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Knapp zwei Jahre später erscheint es nun für die Xbox. Nun könnte man natürlich meinen, dass es einem Spiel nur gut tut, wenn die Portierung auf eine Konsole zwei Jahre dauert. Nun, lassen wir uns überraschen. Fangen wir am besten mit den Kritikpunkten an und wenden uns dann dem gelungenen Teil zu.
Grafik Der wohl größte Makel ist, dass das Spiel nicht so aussieht, als würde es auf einer Xbox laufen. Zugegeben, die Optik bewegt sich irgendwo zwischen Counter Strike, Ghost Recon und Rainbow Six:3, doch wir schreiben das Jahr 2005 und die Xbox hat mittlerweile Grafikhammer wie Doom 3, Halo 2 oder Ghost Recon 2 gesehen. Die Texturen sind unscharf, die Umgebung könnte etwas belebter sein und generell könnte es mehr Abwechslung geben. Natürlich spielt das Ganze in der Wüste, aber irgendwann hat man das Gefühl hier schon einmal gewesen zu sein. Die Spielermodelle sehen auch nicht zeitgemäß aus und die Gesichter der Soldaten haben auch alle einen merkwürdigen Gesichtsausdruck. Weiterhin fällt es auch schwer Feinde von Freunden zu unterscheiden. Gut, es handelt sich bei den Gegnern nicht um eine uniformierte Armee, sondern um Milizen, doch wenn eines der Missionsziele lautet keine zivilen Verluste zu verursachen, wäre eine etwas bessere Unterscheidung von Nöten gewesen, da die Feinde auch mal zwischen den Zivilisten auftauchen und das Feuer auf euch eröffnen.
Sound Wie bei der Grafik gilt, dass wir mittlerweile Besseres gewohnt sind. Es dröhnen immer die gleichen abgedroschenen Gitarrenriffs durch die Boxen und die Waffensounds sind einfach lächerlich und scheinen zudem schlecht abgemischt. Wenn man ein stationäres Geschütz bedient, stellt das Programm sicher, dass auch die Nachbarn etwas davon haben. Weiterhin kann man, gerade in Multiplayerspielen, kaum heraushören von wo die Schüsse kommen, und Granaten klingen genau wie Sprengladungen. In Multiplayerspielen kann es zudem vorkommen, dass man aus unerklärlichen Gründen manche, oder gar alle Spieler nicht mehr hören kann. Dann heißt es bis zum Kartenwechsel durchhalten oder dem Spiel neu beitreten.
Singleplayer Eines gleich vorweg: Den Einzelspielermodus gehört nicht zu den Geniestreichen der Entwicklerkunst. Am Anfang erstellt man sich ein Profil und wählt sich dann einen Soldatentyp aus, der dann auch im Single- bzw. Multiplayermodus gespielt wird. Die Missionen sind an sich ja schön designed, doch immer wiederkehrende Missionsziele und immer gleich ablaufende, gescriptete Ereignisse lassen doch schnell Langeweile aufkommen. Ein Beispiel: Wenn man etwas Unbewachtes in die Luft sprengen soll, so weiß man im Prinzip genau, dass sofort, nachdem man das Missionsziel erreicht hat, Massen an Gegnerhorden auf einen einstürmen werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass das Spiel seinerzeit als eine Art "Präzisionshooter" für den PC entwickelt wurde. Während das mit dem Scharfschützen gut funktioniert, wenn am Rande der Karte irgendwo Feinde auftauchen, wird das mit den anderen Klassen relativ schwer, denn dem Feind reicht meist nur ein Treffer, um euch ins virtuelle Jenseits zu schicken.
Das Spiel bietet 16 Missionen, die uns durch Wüstendörfer, Wüstenlandschaften und Städte führt. Die KI ist auch nicht mehr zeitgemäß. Die eigenen Teamkameraden sind nicht gerade die hellsten, denn gibt man ihnen den Befehl "Nach Belieben feuern" nehmen die Jungs das glatt wörtlich und schießen sogar Zivilisten nieder. Auf der anderen Seite bleiben sie stoisch bei der Position, die sie halten sollten. Die Gegner sind auch nicht viel besser. Sie stürmen geradewegs auf euch zu. Deckung nutzen? Von hinten anschleichen? Fehlanzeige. Wenn man dann noch an einem stationären Geschütz steht und schon reihenweise Gegner niedergemäht hat, wird man unfreiwillig an die Szene mit der Lichtgranate aus "Mom & Dad retten die Welt" erinnert, wenn sich noch mehr Gegner zu ihren toten Kameraden gesellen wollen. Neben stationären Geschützen, kann man auch montierte Waffen an Hubschraubern und auf Jeeps bedienen. Leider bewegen sich die Fahrzeuge auf einem festgelegten Weg, ihr könnt sie nicht selber steuern, sondern nur die Waffen bedienen. Zum Ende des Spiels hin werden die Missionen dann aber doch noch etwas spannender und fordernder, sofern man überhaupt die Lust verspürtso weit zu spielen.
