Das Gameplay von Guardian Heroes ist leicht erklärt: Hier trifft ein Brawler a la Street Rage auf ein Hack`n`Slay-Rollenspiel. In 2D-Manier bewegt man sich mit seinem Gefährten von links nach rechts und nimmt es mit zahlreichen Gegnermaßen auf. Für jeden erledigten Gegner erhält man Erfahrungspunkte, die den Level steigern und unsere Figur natürlich immer stärker machen. Anhand der zahlreichen Special-Moves wird deutlich, dass der Titel vor allem im Prügel-Genre Zuhause ist. Am interessantesten ist meiner Meinung nach allerdings die Tatsache, dass jeder Spieldurchgang unterschiedlich ist, denn fast nach jedem Level gilt es, Entscheidungen zu treffen, die wiederum Einfluss auf den Ablauf der Kampagne, sowie euer Karma haben. Das führt dann zu unterschiedlichen Enden und Bossgegnern, was der Langzeitmotivation zu Gute kommt. Verschiedene Schwierigkeitsgrade und unterschiedliche Charaktere tragen ebenfalls etwas dazu bei. Im Gegensatz zu anderen Treasure-Titeln wie etwa Ikaruga oder Radiant Silvergun ist Guardian Heroes dank des entsprechenden Schwierigkeitsgrads auch für Anfänger bestens geeignet.
Für das Remake hat man die Grafik zwar sichtlich aufpoliert, man darf aber wahrlich nicht zu viel erwarten, schließlich wurde die Grafik nicht von Grund auf neu gestaltet. Stattdessen besitzt das Spiel nun einen neuen, schicken Grafikfilter, die Animationen wurden verfeinert und die Zeichnungen in den Zwischensequenzen sind ebenfalls verbessert worden. Akustisch entspricht der Titel zum Glück noch fast 1:1 dem Original und überzeugt auch heute noch mit einem stimmigen Soundtrack. Wer sich übrigens nicht mit dem neuen Grafikstil anfreunden kann, der kann problemlos wieder in den Original-Modus wechseln. Ähnlich wurde das ja bereits bei der SEGA Mega Drive Collection umgesetzt.
Während man das Original damals natürlich nur offline im Multiplayer-Modus spielen konnte, kommt das Remake nun auch mit spaßigen Online-Modi daher. Zum einen kann die Kampagne zu zweit kooperativ gespielt werden, zum anderen wäre da auch noch ein Versus-Modus für bis zu 12 Spieler. Letzterer ist zwar dank zahlreicher Einstellungsmöglichkeiten ganz spaßig, wird vielen aber eine Spur zu hektisch erscheinen. Natürlich kann die Kampagne aber auch lokal mit zwei Spielern absolviert werden.
Fazit:
Guardian Heroes zählte bislang zu den wenigen Treasure-Titeln, die ich noch nicht gespielt habe. Ich bin nie so recht mit dem SEGA Saturn warm geworden und war daher auch nie bereit, den recht hohen Preis für das Spiel zu zahlen. Doch nun bietet uns SEGA mit diesem tollen Remake endlich die Möglichkeit, ein Stück Videospielgeschichte zu einem fairen Preis von knapp 10 Euro nachzuholen. Die Umsetzung ist sehr liebevoll, das Gameplay ist zeitlos genial und dank der neuen Mehrspieler-Modi wird man auch länger mit dem Spiel beschäftigt sein. Guardian Heroes ist eine echte Bereicherung für den XBLA-Katalog!