasi zu beflügeln. Das ist auch kein Wunder, denn Farcry
ist eines dieser Games die online mit bis zu 16 Leuten auf einer Map
auch richtig Spaß machen. Die Modi die dabei angeboten werden sind bis
auf eine Ausnahme sehr genretypisch.
- Chaos: Der erste Spieler der eine bestimmt zuvor festegelegte Anzahl an Kills erziehlt, gewinnt
- Team-Chaos: Bis zus 4 Teams treten gegeneinander an und versuchen eine bestimmte zuvor festegelegte Anzahl an Kills zu erziehlen.
- Klau die Probe: Im Prinzip „ Capture the Flag“ nur ohne Flagge.
- Raubtier: Dabei muss ein
Team in einer bestimmten Zeit die komplette Karte durchqueren und eine
Sender an der anderen Seite der Karte aktivieren. Der Sender muss dann
über einen längeren Zeitraum verteidigt werden. Der knifflige Punkt an
der Geschichte ist, das Raubtiere über alle Instinkte verfügen und
deswegen sehr mächtig sind.
Leider benötigt man zum Hosten eines 16 Mann Servers Upstreams die in
deutschen Haushalten nicht angeboten werden. So ist es mit einer 6Mbit
Leitung und einem Upstream von knapp 600 KB/s nur möglich 12 (deutsche)
Teilnehmer lagfree zu befriedigen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das
Joinen eines Games. Man kommt nur in den Pausen zwischen 2 Games auf
den Host, ist das Game einmal gestartet ist ein Sprung in die
Spiellobby nicht möglich. Da man auch nicht weiß wie lange dieses Game
andauert, ist das doch sehr nervig. Sonst sind halt die üblichen
Unzulänglichkeiten des LIVE Services dafür verantwortlich das man
inmitten des Spiels mal vom Server fliegt. Ich hoffe das diese Problem
mit den neuen LIVE Service bald behoben ist.
Mapeditor
Als besonderes Schmankerl hat Ubisoft dem Game noch einen Karteneditor
spendiert, mit dem es wirklich kinderleicht ist, sich in kürzester Zeit
eigene Karten zu basteln. Dabei kann man wirklich auf alle
Möglichkeiten zurückgreifen, die den Programmierern der Originalkarten
auch zugänglich waren. Die selbst erstellten Karten können sogar über
den LIVE Service online mit den Freunden getauscht und gespielt werden.
Systemlink
Neben XBOX LIVE ist es zu dem noch möglich das Game mit bis zu 16
Teilnehmern im System Link zu spielen. Somit dürfte größeren Gefechten
auf einer LAN Party oder per XLINK / XBConnect auch nichts im Wege
stehen.
Fazit
Die lange Wartezeit bis zur Fertigstellung von Farcry Instinct hat sich
wirklich gelohnt. Es ist seit langem mal wieder ein Egoshooter
entstanden, der sowohl den Einzelspieler, als auch den Online Spieler
mehr als nur zufrieden stellen dürfte. Man hat mit diesem Game die
Möglichkeiten der betagten XBOX noch einmal ausgelotet und neu
definiert.