Multiplayer Wie schon angedeutet, einfach den Singleplayermodus vergessen oder besser direkt ignorieren, denn hier kommt der Grund, warum man sich dieses Spiel wirklich einmal näher anschauen sollte. Der Mehrspielermodus bietet System-Link, Split-Screen und Xbox-Live. Gerade Online macht es richtig Spaß, denn wer hat noch nicht davon geträumt, mit bis zu 50 Leuten auf einem Server zu spielen? Online werden die bekannten Modi geboten, Deathmatch, Teamdeathmatch, Capture the Flag, Team King of the Hill, Suchen & Zerstörten, Angreifen & Verteidigen, sowie Flagball (eine Art CTF). Die Karten sind dabei gut designed und von der Größe her meistens genau richtig. Während bei anderen Spielen eher schleichen und suchen der Gegner auf der Tagesordnung steht, wird man hier gleich in die Action geworfen. Für den Anfang sollte man sich Server mit weniger Spielern suchen, doch wenn die Einarbeitungszeit vorbei ist, geht es ab auf die großen Server.
Neben Städten, Festungen mitten in der Wüste, kämpft man auch in Stadien, bei denen man sogar auf Telefon- und Flutlichtmasten klettern kann. Vielleicht liegt es an der schlichten Optik, dass das Spiel selbst mit 50 Spielern absolut flüssig läuft. Während des Testens habe ich mehrere Stunden auf verschiedenen, von Novalogic gestellten, großen (ab 35 Spieler aufwärts) Servern verbracht und ich hatte tatsächlich nur zwei wirklich spürbare Lags. Dies übrigens bei einer normalen DSL.-Leitung. Da können sich andere Spiele mal kräftig etwas abschauen. Die Klassen sind gut aufeinander abgestimmt, und auch wenn es schon bei vielen Shootern der neueren Zeit propagiert wird, dass man nur im Team überleben kann, kommt dies erst in diesem Spiel wirklich zum Tragen. Ein Team, das sich nur auf Soldaten verlässt, wird gnadenlos von gegnerischen Scharfschützen niedermacht. Teams ohne Medic müssen mit ansehen, wie schon tot geglaubte Feinde mitten in der Kontrollzone wieder von deren Medics geheilt werden.
Auch im Multiplayermodus kann man die Fahrzeuge verwenden und auch hier fahren sie auf schienen. Leider sind die Fahrzeuge nicht zerstörbar (auch wenn es Spaß macht die feindlichen Schützen an Bord eines Hubschraubers mit einem Raketenwerfer zu beschießen ...), dafür aber teilweise die Umgebung. So kann man beispielsweise Lücken in Mauern sprengen, um den Weg zur nächsten Flagge oder zur nächsten Kontrollzone zu verkürzen. Natürlich gibt es auch hier die eine oder andere Macke. Eine Lobby gibt es in dem Sinne nicht. Man kann während des Spiels nicht das Team wechseln, das muss man umständlich in den Xbox-Live Optionen einstellen und man kann mit allen Spielern gleichzeitig reden. Seinem Team kann man aber durch Drücken der weißen Taste etwas sagen, ohne das der Feind mithören kann. Andersherum wäre die Sache in der Hitze der Schlacht sicher besser gewesen.
Die verschiedenen Spielmodi verfügen größtenteils über eigene Karten oder Abwandlungen schon bekannter Karten. Am meisten überzeugen dabei aber die großen Stadtkarten, mit ihren vielen verwinkelten Häuserschluchten, großen Gebäuden auf denen man als Scharfschütze fast die gesamte Stadt bedrohen kann und den vielen Versteckmöglichkeiten, von denen aus man Hinterhalte legen kann. Hier kommt so richtig ein Gefühl für Häuserkampf auf. Wie eingangs erwähnt muss bei der Erstellung des Profils eine Klasse gewählt werden. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn auf allen Karten gibt es Waffenkammern, in denen ihr nach belieben jederzeit eure Waffen und eure Klassen wechseln könnt. So könnt ihr beispielsweise erst als Scharfschütze agieren und wenn eure Teamkameraden Hilfe benötigen, wechselt ihr einfach auf Medic und helft ihnen aus der Not.
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