Homefront spielt im Amerika des Jahres 2027.Ein großer Teil des Landes wurde zerstört und das gesamte Land befindet sich nun unter der Kontrolle Koreas. Unser Protagonist befindet sich mittendrin im Geschehen und gerät durch Zufall an eine Gruppe von Widerstandskämpfern, die den Besatzern den Kampf angesagt hat.
Im Singleplayer-Modus gibt sich Homefront genretypisch. Der Spieler ballert sich durch diverse Schlauchlevels und nimmt es mit einer Besatzertruppe nach der anderen auf. Die Gegner sind hier zahlenmäßig klar überlegen und unser Munitionsvorrat ist begrenzt, wodurch eine bedrückende Guerilla-Atmosphäre entsteht. Überhaupt lebt das Spiel von seiner erfrischenden Endzeit-Stimmung und die Entwickler haben auch einiges auf Abwechslung gesetzt, denn der Spieler ist nicht nur zu Fuß unterwegs, sondern steigt im Laufe der Kampagne auch mal in einen Helikopter oder Panzer. Auch Sniper-Passagen, wie man sich beispielsweise aus Modern Warfare kennt, sind im Spiel enthalten. Leider gibt es aber auch einiges am Singleplayer-Part zu meckern. Da wäre zum einen die KI, die einfach zu viele Aussetzer hat und sehr vorhersehbar agiert und zum anderen die schlicht viel zu geringe Spielzeit von knapp fünf Stunden. Homefront nutzt das Potential dieser interessanten Geschichte nicht ausreichend genug aus und das Spiel wird zu abrupt beendet. Hätte das Spiel keinen Online-Modus, wäre es vermutlich ein echter Reinfall.
Während es Homefront in puncto Technik und Singleplayerkampagne nicht gelingt, mit namhaften Shootern wie Battlefield oder Call of Duty mitzuhalten, ist das Spiel in diesem Punkt zumindest ebenbürtig und stellt das absolute Highlight dieses Spiels dar. Mit bis zu 32 Spielern kann man sich hier sehr packende, virtuelle Gefechte liefern. Für frischen Wind sorgen hierbei vor allem zwei Features: Das Battlepoints-System und der Battle Commander-Modus. Für jeden Kill oder Support erhält der Spieler hier Punkte, welche DIREKT in eine verbesserte Ausrüstung, wuchtigere Waffen oder sogar einen Kampfroboter investiert werden können. Stellt euch vor, ihr streift durch die Map und trefft plötzlich auf einen nervigen Panzer. Kein Problem, denn per Knopfdruck kann man sich sofort eine Panzerfaust erwerben und es mit dem Panzer aufnehmen. Bei dem Battle Commander-Modus handelt es sich, meiner Meinung nach, um eine echte Innovation im Shooter-Genre. Hier bekommt der Spieler nämlich im laufenden Spiel Nebenaufträge abseits des Hauptziels mitgeteilt, die wiederum für ein gut gefülltes Battlepoint-Konto sorgen. Ansonsten bietet Homefront alles, was ein guter Onlineshooter braucht. Von verschiedenen Klassen, über zahlreiche Fahrzeuge, bis hin zu einem motivierenden Ranglistensystem ist hier alles dabei. Die Maps sind sehr gut designt, die Klassen gut ausbalanciert und die Verbindung ist größtenteils auch mehr als zufriedenstellend. Hier haben die Kaos Studios wirklich hervorragende Arbeit geleistet!
Homefront macht von der Unreal Engine 3 Gebrauch, nutzt aber auch hier das Potential nicht vollständig aus. Viele Texturen hinterlassen einen mittelmäßigen Eindruck, die Figuren wirken etwas zu steif und die Physik-Engine haut einen auch nicht vom Hocker. Trotzdem sieht das Spiel natürlich alles andere als schlecht aus und kann zum Beispiel durch die hübschen Licht- und Spezialeffekte überzeugen. Was den Sound betrifft, gibt es hier deutlich weniger zu meckern. Die Waffensounds sind sehr wuchtig, der Raumklang kann sich ebenfalls sehen lassen und zusätzlich wird das Spiel von einem tollen Soundtrack begleitet.
Fazit:
Vor dem Kauf von Homefront solltet ihr euch fragen, wie ausgiebig ihr diesen Titel spielen wollt. Wenn ihr es nur auf die Singleplayer-Kampagne abgesehen habt, werdet ihr aufgrund der sehr kurzen Spielzeit vermutlich stark enttäuscht werden. Spielt ihr hingegen auch den Online-Modus, kann es sehr gut sein, dass ihr die nächsten Monate keinen anderen Shooter spielen möchtet. Im Gesamten betrachtet ist Homefront also vielleicht eine kleine Enttäuschung, dank des hervorragenden und auch innovativen Mehrspieler-Modus kommt das Spiel aber letzten Endes doch mehr als positiv davon.