Die Mutter aller Spiele!?
Bis vor kurzem war GTA San Andreas ausschließlich für die PS2
erhältlich. Auf die Xbox-Version haben wir über ein Jahr gewartet. Nun
ist das fulminante Game-Spektakel auch für die Microsoft-Konsole
erschienen und wartet darauf, für mindestens genauso viel Aufsehen zu
sorgen. Die vorigen GTA Titel haben letztendlich die Spielwelt durch
ihr ausgefeiltes Spielkonzept mehr als nur bereichert. Das freie
Spielprinzip, die irrwitzigen Minigames und der filmreife Auftritt
schufen eine riesige Fangemeinde der GTA-Reihe. Darüber hinaus wurde
die Messlatte dieses Genres mit jedem dieser Titel höher gelegt.
Ist GTA San Andreas wirklich das Warten Wert gewesen? Ist dieses Game
„Die Mutter aller Spiele“? Oder ist die Umsetzung dieses Titels auf die
Xbox überhaupt nicht gelungen?
Das Spielprinzip sollte Euch bereits aus den Vorgänger Titeln bekannt
sein. Hierbei spielt Ihr in der 3rd Person Perspektive den Heimkehrer
Carl Johnson – kurz CJ – und treibt auf San Andreas Euer Unwesen.
Genau! Auf! San Andreas ist nämlich eine Insel, die in drei Städte
aufgeteilt ist:
-
Los Santos
-
Las Venturas
-
San Fierro
Die Gebiete werden nach und nach freigespielt. Eure Machenschaften beginnen in Los Santos!
In der ersten Mission dürft Ihr mit dem Fahrrad durch die Gegend fahren
und müsst Euch einiger Attacken befeindeter Gangs erwehren. So wie auch
in den Vorgängerversionen kann jedes Vehikel benutzt werden. Diverse
Fluggeräte gibt es natürlich auch! Wodurch Ihr Euch San Andreas sogar
aus der Luft angucken könnt.
Die Reihenfolge der Missionen ist frei wählbar. Diese bestehen grob gesagt aus:
-
Auftragsmord
-
Begleitschutz
-
Drive-By
-
Chauffeurdienst
-
Raubzüge
-
Wettrennen
Selbstverständlich gibt es auch wieder Nebenmissionen in Hülle und
Fülle. Dabei könnt Ihr (CJ) Euch mit Fast Food vollstopfen und dick und
fett werden. Oder Ihr trainiert im Fitnesscenter die Pfunde wieder ab
und Muskelmasse auf. Dabei gilt zu beachten, dass jede dieser
„Eigenschaften“ wiederum Einfluss auf das Spiel hat. Eine Nebenmission
ist das Ausgehen mit Freundinnen. Wenn man bei denen scoren will,
sollte man selbstverständlich ihren Vorstellungen entsprechen. Die
meisten Frauen in der Welt von San Andreas stehen auf schlanke und
durchtrainierte Männer. Andere nicht! Auch kann CJ, wenn er zu fett
ist, nicht mehr so gut klettern! Wer hätte das gedacht. Der Sexappeal
des Protagonisten spielt ebenso eine entscheidende Rolle. Den erhöht CJ
durch entsprechend schicke Frisuren, Kleidung und Tattoos, die es
käuflich zu erwerben gibt.
Für erfolgreich abgeschlossene Missionen gibt es Geld und Respekt. Eine
weitere Nebenmission ist das Übersprühen von Graffitis gegnerischer
Gangs. Diese vielerorts umstrittenen Kunstwerke sind überall auf der
Insel verstreut und beschäftigen Euch mit Sicherheit ein Weile. Des
weiteren könnt Ihr Euch dem Glückspiel hingeben, Im Meer schwimmen,
Fallschirmabsprünge absolvieren... oder einfach nur mit dem Auto
cruisen und Euren Soundtrack hören oder natürlich den des Spiels!
Technische Eigenschaften
Rein spielerisch ist GTA San Andreas eine 100%ige Kopie der PS2
Version. Lediglich sieht das Game auf der Xbox – auf Grund der höheren
Leistung dieser Konsole – etwas besser aus. Die Sichtweiten sind größer
und es ruckelt nicht. Die Grafik ist im Verhältnis zu den Sichtweiten
und Menge der Objekte im Game grandios. Sicherlich sieht Sam Fisher
samt seiner Welt grafisch besser aus – aber bei Spliter Cell sind auch
die Level nicht so groß!
GTA San Andreas hat Soundtechnisch eine Menge zu liefern. Die
musikalischen Beiträge zu diesem Game sind aus dem Bereich Hip Hop,
Rock, Soul und Heavy Rock und sind teilweise wieder in Form von
Radiosendern zu hören.
Die ausschließlich englischsprachige Synchro ist wirklich
Referenzklasse, mit Sprechern wie z.B. Samuel L. Jackson und Peter
Fonda. Jeweils die Untertitel sind in der Landessprache. Was Anbetracht
des gesprochenen Slangs auch sinnvoll ist. Denn wie will man die
Gangsprache mit Begriffen wie: „Bitch“, „Motherfucker“ und „Nigga (zitiert)“
sinngemäß übersetzen. Es gibt eine Menge Dialoge, die allesamt großartig sind und den besonderen Charme dieses Games ausmachen.
Fragwürdige Ideologie
Normalerweise ist es überhaupt nicht cool ein Gangster zu sein.
Straftaten zu begehen noch weniger. Selbst die Schwere der in diesem
Game zu erfüllenden Verbrechen würde in der Realität für vielfache
lebenslängliche Haftstrafen reichen. Deshalb ist es auch nicht
verwunderlich, dass dieses Spiel von der USK die Alterseinstufung ab 16
Jahren bekommen hat.
Außerdem kursiert das Gerücht, dass sich mit einem Cheat bzw. Patch
verborgener sexueller Inhalt freischalten lässt, die das Spiel um
einige virtuelle Sexspiele erweitert. Wegen dieser Eigenschaft ist GTA
San Andreas in den USA bereits aus den Läden verschwunden, da es dort
keine Jugendfreigabe mehr hat. Seltsam! Die Darstellung von Gewalt
alleine schafft das selten. Die deutsche Version soll hingegen zur
US-Version bereits um einige Features entschärft worden sein. Zum
Beispiel hinterlassen erschossene Passanten kein Geld und Köpfe
zerplatzen nicht! Toll!
Fazit
GTA San Andreas ist wirklich ein Spiel mit einer umwerfenden
Spieltiefe. Ob man die Missionen fein säuberlich abarbeitet, sich nur
auf die „Nebenmissionen“ konzentriert oder einfach nur mit dem Wagen
durch die Gegend fährt - Spielspaß gibt es auf jeden Fall genügend!
Atmosphärisch hat dieser GTA-Spross auch viel zu bieten. Wettereffekte
wie Regen und Hitzeflimmern wirken authentisch und sind in der
Game-Engine spektakulär umgesetzt. Abgesehen von der IMHO teilweise
übermäßigen Brutalität – die schon als Gewaltverherrlichung beschrieben
werden kann – ist das Game in allen Belangen überzeugend.
Da wo die meisten Spiele im Schnitt in zehn bis zwölf Stunden bereits
Geschichte sind, fängt GTA San Andreas erst so richtig an. Es gibt eine
Menge zu Spielen. Die gesamte Spielzeit ist auf etwa 50 Stunden
anzusetzen! Die Missionen sind allesamt wirklich abwechslungsreich, so
dass es tatsächlich keine „Durststrecken“ in diesem Titel gibt und die
Motivation auf hohem Level gehalten wird.
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