Direkt nach dem ersten Einlegen des Spiels findet sich der
Spieler im neuen Champion-Modus wieder. Dieser ist sehr storylastig und erzählt
die Geschichte des frei erfundenen Boxers Andre Bishop. Einst war er ein aufstrebender
Star der Mittelgewichtsklasse, doch weil er sich weigerte, mit dem Boxpromoter
P. L. McQueen zusammen zu arbeiten, wurde er von korrupten Polizisten
reingelegt und wurde zu einer langen Haftstrafe verdonnert. Fight Night Champion
erzählt, wie es eurem Protagonisten im Gefängnis ergeht und wie es zu seinem
Comeback in der Schwergewichtsklasse kommt. Die Story erinnert zwar dank vieler
Klischees an die typischen Hollywood-Boxfilme, ist aber dennoch sehr spannend
inszeniert und mit einigen emotionalen Momenten versehen. Insgesamt steht der
Story-Modus dem Spiel außerordentlich gut und wir würden uns wünschen, wenn zum
Beispiel auch Spiele wie Fifa einen solchen spendiert bekämen. Einziges Manko:
Die Story ist bereits nach rund vier Stunden erzählt.
Doch keine Sorge, nach dem Durchspielen warten noch
zahlreiche andere Spielmodi auf euch! Neben Trainingsminispielen oder schnellen
Matches ist dabei der Karriere-Modus wohl am interessantesten. Hier kann der
Spieler mit einem selbst erstellten, oder bereits verfügbaren Boxer (darunter Größen
wie Mike Tyson, Ali, die Klitschko-Brüder) eine Karriere starten und sich auf
die Jagd nach dem Weltmeistertitel begeben. Es gilt dabei nicht nur, diverse
Kämpfe zu absolvieren, sondern auch den Boxer entsprechend zu trainieren. Die
erhaltenen Erfahrungspunkte können dann in verbesserte Skills investiert
werden. Verglichen mit dem Champion-Modus ist die Spiellänge hierbei ein echtes
Schwergewicht und man kann locker 20 Spielstunden investieren. Natürlich ist
Fight Night Champion sowohl online, als auch offline im Mehrspielermodus
spielbar und mit einem menschlichen Gegenspieler macht der Titel natürlich auch
einiges mehr Spaß, wobei man allerdings auch dazu sagen muss, dass die
Computer-KI hier insgesamt eine sehr gute Arbeit leistet und einiges von euch
abverlangt.
Viele Spieler waren mit der komplizierten Stick-Steuerung
des Vorgängers unzufrieden. Fight Night Champion kommt nun zum Glück mit einer
optionalen Button-Steuerung daher, welche vor allem Einsteiger ansprechen wird.
Schade ist jedoch, dass die Schläge etwas verzögert ausgeführt werden, daran
gewöhnt man sich allerdings schnell. Offensive Boxspieler werden ihre
Spielweise zudem etwas ändern müssen, denn Fight Night Champion legt etwas zu viel
Wert auf Konter und Abwehr.
Optisch ist Fight Night Champion eine wahre Augenweide. Dank
der brillanten Animationen, Texturen und Modellierungen wirkt der Titel
erschreckend realistisch. Die Figuren schwitzen, bluten und blaue Augen oder
Cuts sind auch sehr realistisch dargestellt. Einzig das Publikum wirkt etwas
lieblos dahingeklatscht. Zu Performanceproblemen kommt es allerdings das ganze
Spiel über nicht. Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns die TV-ähnliche
ESPN-Präsentation. Die Kämpfe werden super von dem Kommentatoren-Duo Teddy
Atlas und Joe Tessitore kommentiert und sogar die bekannte Box-Sendung „Friday
Fight Night“ hat einen Platz im Spiel gefunden.
Fazit:
Gratulation an EA Sports, so muss eine Fortsetzung aussehen!
Fight Night Champion steuert sich nun nicht nur viel besser, sondern wurde auch
technisch aufpoliert und vor allem mit jede Menge neuem Umfang versehen. Durch
den sehr gelungenen Story-Modus dürfte das Spiel nun auch all jene ansprechen,
die zuvor nicht so viel mit dem Boxsport am Hut hatten. Für Sportfans gilt:
zugreifen, zugreifen, zugreifen!