Kannst
du in Deiner Zocker-Höhle keine 10m² Freiraum vor deinem TV schaffen …
vergiss es gleich wieder. Um die Hardware vernünftig zu nutzen, solltest
du mindestens einen Abstand von 2 m zwischen der KINECT Sensorleiste
und Dich bringen können. Unter 1,8 m Abstand funktioniert die Hardware
nicht. Da KINECT nicht nur deine Bewegungen, sondern auch deine Position
im Raum feststellen kann, solltest du idealerweise noch mehr Platz
haben. Eine Bewegungsfläche von 3 x 3 Metern wäre perfekt, falls Du vor
hast mit Freunden gleichzeitig zu spielen sind sogar besser 3(T) x 5 (B)
Meter frei zu machen. Etwas weniger reicht allerdings auch.
Aber Achtung: Safety first …Falls
es um Deinen Space allerdings nicht so üppig bestellt ist, solltet Ihr
je nach Art des Spiels über einen geeigneten Körperschutz nachdenken.
Außerdem ist es natürlich angeraten Haustiere und ortveränderliche
Gegenstände aus der Interaktionsfläche zu entfernen. Bedenkt auch bitte
ob über euch eine Deckenlampe hängt. Glaubt mir ich rede aus Erfahrung …
unsere Deckenbeleuchtung ist im Eifer des Gefechtes mit Wii Motion
bereits einmal kurz über dem Plasma TV eingeschlagen. Schaden 20 € … 15
cm tiefer wären es 2000€ gewesen.
Verfügst Du nun über eine
geeignete Infrastruktur im Wohnzimmer (in der Regel wird wahrscheinlich
der Tisch umgesetzt werden), steht deinem KINECT Vergnügen eigentlich
nicht mehr viel im Wege.
Außer vielleicht … ?Du
hast Angst Dich zu bewegen. Denn das ist nun mal zwingend notwendig um
der Konsole nun mitzuteilen was Du von ihr willst. Fuchteln, wie bei der
WiiMotion (Spielen aus dem Handgelenk) gibt es nicht. Wie Microsoft
schon sagte … Du bist der Controller und nicht nur der Teil den Du
vielleicht gerade bewegen willst.
Schonhaltung gibt’s da nicht …
Du musst ran, ohne wenn und aber! Bewegungs-Legastheniker, chronisch
unmotivierte Couchkartoffeln und Leute die stark in Ihrer
Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, sollten ebenfalls von dieser
Steuerungsmethodik Abstand nehmen.
Die Lust zur Bewegung steht
hier klar im Fokus und das werdet Ihr auch konstitutionell schnell
merken. In diesem Zusammenhang sei auch noch mal hingewiesen das leichte
sportliche Kleidung, Handtücher, Deo und isotonische Getränke eine
KINECT Abend noch abrunden können. Wer hat eigentlich behauptet, das
Spielen immer Spaß machen muss … aber für euch quäle ich mich gerne. :-)
Nach
dem wir nun festgehalten haben, welche Voraussetzungen getroffen sein
müssen, werde ich euch nun verraten was Ihr erwarten könnt.
In der Gegenüberstellung zu WiiMotion und Sonys Move Konzept, ist KINECT vollkommen anders.
Die beiden auffälligsten Unterschiede sind :
- Keine Knöpfe … also erfolgt die Steuerung der Konsole nur über Gesten oder Sprachbefehle
- Ganzkörpererfassung,
alle Extremitäten könne zur Steuerung beitragen, selbst eure
Gesichtsausdrücke werden irgendwann interpretiert werden können. KINECT
ist in der Lage euch als Person zu erkennen und die Konsole entsprechend
zu personalisieren. Ihr spielt also automatisch mit euren präferierten
Einstellungen und eurem Profil. Das ist cool …
Ich denke,
dass das Potenzial hinsichtlich der Adaptierbarkeit eines solchen
Erfassungssystems zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gar nicht abzusehen
ist. Aber alleine an den unabhängigen Bestrebungen die KINECT Steuerung
auf andere elektronische Systeme zu übertragen, kann man sehen, dass das
Interesse an dieser Steuerungsmethode nicht auf die Konsolenebene
begrenzt ist.
Was leistet KINECT und was kannst Du erwarten?Zum
einen wertet KINECT euch und eure Umgebung simultan aus. Euch, damit
eure Bewegung entsprechend in Kontrollbefehle umgewandelt wird und die
Umgebung um etwaige Störfaktoren (Hund, Katze, Maus) zu kompensieren,
ignorieren oder zu eliminieren. Des Weiteren wird bei der
Systemeinrichtung auch ein Audioprofil zur Systemumgebung (räumliche
Position der Lautsprecher) erstellt. So können z.B. Sprachbefehle auch
einer Person im Raum zugewiesen werden. Im Moment befindet sich diese
Funktionalität aber noch in der Lokalisierungs-Phase. Anfang nächsten
Jahres werden wir der Konsole auch verbal mitteilen können was wir von
Ihr wollen.
