Darum geht es: Brink spielt in ferner Zukunft auf einer Insel namens „Die Arche“. Durch den immer weiter steigenden Ozeanpegel wurde die Insel immer gefragter und es war im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis sich die Ressourcen dem Ende neigen. Der Spieler muss sich hierbei für eine von zwei Parteien entscheiden: Entweder die Sicherheitsleute, denen das Wohl und die Sicherheit der Insel am Herzen liegt, oder die Widerstandskämpfer, die dem ganzen Schaden wollen.
Das hat uns gefallen:
Tiefgängiges Gameplay: Für Brink zeichnen sich die Entwickler von Splash Damage verantwortlich, welche bereits für die Enemy Territory Spiele auf dem PC bekannt sind. Im Großen und Ganzen ähnelt Brink diesen Titeln auch sehr. Auch hierbei handelt es sich um einen teambasierten Shooter, welcher verschiedene Klassen besitzt und dessen Ziel es ist, bestimmte Missionen innerhalb der Map zu erfüllen. Das Spiel beinhaltet insgesamt vier Klassen: Soldat, Agent, Techniker und Sanitäter. Während der Soldat Sprengladungen befestigen kann und seine Kameraden mit Munition versorgt, heilt der Medic seine Mitspieler, der Agent kann Objekte hacken und der Techniker ist für das Erbauen von Objekten und die Reparatur verantwortlich. Die Ziele innerhalb der acht Maps sind unterschiedlich. Mal müssen Türen gesprengt, Personen eskortiert oder bestimmte Punkte erobert oder gehackt werden. Keine der verfügbaren Klassen kann alle Ziele erfüllen, das Zusammenspiel mit anderen Klassen ist also zwingend erforderlich.
Nahtloser Übergang: Brink bietet einen nahtlosen Übergang zwischen Offline- und Onlinepartien. Da der Titel im Grunde keine separate SP-Kampagne besitzt (alles wirkt eher wie simulierte MP-Matches), ist es problemlos möglich, dass Bots jederzeit durch menschliche Spieler ersetzt werden. Aber auch umgekehrt funktioniert dies, ohne dass man es richtig merkt. Zumal die Bots über eine überraschend gute KI verfügen und auch sehr teamorientiert agieren.
Tolle Individualisierungen: Egal ob ihr offline gegen Bots oder online gegen menschliche Mitspieler zockt, ihr erhaltet für jeden Kill, Assist, für jedes absolvierte Ziel oder andere Taten Erfahrungspunkte. Mit diesen könnt ihr eure Waffen verbessern, neue Waffen erwerben, neue Fähigkeiten erwerben oder Gegenstände kaufen, die euer Aussehen verändern. Letzteres erfolgt über einen sehr umfangreichen Editor, bis auf die Wahl des Gewichts haben die Entscheidungen aber keine Auswirkungen auf das Gameplay. Schwere Figuren bewegen sich langsamer, können dafür aber schwere Waffen tragen, während leichte Figuren sich natürlich unglaublich schnell bewegen. Mittelschwere Charaktere stellen dagegen eine gute Mischung dar.
Teamplay vorausgesetzt: Egoisten werden in Brink keinen Erfolg haben. Aufgrund der verschiedenen Klassen und der Tatsache, dass jede Klasse nur bestimmte Missionsziele erfüllen kann, ist es hier ausgesprochen wichtig teamorientiert zu agieren. Alleine endet man schnell als Kanonenfutter, während das Spiel in Absprache mit den Teammitgliedern erst so richtig Spaß macht, eben wie man es aus den Enemy Territory Spielen auch kennt.
Wie in Mirrors Edge: Eine Besonderheit von Brink ist die Art der Fortbewegung. Durch das so genannte SMART-System kann der Spieler, ähnlich wie in Mirrors Edge, Hindernisse mit Leichtigkeit überqueren. Das sieht nicht nur cool aus, sondern geht auch einfach von der Hand und bringt natürlich auch Vorteile im Kampf mit sich.
