Darum geht es: „inFamous 2“ knüpft direkt an die Handlung des Vorgängers an. Eine mysteriöse Gestalt namens „die Bestie“ zerstört die Heimatstadt unseres Protagonisten Cole McGrath. Obwohl dieser immer noch über spezielle Kräfte verfügt, kann er dem Biest nichts entgegensetzen und muss in die Stadt New Marais flüchten. Von nun an gilt es, die Kräfte zu steigern und Mittel zu finden, um die Bestie besiegen zu können. Doch diese näher sich immer weiter und zusätzlich muss Cole es auch mit der dortigen Miliz aufnehmen.
Das hat uns gut gefallen:
Mehr Macht für Cole: Unser Protagonist Cole McGrath bekam von Sucker Punch viele neue Attacken verliehen, welche die Kämpfe nun um einiges interessanter gestalten. Cole verfügt nun über zahlreiche, verschiedene Arten von Blitzen, Ionenstürmen und Elektrogranaten, kann zusätzlich aber auch, je nach Entscheidung, auf Feuer- oder Eis-Attacken zurückgreifen.
Nun auch mit Nahkämpfen: Die neu integrierte Amp (eine Art elektronischer Knüppel) macht nun auch endlich Nahkämpfe möglich. Sie ermöglicht auch diverse Combos und nette Finisher, wobei letztere gegen Ende des Spiels sogar eure Energieleiste wieder auffüllen. Aber Vorsicht: Im Nahkampf ist Cole natürlich auch ein leichteres Ziel für die Gegner.
Gut oder böse: Natürlich kommt auch „inFamous 2“ wieder mit einem netten Karma-System daher. Der Spieler kann selbst entscheiden, ob er das Spiel als Held oder machtbesessener Fiesling beendet. Immer wenn ihr einem Zivilisten schadet, steigert dies euer böses Karma (und umgekehrt). Je nachdem wie ihr euch entscheidet, entgehen euch bestimmte Missionen und im späteren Verlauf des Spiels stehen euch auch zwei Gefährtinnen zur Seite, welche jeweils die gute oder böse Seite präsentieren, was euch die Entscheidung etwas erleichtert.
Neuer Schauplatz: In „inFamous 2“ dient die Stadt New Marais als Schauplatz. Die Stadt ist etwas größer als Empire City, größtenteils frei begehbar und erinnert optisch natürlich an New Orleans. Für Cole gibt es hier jede Menge zu entdecken, denn neben den Hauptmissionen, gibt es natürlich auch wieder zahlreiche Sidequests und versteckte Items zu entdecken. Die Nebenmissionen laufen immer nach dem gleichen Prinzip ab, denn meist gilt es nur, Zivilisten zu beschützen und es mit der Miliz aufzunehmen. Viele der Nebenmissionen unterteilen sich auch in gute und böse Missionen, welche euer Karma natürlich beeinflussen.
Ein Hauch von Little Big Planet: Ja, ihr habt richtig gelesen, auch in „inFamous 2“ könnt ihr euren eigenen Content erstellen. Mithilfe des Editors können eigene Missionen erstellt werden bzw. von anderen erstellte Missionen teilweise auch verändert werden. Leider ist der Editor momentan noch alles andere als einsteigerfreundlich und wird unerfahrene Spieler schnell verscheuchen.
Verbesserte Optik: Rückblickend ist die Grafik des Vorgängers wahrlich kein Augenschmaus und Sucker Punch musste sich für den zweiten Teil ordentlich ins Zeug legen. Obwohl „inFamous 2“ auf der gleichen Engine basiert, ist ihnen dies sogar sehr eindrucksvoll gelungen. Speziell für Open-World-Verhältnisse zählt das Spiel zu den schönsten seiner Art. Es wirkt extrem flüssig, kommt mit unfassbar gut aussehenden Spezialeffekten daher und ist größtenteils sehr überzeugend texturiert. Sehr gut hat mir auch die Architektur von New Marais gefallen, welche sehr europäisch wirkt.
Das hat uns nicht gefallen:
KI-Aussetzer: „inFamous 2“ hat leider häufig mit nervigen KI-Aussetzern zu kämpfen. Meistens agieren die Gegner zwar geschickt und gehen in Deckung oder flankieren uns, oft bleiben sie aber auch irgendwo tatenlos hängen und geben somit leichte Beute ab. Ähnliches gilt für die Bewohner von New Marais, denn diese laufen viel zu oft auf die Gegner zu, geraten in unseren Nahkampf oder treten auf unsere Granaten.
Ein wenig zu actionreich: Bei einem Superhelden-Spiel wie diesem liegt der Schwerpunkt natürlich eindeutig auf dem actionreichen Gameplay. Für meinen Geschmack ist „inFamous 2“ aber eine Spur zu actionlastig, die Entwickler hätten ruhig ein wenig von den „Assassins Creed“-Teilen abschauen können und zum Beispiel mehr Akrobatik-Passagen einbauen können.
Durchschnittliche Synchronisation: Ich bin eigentlich nicht der Typ, der die deutsche Sprachausgabe in einem Spiel immer boykottiert und lieber auf die Originalsynchro umschaltet. Im Falle von „inFamous 2“ habe ich dies aber wieder gemacht, weil die meisten Sprecher mit den Originalstimmen einfach nicht mithalten können. Daher mein Tipp: Unbedingt im Originalton spielen!
Fazit:
Letzten Endes ist „inFamous 2“ ziemlich genau das geworden, was man sich unter einem gelungenen Nachfolger vorstellt. Die Handlung wird packend fortgesetzt, unser Protagonist ist dank zahlreicher neuer Fähigkeiten noch mächtiger, die neue Stadt lädt zum Erkunden ein und technisch hat das Spiel ebenfalls einen riesengroßen Schritt nach vorne gemacht.