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Im Jahre 2000 veröffentlichte American McGee mit Alice eine herrlich abgefahrene und sehr erwachsene Variante des bekannten Märchens ab. Mit Alice: Madness Returns vollendete sein in Shanghai ansässiges Entwicklerstudio nun die Fortsetzung.


Darum geht es: In den vergangenen 11 Jahren ist viel passiert. Die gesamte Familie von Alice kam bei einem Hausbrand ums Leben und Alice wurde der Tat beschuldigt in ein Irrenhaus eingewiesen. Sie hat immer noch mit ihren Erlebnissen aus dem Wunderland zu kämpfen und kehrt dorthin zurück, um die wahren Mörder ihrer Familie aufzudecken.

Das hat uns gut gefallen:

Geniales Design: Beim Design des Spiels ist den Entwicklern ein Meisterstück geglückt. Das Wunderland wurde wieder sehr erwachsen, brutal und verstörend umgesetzt und erzeugt eine unglaublich dichte Atmosphäre. Sind die Welten zu Beginn noch wunderschön und farbenfroh, werden sie im Laufe des Spiels immer düsterer. Eine Unterwasserwelt sorgt für Piratenstimmung, während der Besuch einer Fabrik Steampunk-Flair versprüht. Eine entspannede Wirkung hat hingegen eine östlich angehauchte Welt. Hier ist alles im Comiclook gehalten, es springen Kois durchs Wasser und Alice muss über Mahjong-Steine hüpfen. Auch das Gegnerdesign kann sich sehen lassen und ist ebenfalls ausreichend abwechslungsreich. Insgesamt wird das Spiel genau jene ansprechen, denen Tim Burton`s Wunderland-Verfilmung etwas zu kindlich war, genau so hätte ich mir seine Verfilmung eigentlich vorgestellt.

Gute Story und interessante Charaktere: Auf die Handlung sind wir zu Beginn bereits ein wenig eingegangen und ich hoffe, dass diese Zeilen bereits euer Interesse wecken werden. Insgesamt beinhaltet die Story einige interessante Wendungen, eine fesselnde Erzählweise und natürlich faszinierende Charaktere aus der Wunderwelt. Wer sich vollkommen auf die Story und das Design konzentriert, wird mit dem Spiel sehr zufrieden sein und kann über die leichten Schwächen sehr leicht hinwegsehen.

Stimmige Vertonung: Sowohl was die musikalische Untermalung, als auch die Synchronisation betrifft, kann Alice: Madness Returns mehr als überzeugen. Die Musik passt perfekt zu dem abgefahrenen Design und die deutschen Sprecher leisteten auch eine überraschend gute Arbeit. Klar, einige Sprecher wirken etwas weniger motivierend und authentisch, aber das ist auch bei der englischen Variante der Fall.

Vorgänger mit dabei: Ich persönlich bin ein riesengroßer Fan des ersten Teils, habe mich daher auch sehr darüber gefreut, dass dieser dem Spiel beiliegt. Vorausgesetzt, ihr habt das Spiel neu erwerben, bekommt ihr über einen VIP-Pass Zugriff auf den Klassiker in HD-Auflösung. Gebrauchtkäufer müssen aber nicht traurig sein, denn dieser Pass kann natürlich auch käuflich über XBOX Live erworben werden. Das Spiel wird übrigens nur als DLC gewertet, läuft daher nur über das Hauptspiel und die Erfolge sind bereits bei den 1000 GS inbegriffen.

Umfang: Alice: Madness Returns kommt mit ordentlich Umfang daher. Das Spiel unterteilt sich in sechs Kapitel und dürfte erst, je nach Schwierigkeitsgrad, nach 15 bis 20 Stunden beendet sein. Außerdem ist das Spiel aber auch noch voll mit versteckten Gegenständen, die es zu suchen gilt. In Anbetracht dessen, dass der Vorgänger auch noch enthalten ist, können Komplettisten gut und gerne 40 Stunden mit dem Spiel verbringen. An einigen Stellen wirkt der Titel aber ein wenig zu sehr in die Länge gezogen, eine straffere Spielzeit hätte dem Spiel vielleicht sogar besser getan.

