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Das ewige Hin und Her... Fanboys gibt es überall. Playstation 3 oder Xbox 360, PC oder Mac, Opel oder VW, Fifa oder Pro Evo Soccer. Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn eigentlich haben ja alle Dinge ihre Vorzüge und Nachteile. Fifa konnte schon immer mit großartiger Präsentation und unglaublichen Zahlen in Sachen Lizenzen punkten. Doch Pro Evo Soccer trumpft auch in der Version 2010 wieder mit einem großartigen und vor allem flüssigen und realistischen Gameplay auf. Also heißt es in beiden lagern: Kritikpunkte ausmerzen!
Gameplay par excellence Und genau da hat EA Sports bei FIFA 10 einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht: Das Entwicklerteam rund um David Rutter hat ganze Arbeit geleistet. Durch die neue 360-Grad-Steuerung lässt sich der Spieler auf dem Platz per Analogstick endlich genau so steuern, wie es eigentlich immer hätte sein müssen. FIFA 10 fühlt sich im Vergleich zum 09er-Vorgänger noch mal eine ganze Ecke realistischer an und sieht um mindestens die gleiche Ecke realistischer aus. Viel besser funktioniert auch das Tricksen, was Zweikämpfe erheblich spannender macht und dem Spieler mehr Möglichkeiten in die Hand legt. Zu guter Letzt sei noch die brillante Ballphysik erwähnt, die Jahr für Jahr einen Tick besser wird. Insgesamt ist das Gameplay von FIFA 10 erheblich intensiver als sonst. Man hat einfach das Gefühl, man stecke im Spiel drin. Und das lässt sich mit einer neuen Funktion sogar realisieren: Per „Game Face“ Funktion lässt sich das eigene Gesicht ins Spiel portieren. Das geht über eine Software am PC, die mit Fotos eine virtuelle Kopie des Gesichts des Spielers erstellt. Das Ganze funktioniert gar nicht schlecht und nach ein paar Minuten Aufwand wuselt die virtuelle Kopie von sich selbst über den Rasen. Cool!
Was spiel ich denn heute? Na klar, an der unangefochtenen Spitze der FIFA-Spielmodi steht nach wie vor das Spielen mit mehreren Spielern vor einer Konsole. Doch auch online via Xbox Live respektive Playstation Network oder im Solo-Spiel kann FIFA 10 überzeugen. Dank verschiedener Spielmodi hat man als Einzelgänger mit FIFA 10 einiges zu tun. Neben dem bekannten Managermodus, in dem man die Mannschaft sowohl trainieren, als auch managen und spielen kann, trifft man auf weitere alte Bekannte: Sowohl der „Be A Pro“ Mode, bei dem man den eigenen Spieler auf eine Fußballerkarriere schickt, als auch der Live-Season-Modus sind wieder mit an Bord. Letzterer wurde überarbeitet und kommt nun mit noch mehr Features daher, kostet aber auch weiterhin Geld. Abonniert man Live Season 2.0 für 4,99 Euro pro Liga, beziehungsweise 9,99 Euro für alle Ligen, kommen wöchentlich neue aktuelle Daten über Fußballclubs und deren Spieler auf die Konsole. Sogar Transfers, Verletzungen und die aktuellen Tabellendaten finden ihren Weg ins Spiel. Auch wenn die Aktualität des Spiels eigentlich ein tolles Feature ist, gibt es für die zusätzlichen Kosten die rote Karte. Warum geht das bei der Menge von FIFA-Spielen, die Jahr für Jahr verkauft werden, nicht kostenlos? Freuen kann man sich hingegen über den nagelneuen Trainingsmodus, in dem man bestimmte Situationen – wie zum Beispiel Ecken oder Freistöße – frei konfigurieren und trainieren kann. Außerdem kann man Laufwege für bestimmte Ecken- oder Freistoßsituationen aufzeichnen, um diese dann im Spiel einzusetzen.
Präsentation und Optik In Sachen Präsentation macht der FIFA-Reihe nach wie vor keiner was vor, auch wenn die Grafik hier und da noch ein Quäntchen besser aussehen könnte, insbesondere was die recht trist daherkommenden Zuschauer betrifft. Cool ist, dass es endlich mal wieder Wettereffekte ins Spiel geschafft haben. Im Schnee zu spielen ist großartig, auch wenn es ein bisschen komisch ist, dass es in FIFA 10 im August in Europa schneit. Die Kommentatoren sabbeln auf gewohnt gutem Niveau und gehen einem zumindest nach den ersten zwei bis drei Stunden dank recht abwechslungsreicher Spruchauswahl nicht auf den Keks – danach schaltet man Tom Bayer und Sebastian Hellmann aber besser ab oder lädt sich gegen Cash Kommentare in anderen Sprachen aus dem Netz. Auch die Stadionatmosphäre kommt in gewohnt guter Qualität durch die 5.1-Boxen. FIFA 10 macht in Sachen Technik einfach Spaß, weltbewegende Neuerungen findet man im neuesten Teil der Fußball-Sim – wie so oft – aber nicht.
Fazit Wie oft habe ich diese Sätze wohl schon geschrieben? FIFA macht erneut einen großen Schritt nach vorne und wird jedes Jahr zu einer besseren Fußball-Sim. Dieses Jahr trumpft das EA-Sports-Spiel nicht mit großen Verbesserungen in Sachen Umfang, sondern mit Detailverbesserungen auf. Insbesondere in puncto Gameplay liefert FIFA 10 einfach ein authentischeres und intensiveres Spielerlebnis. Das mag zum einen an dem neuartigen 360-Grad-Gameplay liegen, zum anderen aber auch an der verbesserten KI, die die gegnerischen Spieler zu echten Herausforderungen machen kann. Weil sich aber in Sachen Umfang und Präsentation nur wenig getan hat, sollte man sich aber genau überlegen, ob man sich FIFA 10 zulegt, wenn man den 09er schon im Schrank stehen hat. Wenn man scharf auf die unzähligen aktuellen Lizenzen ist, geht sowieso kein Weg an der 2010er Version der beliebten Fußball-Simulation vorbei.
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