Hübsch anzusehen: Brink zählt zwar absolut nicht zu den schönsten Shootern dieser Generation, bietet dafür aber einen sehr eigenen, vielleicht auch sehr geschmacksabhängigen Grafikstil, welcher uns sehr gut gefallen hat. Hier werden Erinnerungen an die Time Splitters Spiele wach. Die Modelle der Charaktere und Waffen zählen zu den optischen Highlights, während sich die Texturen jedoch nicht ganz auf der Höhe der Zeit befinden. Insgesamt erfüllt die Grafik ihren Zweck und kann sich sehen lassen, wird aber sicherlich keinen so richtig vom Hocker reißen.
Das hat uns nicht gefallen:
Nicht gerade einsteigerfreundlich: Auf der einen Seite ist es natürlich toll, dass Brink kein 08/15-Shooter ist, Neulinge müssen sich aber gerade deshalb auf eine recht lange Eingewöhnungszeit gefasst machen. Es dauert schon so einige Runden, bis man alles verinnerlicht und das Spiel vollkommen verstanden hat.
Die Anzahl der Maps: Was den Umfang betrifft, kann sich Brink nicht gerade mit Ruhm bekleckern, denn das Spiel verfügt (zum jetzigen Zeitpunkt) lediglich über 8 verschiedene Maps. Für einen Onlineshooter wie diesen, ist das natürlich eindeutig zu wenig. Da der Singleplayer-Part eben auch nur aus diesen 8 Maps besteht, ist dieser auch schon nach rund vier Stunden beendet, Einzelspieler werden hiermit also eher wenig Freude haben. Bleibt abzuwarten, wann die Entwickler das Spiel mit Nachschub versorgen und ob dieser kostenpflichtig ist, aufgrund der vielen, technischen Probleme zum Release kann ich mir durchaus vorstellen, dass man hier etwas wiedergutmachen will und wird.
Technische Probleme auf den Konsolen: Konsolenspieler dürften mittlerweile keine Probleme mehr damit haben, dass die Spiele, aufgrund der etwas veralteten Technik, einfach nicht mehr so gut aussehen, wie auf dem PC. Dass Brink auf der XBOX 360 allerdings verstärkt mit Abstürzen und Texturlade-Problemen, sowie heftigen Ruckeleinlagen zu kämpfen hat, geht klar auf die Kappe der Entwickler. Die Wut der Spieler ist demnach durchaus verständlich, ein Patch ist aber bereits in der Mache und dürfte all dies beheben. Hoffentlich.
Unpassend synchronisiert: Die deutsche Vertonung ist leider absolut nicht gelungen. Zum einen wirkt die Synchronisation alles andere als synchron, zum anderen passen die Stimmen einfach nicht zu den Figuren. Da kann man von Glück reden, dass Brink nicht allzu viel Wert auf eine gute Handlung setzt, ansonsten hätte die Atmosphäre deutlicher darunter leiden müssen.
Probleme mit dem Onlinespiel: Auch hierbei handelt es sich um ein Problem, welches vermutlich bald aus der Welt geschafft wird. Fakt ist aber, dass sich Brink online momentan noch alles andere als flüssig spielen lässt.
Fazit:
Mit Brink erwartet euch ein sehr komplexer und teambasierter Shooter, der online sehr viel Spaß macht, dank der zahlreichen Modifizierungen/Verbesserungen ausreichend motiviert und mit einem sehr eigenen Grafikstil daher kommt. Man sollte hier stets bedenken, dass der Schwerpunkt ganz klar auf dem Mehrspieler-Modus liegt, Solisten werden hiermit nur bedingt Spaß haben. Sobald Splash Damage die technischen Probleme in den Griff bekommen hat, steht dem Erfolg des Spiels aber eigentlich nichts mehr im Wege. Wer mit Enemy Territory oder Team Fortress 2 bereits seinen Spaß hatte, kann auch hiermit glücklich werden.