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Die Hot Pursuit Karriere splittet sich in zwei Teile auf. Man hat
entweder die Möglichkeit als Raser die Straßen unsicher zu machen oder
aber man sorgt als Cop für Recht und Ordnung. Auf der Übersichtkarte von
Seacrest Country hat man anfangs nur eine kleine Auswahl an Events.
Durch das Erreichen von Bronze, Silber oder Gold Auszeichnungen,
schaltet man im Laufe der Zeit weitere Herausforderungen frei. Es gibt
klassische Rennen, hektischen Zeitfahren, spannenden Duelle und die
allseits beliebten Verfolgungsjagden. Letzteres bietet das
spektakulärste Gameplay, denn je nach Fraktion stehen verschiedene
Gadgets zur Verfügung, um den Gegner einzuheizen. Den Rasern steht dabei
eine Supernirto zur Auswahl um den Gesetzeshütern zu entkommen. Oder
aber man nutzt ein Störsignal, um die Polizisten für ein paar
Augenblicke handlungsunfähig zu machen. Als Cop kann man Unterstützung
anordern um, Straßensperren aufzustellen oder aber einen Helikopter
rufen, welcher vor dem Raser ein Nagelband auslegt. Beide Lager können
zusätzlich Nagelbänder nach hinten auslegen und EMPs auf nahe Distanz
abschießen, um Gegner von der Straße zu schieben. Unterm Strich macht
dieser Modus am meisten Spaß, da die Rennen, trotzt Gummibandeffekt,
immer unterschiedlich verlaufen, vor allem weil die Gadgets recht gut
ausbalanciert sind und die taktische Komponente eine nicht zu
vernachlässigende Rolle spielt.
Das neue Herzstück ist das implementierte Autologsystem, welches in
Echtzeit eure eigenen Erfolge mit denen eurer Freunde vergleicht. Soll
heißen, dass man trotzt gewonnenem Event nie glücklich ist, wenn man in
der Toplist nicht relativ weit oben aufblinkt. Und wenn man dann doch
mal all seine Freunde geschlagen hat, dann kann man diesen Erfolg auf
die sogenannte „Wall“ hinterlegen und somit allen zeigen, was man für
ein toller Überspieler ist. Dadurch wird der Spielspaß recht weit
hochgetrieben, vor allem wenn die Zeiten immer knapper werden und es
sich nur noch um Zehntelsekunden handelt.
Dass die Jungs von Criterion nicht nur Wasser kochen können, zeigt auch
die optische Brillanz. Die vielen Gegenden sind wirklich sehr hübsch in
Szene gesetzt und bieten reichlich Abwechslung. Angefangen bei Stränden
und Küsten, durch verwunschene Wälder, sandige Wüsten und Canyons bis
auf mit Zucker bedeckte Bergspitzen. Der integrierte Tag und
Nachtwechsel und das Wettersystem tragen auch ihren Teil dazu. So kommt
es vor, dass man der auf -oder untergehenden Sonne entgegenfährt, egal
ob bei Nebel, Nieselregen in einem Gewitter oder gar bei Schneetreiben.
Zu bemängeln ist nur, dass am Streckenrand weder Zuschauer noch
tierische Gesellen auszumachen sind. Dafür überzeugt die enorme
Weitsicht und die lizenzierten Automodelle, wo besonders die Reflexionen
auf dem Lack den Spieler mit der Zunge schnalzen lassen. Das
Schadensmodell ist ebenfalls recht ansehnlich, auch wenn es zugegeben
nicht an die Deformationsmöglichkeiten eines Burout Paradise
heranreicht. Punkten kann man dafür mit der Präsentation der Crashes.
Jede Zeitlupe, jeder Kamerawinkel und jeder Schnitt ist perfekt. Die
einzigen Wehrmutstropfen sind, dass Hot Pursuit mit nur 30 Bilder die
Sekunde über den Bildschirm flimmert und dass in weiter Ferne leichte
Popups zu beobachten sind.
Von groovigen Elektrosound, über HipHop, zu Rock, bis hin zu einigen
recht interessanten Crossovertracks bietet der Soundtrack genug
Abwechslung für verschiedene Geschmäcker. Bei Verfolgungsjagden bekommt
man ähnlich wie in einem Film mit einer melodramatischen Untermalung auf
die Ohren, was vor allem den Actionanteil betont. Gelungene
Motorsounds, quietschende Reifen und passende Umgebungsgeräusche
komplettieren die Akkustik
Der Multiplayer bietet drei verschiedene Modi. Einmal HotPursuit wo vier
Cops gegen vier Raser kämpfen, was vor allem mit Freuden eine Menge Fun
macht. Gefolgt vom Interceptormodus, quasi ein 1vs1-Battle, wo einem
das ganze Seacrest Country frei zur Verfügung steht. Und zuletzt ein
acht MannRennen ohne jegliche Waffen. Ein wenig schade ist, dass das man
nur bis Stufe 20 leveln kann, was den Dauerspaß irgendwann ein wenig
einbremst. Positiv ist dafür, dass der Onlinemodus selbst bei einer
schwachen Internetleitung ausgesprochen flüssig läuft.
In fast allen Bereichen überzeugt man - sei es die saubere Technik, das
schnelle Gameplay, der knackige Soundtrack und vor allem das
motivierende Autologsystem. NFS Hot Pursuit mausert sich somit zum
besten Rennspiel im Jahre 2010. Danke Criterion Games! Danke DICE! Und
auch danke EA für das überzeugende Reboot einer längst vergessenen
Rennserie.
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