Das hat uns nicht gefallen:

(Spielerisch keine Offenbarung: Eines sollte euch beim Kauf von Alice: Madness Returns klar sein: Das Gameplay ist, wie beim Vorgänger auch, recht eintönig und frei von nennenswerten Innovationen. Der Spielablauf ist sehr linear und im Grunde geht es in dem Spiel ausschließlich darum, von Plattform zu Plattform zu springen, Gegner zu bekämpfen, leichte Schalterrätsel (oder andere Rätsel) zu lösen und versteckte Gegenstände und Wege zu finden. Da der Schwerpunkt bei diesem Spiel jedoch hauptsächlich auf der Story und der tollen Atmosphäre liegt, wird das Spiel nur selten langweilig und da es beim Vorgänger nunmal ähnlich aussah, kann (und sollte) dieser Punkt nur bedingt als Contra angesehen werden. Übrigens: Im Laufe des Spiels wird man auch das ein oder andere Mal mit kleinen Minispielen überrascht, die alles ein wenig auflockern. So gibt es zum Beispiel 2D-Plattformabschnitte oder auch Shoot`em`Up-Passagen a la R-Type.)

Schwammige Steuerung: Die Steuerung von Alice: Madnes Returns ist den Entwicklern leider nicht ganz perfekt geglückt. Sie ist leider etwas schwammig und speziell in den ersten Spielminute gewöhnungsbedürftig. Ihr könnt aber beruhigt sein, man gewöhnt sich recht schnell an die Steuerung und diese steht euch im Spielverlauf auch nicht im Weg. Wenn man in den Plattformpassagen stirbt, ist dies meist auf eigenes Verschulden zurückzuführen, die Steuerung der Pfeffermühle könnte etwas präziser sein, stellt im Großen und Ganzen aber ebenfalls kaum Probleme dar. Natürlich ist dies aber auch eine Geschmacksache.

Technisch mittelmäßig: Klar, das Artdesign von Alice: Madness Returns ist absolut fantastisch und es zeichnet das Spiel auch aus, rein technisch betrachtet gibt es aber dennoch einiges zu meckern, denn die Texturen sind zum Teil sehr verwaschen und alles andere als hochauflösend und die Texturladeprobleme stören den Spielverlauf teilweise auch ein wenig. Immerhin kriegt man das letztere Problem mit einer Festplatteninstallation in den Griff.

Fazit:
Alice: Madness Returns zählte zu jenen Spielen, auf die ich mich in den letzten Monaten am meisten gefreut habe. Bin ich nun mit dem fertigen Produkt zufrieden? Eindeutig ja! Wieso? Weil ich letzten Endes genau das bekommen habe, was ich mir erhofft hatte. Das Teil begeistert mit einem einzigartigen Design, einer spannenden Handlung und einer sehr ordentlichen Spielzeit. Das Gameplay ist zwar sehr überschaulich, aber das war beim Vorgänger sogar etwas extremer der Fall. Lediglich bei der Steuerung und der eigentlich nur zweckerfüllenden Technik hätten sich die Entwickler mehr Mühe geben können. 


Bewertung
Gameplay : 75% Sound : 80% Grafik : 75% Steuerung : 75% Multiplayer : %
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 27.06.2011      Autor : Tim Berwian          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Electronic Arts
Entwickler : Spicy Horse
Release : 16.06.2011

Genre : Action Adventure
Player : 1
USK Einstufung

ab 16 Jahre
Homepage
returnofalice.com
Titel : Alice: Madness Returns      Publisher : Electronic Arts      Release : 16.06.2011
Titel : Alice: Madness Returns      Publisher : Electronic Arts      Release : 16.06.2011
Titel : Alice: Madness Returns      Publisher : Electronic Arts      Release : 16.06.2011
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