Im Gegensatz zu anderen visuellen Erfassungssystemen
kann KINECT eure Gesten auch bei schlechten Lichtverhältnissen erfassen.
Der Einsatz von Infrarot- und andern Erfassungstechniken macht sich
hier durchaus positiv bemerkbar. Gesteuert wird die Konsole mit euren
Händen und entsprechenden Gesten. Das funktioniert bereits wesentlich
präziser, als ich jemals erwartet habe.
Eines ist klar … die
Erfassung komplexer Gesten und Bewegungen erfordert Rechen- und
Zeitaufwand. Gegenwärtig gibt es einen zeitlichen Versatz von bis zu
einer 1/3 Sekunde. Je schneller und komplexer die Bewegungen ausgeführt
werden, desto schwieriger wird es auch für KINECT diese präzise
umzusetzen. Im KINECT-HUB (Dashboard) ist das gar kein Problem. Dort
funktioniert alles zuverlässig und präzise. Im Spiel selber kann eine
größere Verzögerung schon mal dazu führen, dass man verkackt … Ihr als
Spieler könnt aber eine großen Teil des Lags kompensieren, in dem Ihr
bei vorhersehbaren Ereignissen einfach früher reagiert. Klingt
kompliziert … ist es aber nicht.
Diese momentane Limitierung des
Systems macht es unmöglich zeitkritische meist sehr schnelle und
komplexe Spiele für KINECT zu adaptieren. Es bleibt zu hoffen, dass MS
es hinbekommt bei den Lags noch etwas zu tweaken. Davon ab … Move und
selbst die heilige Kuh WiiMotion haben ebenfalls einen wahrnehmbaren
Lag, dieser ist allerdings momentan geringer …
Welche Spiele wirst Du auf KINECT erwarten können und welche wahrscheinlich niemals … ?Sportspiele
mit Ganzkörpereinsatz, Prügelspiele, Tanzspiele und Partyspiele werden
uns im ersten Line-Up bereits angeboten. Wie gut diese bereits jetzt
funktionieren, werden wir in den nächsten Tagen testen. Im Moment sieht
es so aus das die Tanzspiele wohl ganz weit vorne sind. Sport- und
Partyspiele wir beispielsweise das bereits mitgelieferte KINECT
Adventures, machen Spaß und zeigen bereits jetzt das Potenzial. Es gibt
allerdings noch reichlich Platz vieles zu optimieren. Prügel &
Rennspiele sind momentan die Sorgenkinder. Sie sind leider sehr
zeitkritisch und deswegen noch nicht sehr gut zu beherrschen. Shooter
gibt’s nicht … und es bleibt fraglich, ob sich dieses Unterfangen jemals
vernünftig implementieren lässt. Denkbar wären Hybrid Games, in denen
die Basissteuerung per Controller erfolgt und mit Gesten spezielle
Befehle ausgelöst werden können. Beispielsweise … Granaten werfen, einen
Squad befehligen oder in einem Auto zur Seite zu schauen. Ihr seht das
Thema ist deutlich komplexer als es zunächst zu sein scheint.
Die
Entscheidung für oder gegen KINECT kann euch keiner abnehmen. Ich
vermag zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht zu prognostizieren, wie
viele Stunde ich damit als Coregamer verbringen werde. Ich spiele auch
nicht täglich mit der Wii oder mit Move. Ein Controller mit Knöpfen hat
für mich immer noch den Charme der direkten Eingabe meines eindeutigen
Willens. An diese neue Methode muss ich mich auch ein wenig gewöhnen,
obwohl sie schon jetzt mehr oder weniger intuitiv ist.
Ihr könnt
sicher sein, das ich jetzt nicht jeden Tag mit KINECT meinen Kreislauf
beschleunigen werde, doch könnte ich mir gut vorstellen, öfters mal die
pure Konsole ohne Controller zu bedienen.
MS wird sicherlich die
Applikationen im KINECT-HUB noch erweitern. Zune und ein Videochat, der
natürlich jetzt mit KINECT direkt möglich ist, werden bereits kostenlos
angeboten.
Wo geht die Reise hin?Microsoft
hat mich neugierig gemacht. In naher Zukunft werden die Spiele, die
speziell für KINECT entwickelt werden, nicht ganz unschuldig am Erfolg
oder Misserfolg des Systems sein. Auch wenn für mich jetzt noch nicht
die Killerapplikation da ist, hätte ich als Privatmann den Kauf der
Hardware nicht bereut. Knapp 150 € sind viel Geld, aber in der Relation,
dass man ein Spiel und die Hardware mit vielen neuen Features und
Funktionen erhält, stimmt.
Kaufen oder noch warten … now it´s your choice!!!