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Im überschaulichen Hauptmenü hat man die Auswahl zwischen einem
Quick-Race-Rennen, Onlinerennen und natürlich dem Karriere-Modus.
Letzterer ist dabei der Kern des Spiels.
In knapp 170 Wettbewerben arbeitet man sich immer weiter nach oben, um
an der „Need for Speed World Tour“ teilzunehmen. Dabei gilt es neben
klassischen Modi wie in Runden-, Drift-Rennen und Zeitfahren auch
Kopf-an-Kopf-Rennen, Hersteller-Rennnen und Ausdauer-Rennen zu
bestreiten. Das wirklich motivierende an Shift ist, dass man nie
umsonst über die Piste brettert, da nebenbei ein Bewertungssystem
läuft, welches die eigenen Fahrkünste protokolliert. Dabei gibt es für
faire Fahrmanöver Präzisionspunkte und für rapiade Aktionen, wie Gegner
von der Straße zu schieben, erhält man Aggressionspunkte. Am Ende des
Rennens werden die Punkte dem Konto gutgeschrieben, wobei man sich bis
zu Stufe 50 hochleveln kann. Um neue Herausforderungen freizuschalten,
gilt es Sterne zu sammeln. Diese erhält man zum einen durch die
jeweilige Position, welche man einfährt und zum anderen durch kleinere
Nebenmissionen, wie z.B. eine bestimmte Anzahl von Punkten zu erreichen
oder 50% des Rennens auf der Ideallinie zu bestreiten.
Shift spielt sich einen Tick mehr wie eine Simulation als seine
Vorgänger. Leider hapert es mitunter an der Genauigkeit, wenn man durch
die Kurven manövriert – dies merkt man vor allem bei schnelleren
Geschwindigkeiten. Meist reagiert das Vehikel zu spät und wenn man es
dann einlenkt, kommt es hin und wieder dazu, dass man übersteuert und
man sich querstellt. Auch ärgerich ist es, dass der fahrbare Untersatz
unsteuerbar wird, wenn man mal mit einem Bein durch den Dreck fährt.
Dann kommt der Wagen ins Schleudern und man crasht in die
Seitenbegrenzung. Mit etwas Finetuning in den Optionen erhält man ein
etwas berechenbareres Spielerlebnis, jedoch braucht es immernoch viel
Fingerspitzengefühl. Mit Lenkrad hingegen
spielt es sich besser, da präziseres Fahren möglich ist. Leider sind
die ForceFeedback-Effekte kaum bis gar nicht vorhanden. Fast unspielbar
sind die Driftevents: dort die richtige Geschwindigkeit und den
korrekten Driftwinkel zu finden und beizubehalten sorgt für viel Frust.
Visuell ist ein Shift ein recht hübsches Stück Software. Strecken,
Fahrzeugmodelle und das Beleuchtungssystem wissen zu beeindrucken.
Besonders erfreulich ist, dass es nun endlich mit einer stabilen
Framerate läuft. Vor allem die Cockpits sind mit viel Liebe zum Detail
umgesetzt. Jede Kraft, die auf den Spieler einwirkt, wird direkt
rückgemeldet. Egal, ob man beschleunigt, bremst, um die Kurven rast,
Bodenwellen meistert oder in die Mauer fährt - dies wird alles sehr
glaubhaft durch Wackeln und Neigen des Kopfes simuliert. Auch sehr
schön ist es, dass das Cockpit unschärfer wird, je schneller man fährt.
Durch diesen Effekt wird der Tunnelblick verstärkt. Weiterhin
überzeugen die Animationen des Fahrers, wenn er durch die Gänge
schaltet. Soundtechnisch gibt es gar nix zu bemängeln. Während des
Rennens gibt es keine ablenkende Musik und vor allem die brachialen
Motorensounds wissen zu beeindrucken. Das Schadensmodell ist
akzeptabel. Es gibt zwar vordefinierte Schadenszustände an der
Karosserie, welche recht authentisch aussehen, jedoch ist man weit von
den Deformationsorgien entfernt, wie man es aus Dirt, Grid oder Burnout
Paradise kennt.
Der Relaunch der Serie war das Beste, was NFS geschehen konnte, jedoch
hat man nicht alles konsequent perfektioniert. Grafik, Sound, Umfang
und die erwachsene Spielaufmachung überzeugen. Jedoch spielt es sich
immer noch zu arcadelastig, was man vor allem an der schwammigen
Steuerung und dem unrealistischen Fahrverhalten merkt. Wer allerdings
Geduld und Nerven mitbringt, wird vor allem in der glaubwürdigen
Cockpitansicht viel Spaß mit Shift haben.
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