|
Optisch erinnert Hydrophbia an eine Art Shadow Complex in 3D und der
größte Freund und Feind des Spieles ist, wie der Spieltitel schon etwas
verrät, das Wasser. Dabei schlüpft ihr in Rolle von Kate, einer
Ingeneurin an Board der Queen of the World, einem riesigen Schiff,
welches nach einem Bombenanschlag langsam sinkt. Und so wird man quasi
ins feuchte Nass geschmissen. Dabei schleicht man sich durch die unteren
Decks des Schiffes, muss auch ab und zu tauchen, es gilt kleinere
Kletterpassagen zu bewältigen, Codes mit einem Metroid Prime ähnlichen
X-Ray Scanner zu finden und Kontrollstationen zu hacken. Hin und wieder
muss man in Deckung gehen und ein paar Gegner ausschalten. Damit man
sich aufgrund des geringen Backtrackings nicht verläuft, genügt ein
kurzer Blick auf die 3D-Karte, welche auch sehr an die Metroid Serie
erinnert – Zufall? Klingt alles danach, als wäre es schon mal da
gewesen? Ja, das ist es auch – wäre da nicht realistische
Wasserverhalten. Denn die Briten haben dafür ihre hauseigene Hydroengine
entwickelt und diese zeigt mehrmals eindrucksvoll ihre Wucht. Es werden
Gänge und Räume glaubhaft geflutet und Explosionen erzeugen
realistische Wellen. Auch erwischt man sich selbst immer wie man mit der
Wasserengine spielt.
Um eine „echte“ Fluidengine, wie man es vielleicht von älteren
Ageia-Physikkarten bzw. momentanen Nvidia-Physxbeschleunigern kennt,
handelt es allerdings nicht, dafür sind die aktuellen Konsolen einfach
zu schwach. Dennoch werden hier durch ein höchst polygonreiches Mesh
Wellenbewegungen sehr glaubhaft getrickst. Man könnte die Engine als
eine Art Hybird des Bodenverformungfeatures aus Fracture und der Wassereffekten aus Resistance 2 beschreiben – natürlich wesentlich dynamischer und vor allem raumübergreifend.
So beeindruckend das H2O ist, so zeigen sich auch einige kleine
Technikmakel. So kommt die Framerate hin und wieder leicht ins Stottern
und die Animationen von Kate sind für heutige Verhältnisse zu abgehakt
und zu hölzern – vor allem die wenigen Klettenpassagen wirken leider
viel zu steif. Die recht wenigen Gegner verfügen auch nur über die „0815
ich visiere den Spieler an und verfolge ihn dauerhaft, sobald ich ihn
gesehen habe“- KI. Desto besser sind die Möglichkeiten, wie man den
virtuellen Tod der Bot- Widersacher erzwingen kann, da man der Umgebung
bzw. dem Wasser super interagieren kann. So gilt es Fenster bersten
lassen, um die Gegner einfach wegzuspülen, man nutzt diverse Stromkästen
und hängende Leitungen um diese mit einer kitzelnden Erleuchtung das
Licht auszuschalten oder aber man schießt einfach auf die vielen auf dem
Wasser schwimmenden hochexplosiven Fässer.
Schade ist, dass man nach recht überschaubaren 6 Stunden des
Wasserplantschens durch ein viel zu abruptes „Fortsetzung folgt“ aus den
feuchtfröhlichen Träumen gerissen wird – und gerade an einer Stelle,
als die Story ein klein wenig an Fahrt aufnimmt. Nach dem Spielende wird
noch der Herausforderungsmodus freigeschaltet, wo man über fünf Runden
Gegnerwellen überleben muss. Klingt im ersten Moment recht uninspiriert,
allerdings verfügt Kate auf einmal über PSI-Kräfte, wodurch man das
Wasser nach Belieben manipulieren kann. Unterm Strich ist Hydrophobia ein solides Actionspiel mit einer
wasserdichten Engine, welche man auch in Zukunft in Titeln wie Bioshock
wiederentdecken möchte.
|