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In Deadly Premonition schlüpft der
Spieler in die Rolle des FBI Agenten Francis York Morgan. Der
Großstädtler wird in die ländliche Stadt Greenvale versetzt, um einen
rätselhaften Ritualmord zu untersuchen. Mysteriöse Gestalten stellen
sich ihm dabei in den Weg und das Ganze entpuppt sich als wahrer
Horrortrip. Im Laufe der Geschichte trifft man viele interessante
Charaktere, aber bei welcher Person handelt es sich um den Mörder?
Es ist gar nicht so einfach, das
Gameplay von Deadly Premonition zu beschreiben. Hier stecken viele
Elemente aus bekannten Spieleserien drin. Das Setting erinnert zum
Beispiel stark an Alan Wake (bzw. die TV-Serie Twin Peaks), die
Kampfsequenzen hingegen eher an Resident Evil 4 und auch eine einige
Elemente aus Silent Hill und Shenmue sind enthalten. Ich beschreibe den
Titel am liebsten als ein “Open-World-Horror-Adventure”, denn während
die Spielewelt von Alan Wake und Co. eher begrenzt ist, fährt man hier
in GTA-Manier durch die recht große und sehr lebendig wirkende Stadt mit
realistischem Wetterzyklus. Primär gilt es, Zeugen und Verdächtige zu
befragen, Orte nach Hinweisen zu durchsuchen und in den Horror-Sequenzen
Rätsel zu lösen, sowie fiese Gestalten aus dem Weg zu räumen. Abseits
der Mainstory können aber auch diverse Sidequests absolviert werden und
auch einige Minigames stehen dem Spieler zur Verfügung. So kann York
auch angeln gehen, eine Partie Dart spielen oder Tradingkarten sammeln.
Agent York muss auch regelmäßig etwas essen, schlafen und darf die
Körperhygiene nicht vernachlässigen, da das Erscheinungsbild die
Wahrnehmung der Bewohner beeinflusst. All diese Features zeichnen Deadly
Premonition aus und machen den Titel zu einem ganz besonderen
Spielerlebnis. Besonders sind auch die schrägen Dialoge und die
spannende Story. Hin und wieder nimmt sich das Spiel aber auch selbst
nicht ganz ernst und überhaupt versprüht der Titel einen sehr
unterhaltsamen Trash-Charme.
Doch genug des Lobes, Deadly Premonition
macht nämlich auch so einiges falsch. Größter Kritikpunkt ist die
Technik, auf die wir später noch zu sprechen kommen. Direkt dahinter
folgt jedoch die stellenweise katastrophale Steuerung. In den Passagen,
in denen York durch die Stadt läuft und Untersuchungen betreibt, steuert
sich das Spiel noch recht angenehm. Wirklich nervig wird es aber in den
Fahrsequenzen, denn die Boliden steuern sich einfach nur grausam.
Obwohl die Entwickler bei den Kampfsequenzen bei Resident Evil 4 (und 5)
abgeschaut haben, ist auch hier die Steuerung nicht wirklich gut
gelungen, da sich das Ganze einfach viel zu träge steuern lässt.
Außerdem ist uns negativ aufgefallen, dass das Gameplay an einigen
Stellen stark veraltet wirkt und so manches auch unfertig wirkt, bzw.
einige Ideen nicht vollständig umgesetzt wurden. Man muss den
Entwicklern aber zugute kommen lassen, dass sie sehr
experimentierfreudig an die Sache gingen und da ist es auch nicht weiter
verwunderlich, dass so manche Idee unzureichend ausgeführt wurde. Mit
einer Spiellänge von circa 15 Spielstunden kann sich der Umfang übrigens
wirklich sehen lassen, wohl bemerkt handelt es sich bei dieser
Zeitangabe lediglich um die Mainstory, abseits davon kann man locker
nochmals 15 Stunden dazurechnen. Dank drei verschiedener
Schwierigkeitsgrade dürfte sich der Frustfaktor in Grenzen halten.
Kommen wir nun zur Technik, der größten
Schwäche von Deadly Premonition. Leider enttäuscht das Spiel grafisch
auf ganzer Linie, denn eigentlich handelt es sich hierbei nur um einen
hochauflösenden PS2-Titel. Gut, einige Texturen und Effekte waren auf
der PS2 nicht möglich, insgesamt fühlt man sich aber zehn Jahre
zurückversetzt. Für einen Low-Budget Titel verfügt Deadly Premonition
über eine überraschend gelungene, englische Synchronisation und dank
deutscher Untertitel kommen auch all jene, die nicht des englischen
mächtig sind, bestens zurecht. Der Soundtrack ist an sich angenehm
chillig, wirkt oftmals aber auch deplatziert.
Fazit:
Ich weiß, dass es merkwürdig klingt, aber Deadly Premonition ist in
meinen Augen eines der besten und zugleich auch schlechtesten Spiele
2010. Während die Technik und die Steuerung erschreckend mies sind, kann
das Spiel dank des B-Movie-Flairs, interessanten und teils auch
einzigartigen Gameplay-Elementen und einer spannenden Story begeistern.
Fans von Alan Wake, Silent Hill und Shenmue sollten unbedingt
reinschnuppern, denn sie könnten ein einzigartiges Spielerlebnis
verpassen.
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