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Story
Der Einstieg in das Spiel ist erstmal durchaus positiv überraschend, hat
man sich doch nicht auf eine simple Reproduktion des Films beschränkt,
sondern ein eigenständiges Abenteuer rund um die Protagonisten Hicks und
Astrid geschaffen. Auf der Insel Berk macht ihr euch auf, um der
weltbeste Drachentrainer zu werden und eh...ja, mehr eigentlich nicht.
Für eine wirkliche Story hat es dann wohl doch nicht gereicht, denn mit
dem Plan, Drachentrainer zu werden und den damit verbundenen Aufgaben
ist eigentlich alles gesagt. Zwar lockern Zwischensequenzen die Geschehnisse regelmäßig auf, vermitteln dabei aber
keine umfassende Handlung.
Gameplay
Das Spielprinzip von Drachenzähmen leicht gemacht erinnert ein wenig an die guten
alten Pokemon-Titel. Ihr sammelt bis zu vier verschiedene Drachen,
päppelt sie auf und trainiert sie, um sie gegen die anderer Trainer antreten
zu lassen. Nett ist, dass ihr euren Drachen einen persönlichen Touch
verleihen könnt, indem ihr ihr Aussehen ganz nach Belieben anpasst.
Farbe, Flügel, Stacheln, Hörner, Tattoos...die Auswahl ist ordentlich
und wächst im Laufe des Spiels. Damit die Drachen im Kampf gute
Leistungen erbringen können, müssen sie bei Laune gehalten werden. Dabei
kommt es nicht allein auf ihre Gesundheit an, sondern auch auf
Attribute wie Hunger, Stimmung und Treue, die ihr mit verschiedenen Items
aufrecht erhalten könnt. Haben eure Tierchen genug Erfahrung gesammelt,
können Punkte auf Eigenschaften wie Stärke, Ausdauer und Feuer verteilt
werden, um in Zukunft noch effektiver gegen die Widersacher vorgehen zu
können. Das System ist simpel gehalten – quasi ein Rollenspiel für
Einsteiger. Insgesamt könnt ihr bis zu vier Drachen unter eure Fittiche
nehmen, die sich optisch und bezüglich ihrer Attribute unterscheiden.
Leider ist das Training unheimlich repetitiv und ihr durchlauft mit
jedem eurer Drachen die gleichen langweiligen Übungs-Einheiten. Da wird
selbst bei den kleinsten Zockern schnell Langeweile aufkommen und es
bedarf einer ordentlichen Portion Motivation, um sich bis zum letzten
Level durchzuringen.
Die Kämpfe selbst laufen in Beat'em Up-Manier ab. Ihr steht eurem Gegner
in seitlicher Perspektive im 1-gegen-1 gegenüber und versucht seine
Lebensanzeige zu minimieren. Das Kampfsystem setzt sich dabei aus
leichten und schweren Angriffen sowie euren Feuerattacken zusammen, ist
aber mäßig komplex und spektakulär. Die ersten Auseinandersetzungen
machen noch Spaß, allzu schnell wird das Ganze jedoch zur Routine und
der mangelnde Tiefgang macht sich bemerkbar. Dennoch sind die Kämpfe
teils herausfordernd, wenn ihr beispielsweise gegen Drachen antretet,
deren Level dem eurem deutlich überlegen ist.
Neben den Turnierkämpfen, die ihr in eurer Karriere durchlaufen müsst,
um den Drachentrainer-Olymp zu erreichen, warten einige Nebenmissionen
auf euch, die jedoch, wie die Kämpfe, recht eintönig sind. Meist geht es
einfach nur darum, eine bestimmte Anzahl eines Gegenstandes, wie etwa
Hühnerfleisch, zu besorgen. Diese Missionen führen euch oftmals in das
sogenannte Wildland, das ein wenig abseits des Dorfes liegt. Leider sind
diese beiden Locations auch schon die einzigen, die ihr im Spiel
aufsuchen dürft und man hat sich an ihnen nur allzu schnell sattgesehen.
Unterhaltsamer sind da schon die Herausforderungen, die nach und nach
freigeschaltet werden. Sie entpuppen sich als Minispiele, in denen ihr
mit euren Drachen bestimmte Aufgaben lösen müsst. So gilt es unter
anderem euer Flugtier durch brennende Ringe zu steuern. Bei Erfolg
werdet ihr im Gegenzug mit Erfahrungspunkten und seltenen Gegenständen
belohnt, die ihr z.B. in die Herstellung bestimmter Heilmittel
investieren könnt. Die Herausforderungen sind zwar auch nur kurzzeitig
spaßig, lockern das Trainings-Einerlei aber zumindest ein wenig auf.
Im Arcade-Modus besteht die Möglichkeit, einzelne Kämpfe auszutragen
oder aber gegen einen menschlichen Mitspieler im Zweikampf anzutreten.
Weitere Optionen bietet der Multiplayer nicht und ist somit keine
wirkliche Bereicherung, da die Kämpfe sich aufgrund des Kampfsystems als
wenig spannend erweisen. Seine Existenz sei hiermit aber zumindest
erwähnt.
Technik
Positiv überraschend ist die durchaus solide Technik von Drachenzähmen
leicht gemacht. Die gelegentlichen Zwischensequenzen sind optisch ebenso
hübsch anzusehen wie die Ingame-Grafik selbst. Der Comic-Stil passt
hervorragend zur Zielgruppe und spiegelt die Film-Vorlage gut wider. Die
Kampf-Animationen laufen ebenso wie der Rest des Spiels flüssig über
den Bildschirm und sind hübsch anzusehen. Natürlich kann das Spiel
optisch keine Referenzen setzen, enttäuscht die (geringen) Erwartungen
aber im Gegensatz zum Gameplay in keinster Weise. Gleiches gilt für die
musikalische Untermalung.
Fazit
Auf den ersten Blick erscheint Drachenzähmen leicht gemacht tatsächlich
wie eine willkommene Abwechslung zum Lizenz-Einheitsbrei, da es ein
eigenständiges Abenteuer auf Basis des Films darstellt. Leider bröckelt
die Fassade schneller als dem Spieler lieb sein kann und schon früh wird
deutlich, dass das sich ständig wiederholende Gameplay zu unmotivierend ist, um für wahre Begeisterung zu sorgen. Das kann auch
die solide Technik nicht kompensieren und so ist Drachenzähmen leicht
gemacht trotz einiger netter Ansätze, von denen keiner wirklich
konsequent umgesetzt ist, ein nur durchschnittliches Spiel geworden, das
erfahrene Spieler schnell langweilen wird, für junge
Rollenspiel-Einsteiger und Fans der Film-Vorlage aber durchaus
interessant sein kann.
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