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In Splinter Cell: Conviction findet der Spieler einen völlig anderen Sam
Fisher vor. Der heutige Sam Fisher ist gealtert, hat die ein oder
anderen grauen Haare vorzuweisen und man merkt ihm auf den ersten Blick
an, dass er einiges durchgemacht haben muss. Genauer gesagt wurde seine
Tochter Sarah entführt, weshalb er Third-Echelon den Rücken zugekehrt
hat und nun auf eigene Faust handelt. Dabei agiert er nun nicht nur viel
zielstrebiger, sondern auch deutlich brutaler und kompromissloser. Die
Art und Weise, wie die Story erzählt wird, erinnert stark an TV-Serien
wie 24. Das gesamte Spiel ist jetzt viel actionorientierter und
temporeicher und Sam verzichtet zudem auf einen Großteil der Gadgets aus
den Vorgängern. Natürlich ist es weiterhin bei dem Großteil der Levels
von Vorteil, den Schatten zu nutzen, sich an Gegnern vorbeizuschleichen
oder diese ggf. leise zu eliminieren. Letzteres wurde sogar sehr
vereinfacht, da nun bis zu vier Gegner gleichzeitig per Knopfdruck
markiert und eliminiert werden können. Außerdem wechselt die Optik
automatisch in Schwarz/Weiß wenn Sam von den Gegnern nicht erkannt
werden kann. Anders als in den Vorgängern gibt es allerdings nur noch
sehr wenige Missionen, in denen unser Protagonist nicht erkannt werden
darf, während früher die Mission direkt abgebrochen wurde, braucht man
sich nun größtenteils keine Gedanken zu machen und kann quasi problemlos
in den Rambo-Modus wechseln und alles über den Haufen ballern.
Eingefleischten Stealthfans wird dies vermutlich bitter aufstoßen, zumal
das gesamte Gameplay stark vereinfacht wurde und für Veteranen selten
eine Herausforderung darstellt. Hier wird schnell klar, dass der Spieler
sich vor allem auf die packende Handlung fokussieren soll. Der
Missionsablauf von Splinter Cell: Conviction ist so abwechslungsreich
wie noch nie zuvor. Auf seinem Rachefeldzug muss Sam Fisher diverse
Leute verhören, verschiedene Objekte in die Luft jagen, Zielpersonen
unbemerkt außer Gefecht setzen, Sicherheitsanlagen deaktivieren oder
auch einfach nur gewisse Orte eine bestimmte Zeit lang
verteidigen/halten. In einem speziellen Abschnitt schlüpft der Spieler
sogar in die Rolle von Sams besten Freund und man begleitet die beiden
bei ihren Abenteuern im Irak-Krieg. Diese Stelle ist im Ansatz zwar ganz
interessant, das Spiel versucht aber krampfhaft einen auf Call of Duty
zu machen und das sinnlose Geballer verliert schnell an Reiz. Zum Glück
ist dieser Abschnitt aber eher kurz und erzählt immerhin ein wenig aus
Sam Fishers Vergangenheit. Kurz ist leider auch die Singleplayerkampagne
an sich geworden. Alle drei Schwierigkeitsgrade dürften jeweils maximal
10 Spielstunden in Anspruch nehmen und für Wiederspielwert sorgen
lediglich die Ingame-Achievements, welche Punkte liefern, die wiederum
in Waffen- und Gadgetupgrades investiert werden können. Die Steuerung
wirkt anfangs etwas überladen, stellt mit steigender Spielzeit aber
keinerlei Probleme mehr dar.
Bei dem Mehrspielerpart hat sich Ubisoft sichtlich viel Mühe gegeben.
Das Spiel kommt sogar mit einer eigenständigen Koop-Kampagne daher,
welche sowohl lokal, als auch online absolviert wird. Zusätzlich sind
aber mit auch die meisten Spielmodi aus den Vorgängern vorhanden.
Interessanterweise ist die Multiplayerkampagne sogar stellenweise
spannender und spaßiger als die Einzelspielerkampagne. Störend ist
lediglich die nicht ganz zufrieden stellende Performance, die Ubisoft
unbedingt in den Griff kriegen muss.
Splinter Cell: Conviction sieht einfach klasse aus. Vor allem im
direkten Vergleich mit bislang einzigen Nextgen-Ableger Double Agent
sieht man deutlich, wie stark sich die Serie optisch weiterentwickelt
hat. Egal ob Spielfiguren, die Animationen dieser, Texturen oder
Licht/Schatteneffekte, Splinter Cell: Conviction überzeugt in allen
Bereichen. Das wahre Highlight ist jedoch die gesamte Inszenierung im
Fernsehserien-Stil. Außerdem erzeugt das Spiel wieder mal eine tolle
Atmosphäre, wobei der tolle Sound einiges dazu beiträgt. Der Soundtrack
ist vermutlich der beste der gesamten Reihe und der Raumklang lässt
keinerlei Wünsche offen. Natürlich wird Sam Fisher auch weiterhin von
Martin Keßler, der Synchronstimme von Nicholas Cage gesprochen und
überzeugt ebenso wie der Rest der deutschen Lokalisation.
Fazit:
Die Neuorientierung ist Ubisoft vollends gelungen und tut nicht nur dem
Franchise, sondern auch dem gesamten Genre gut. Splinter Cell:
Conviction ist brutaler, temporeicher und spannender geworden und spielt
sich zugleich auch deutlich intuitiver und auch innovativer als seine
Vorgänger. Trotzdem ist es aber verständlich, dass viele Fans mit dem zu
geringen Stealth-Anteil etwas unzufrieden sein werden. Die Schwerpunkte
liegen bei diesem Teil einfach woanders und wenn man sich damit
abfindet und interessiert der Story folgt, erlebt man ein
Actionerlebnis, das seinesgleichen sucht.
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