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Lass dich bauen! Personalisierung scheint in Videospielen Mode zu werden und auch Tiger Woods PGA Tour 10 macht keinen Halt davor: Entweder mit der Xbox Live Vision Cam, dem EyeToy oder per Foto-Upload auf eine von Electronic Arts Webseiten gibt man sein Aussehen seiner Videospiel-Konsole preis und lässt einen virtuellen Golfer mit dem eigenen Gesicht ins Spiel zaubern. Das Ganze dauert nach dem Aufnehmen eines Front- und eine Seiten-Profil-Fotos rund zehn Minuten, scheint also relativ rechenintensiv zu sein. Das Ergebnis war in meinem Fall aber leider enttäuschend: Zu dunkle Haut und im Prinzip kaum Ähnlichkeit zum realen Vorbild. Vielleicht mag das an der schlechten Bildqualität der niedrig auflösenden Kamera liegen, in meinem Fall fährt man aber sicher besser damit, wenn man sich selbst mit den vorgegebenen Mustern im Golfer-Editor zusammenstellt!
Auf in die Karriere Klar, als Golfer will man Karriere machen. Und so zeigt sich der PGA-Tour-Modus des Spiels als Hauptmotivator für das Single-Player-Spiel. Hier hangelt man sich entlang eines Kalenders von einem Golf-Platz zum anderen und versucht, die virtuellen Kontrahenten auf dem Grün zu besiegen. Das ist gar nicht so leicht, schließlich hat der selbst erstellte Golfer am Anfang noch recht wenige Profi-Golfer-Qualitäten und so muss man sich wohl oder übel darauf einstellen, bei den ersten Turnieren nicht direkt auf dem ersten Platz einzufinden. Wer keine Lust hat, sich noch in einem Videospiel von einem Kalender verfolgen zu lassen, kann auch den neuen „Tournament Challenge“ Modus ausprobieren. Hier steckt das Spiel einen in legendäre, besonders knifflige Golf-Situationen, die es dann nachzuspielen gilt. Eigentlich eine ziemlich coole Idee, Golf-Freunde werden auf jeden Fall freude daran haben.
Das Spielerlebnis Klar, einen Golf-Schläger auf einen Controller zu übersetzen fällt gar nicht so leicht, prinzipiell gelingt das Ganze aber gar nicht so schlecht: Wie aus einigen Golf-Spielen gewohnt nutzt man den linken Mini-Stick zum Schlagen: Zuerst nach ganz unten ziehen, dann möglichst ruckartig – aber in einer geraden Linie – nach oben drücken. Schon segelt der Golfball in Richtung Loch. Profi-Golfer können sogar den Schläger selbst auswählen, glücklicherweise wählt das Spiel für Amateure wie mich meist einen guten Schläger aus, um die gegebenen Situationen zu meistern. Das Ganze scheint auf den ersten Blick recht einfach und ist prinzipiell auch für jeden zugänglich, um aber wirklich gute Ergebnisse auf den Platz zu legen, muss man sich entweder lange einüben, oder vom Video-Coach an die Hand nehmen lassen. Grundsätzlich macht Tiger Woods PGA Tour 10 eine Menge Spaß, vorausgesetzt man kann ein Bisschen was mit Golf anfangen. Golf-Fans sind mit Sicherheit voll in ihrem Element
Technisches Im Vergleich zum Vorjahr hat sich aus technischer Sicht nur wenig getan: Insgesamt liefert Tiger Woods PGA Tour 10 ein ganz gutes Bild, könnte aber an einigen Stellen mehr Detailverliebtheit und Fein-Tuning vertragen. Insbesondere die virtuellen Zuschauer und die Umgebung macht einen etwas angestaubten Eindruck. Der Sound ist wirklich Klasse und die euphorischen Kommentatoren möchte man auch nicht sofort los werden, auch wenn diese auf englisch brabbeln. Eine große Neuerung ist das dynamische Wetter, dass nicht nur optisch einen guten Eindruck macht, sondern sich auch auf das Spielerlebnis auswirkt. Einen Multiplayer-Modus bietet das Spiel natürlich auch, man kann sowohl über Xbox Live oder das PSN bei Turnieren mitmischen oder an einer Konsole mit bis zu vier Spielern loslegen.
Fazit Mangels Alternativen ist Tiger Woods PGA Tour 10 die einzige aktuelle Golf-Sim, die man auf den Next-Gen-Konsolen spielen kann: Doch keine Sorge, der Tiger liefert auch ohne Konkurrenz auf Xbox 360 und Playstation 3 ein gutes Bild ab: Eine eingängige, gute Steuerung, der Karriere-Modus und die umfangreichen Online-Features sorgen auch auf Dauer für Motivation. In Sachen Optik wünsche ich mir fürs nächste Jahr eine Verbesserung, das coole, dynamische Wetter muss aber auf jeden Fall im Spiel bleiben. Insgesamt ist Tiger Woods PGA Tour 10 eine gute Golf-Sim mit technischen Schwächen. Und wer Tiger Woods PGA Tour 09 schon im Regal stehen hat, sollte nicht mit großen spielerischen Veränderungen rechnen und sich den Kauf gut überlegen. All zu viel getan hat sich nämlich nicht.
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